Es geht um alles: Drittligisten aus Bayern wollen Saison retten, Klubs nicht einig

München - In der 3. Liga gibt es keine Einigkeit, wie mit der wegen des Coronavirus unterbrochenen Spielzeit 2019/20 weitergemacht werden soll. Einige Vereine plädieren für den Abbruch. Die fünf bayerischen Teams sehen dies allerdings gänzlich anders - und warnen deshalb vor ansonsten dramatischen Folgen für Klubs.

Fortsetzung oder Abbruch: Die Teams der 3. Liga sind sich nicht einig.
Fortsetzung oder Abbruch: Die Teams der 3. Liga sind sich nicht einig.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Im Ringen um die aktuelle Saison haben sich die bayerischen Fußballvereine deutlich gegen den Abbruch ausgesprochen. Alle fünf Teams aus dem Freistaat wollen versuchen, die wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochene Spielzeit auch ohne Zuschauer zu Ende zu bringen. 

Nach einer Videokonferenz der Clubs mit Vertretern des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) teilte der BFV am Donnerstag mit, eine Fortsetzung der Saison sei entsprechend "alternativlos".

Der Spielbetrieb in der dritthöchsten Klasse ist vorerst bis Ende April ausgesetzt. Von den 20 Teams der Liga sind 13 für eine Fortsetzung und den Versuch, die Spielzeit abzuschließen. Nach dem Beschluss der Bundesregierung mit den Bundesländern vom Mittwoch ist inzwischen klar, dass dies nur ohne Zuschauer geschehen kann.

"Geisterspiele sind nicht schön, aber überhaupt kein Fußball ist die schlechteste Lösung", hieß es vom FC Ingolstadt. "Daher wollen wir so schnell wie möglich versuchen, diese Saison auf sportlichem Wege zu Ende zu bringen." 

Auch Manfred Schwabl von der SpVgg Unterhaching sieht das so. "Es gibt für uns gar keine andere Lösung als die Saison zu Ende zu spielen, weil nur dann ein sportlich faires Endergebnis zustande kommt. Ansonsten sehe ich eine große Gefahr, dass der Fortbestand dieser ohnehin wirtschaftlich problematischen 3. Liga auf dem Spiel steht", sagte der Chef des Vereins.

Amateure des FC Bayern München fordern "schnellstmöglich Planungssicherheit"

Die Amateure des FC Bayern München fordern "schnellstmöglich Planungssicherheit" und "ein klares Commitment aller Drittligisten, die Saison zu Ende bringen zu wollen. Wir bayerischen Klubs sind uns da einig, dass es um mehr als diese Saison geht". Dem pflichtete der Stadtrivale TSV 1860 München bei. "Wer jetzt den freiwilligen Abbruch der 3. Liga fordert", sagte Geschäftsführer Günther Gorenzel, "gefährdet die zukünftige Existenz der 3. Liga." Daniel Sauer von den Würzburger Kickers forderte Vereine und DFB auf, Lösungen zu finden, wie Mehrkosten und -aufwand gestemmt und verteilt werden sollen.

In der Liga gibt es Zoff über die Konsequenzen der Krise, einige Teams fürchten bei Partien ohne Fan-Einnahmen um den wirtschaftlichen Fortbestand. "Für uns wären Geisterspiele ein weiterer Genickbruch. Sollte dieser Fall eintreten, ist der Gang zum Insolvenzgericht unumgänglich", sagte etwa Zwickaus Vorstandssprecher Tobias Leege.

Die bayerischen Vereine sehen das anders - sie werten einen Abbruch als gefährlicher. Rainer Koch, der Chef des BFV und Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), lobte die Meinung seiner fünf Clubs. "Diese einhellige Auffassung der aktuellen Situation ist eine ebenso feste wie gute Basis, um den Schaden in Zusammenarbeit mit den weiteren Drittligisten so gut es geht zu minimieren", sagte er.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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