Ingolstadt-Beben: Schanzer und Aufstiegscoach Tomas Oral trennen sich!

Ingolstadt - Diese Meldung kommt aus dem Nichts! Tomas Oral (48) wird den FC Ingolstadt 04 in der kommenden Saison nicht mehr trainieren.

Mark Fotheringham (37, l.) und Tomas Oral (48, M.) verlassen die Schanzer. Sportdirektor Michael Henke (64) muss sich nun auf die Suche nach einem neuen Trainergespann machen.
Mark Fotheringham (37, l.) und Tomas Oral (48, M.) verlassen die Schanzer. Sportdirektor Michael Henke (64) muss sich nun auf die Suche nach einem neuen Trainergespann machen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Das gaben die Schanzer am Mittwoch bekannt. Auch sein Assistent Mark Fotheringham (37) verlässt den Klub.

Oral selbst sagte auf der FCI-Website zu der überraschenden Entscheidung: "Wir haben Geschichte geschrieben und einen riesen Spirit in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren entwickelt. Aber es hat mich auch viel Energie und Kraft gekostet, sodass meine Vorstellungen und Planungen für die Zukunft nun andere sind. Die Verantwortlichen haben ihre Vorstellungen, ich habe meine, und wer die besondere Beziehung zwischen mir und dem FCI kennt, weiß ganz genau: Wir können uns ehrlich ins Gesicht schauen und uns frühzeitig sagen, dass sich das nicht deckt."

Sportdirektor Michael Henke (64) erklärte: "Tomas hat wirklich hervorragende Arbeit auf und neben dem Platz geleistet und mit 71 Punkten eine der besten Spielzeiten der Vereinsgeschichte hingelegt. Das verdient großen Respekt und Anerkennung. Auch wenn wir mit Blick nach vorne nicht zueinander gefunden haben, gehen wir zweifellos freundschaftlich auseinander."

Geschäftsführer Manuel Sternisa (47) meinte: "Tomas ist hauptverantwortlich dafür, dass der Verein in einer existenziell schwierigen Zeit durch den Aufstieg der Profi-Mannschaft wieder festeren Boden unter den Füßen hat. Wir danken Tomas Oral und auch seinem Co-Trainer Mark Fotheringham für ihr enormes Engagement und wünschen ihnen für die Zukunft von Herzen nur das Beste."

FC Ingolstadt 04 vermeldet die Trennung von Tomas Oral

Tomas Orals dritte Amtszeit beim FC Ingolstadt 04 geht nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga zu Ende

Der FC Ingolstadt 04 stieg über den Umweg Relegation in die 2. Bundesliga auf und darf sich auf eine Saison in einer bärenstarken Spielklasse freuen.
Der FC Ingolstadt 04 stieg über den Umweg Relegation in die 2. Bundesliga auf und darf sich auf eine Saison in einer bärenstarken Spielklasse freuen.  © dpa/Friso Gentsch

Bezüglich der Nachfolgeregelung wollen sich die Verantwortlichen Zeit nehmen: "Wir haben gerade noch zusammen den Aufstieg gefeiert, das muss jetzt erst einmal alles ein paar Tage sacken. Die Pause hat eben erst begonnen, sodass wir uns in Ruhe mit der Besetzung der Trainerposition befassen können", erklärte Henke.

Für Oral geht nun auch seine dritte Amtszeit in Ingolstadt zu Ende. Der polarisierende Übungsleiter hatte die Schanzer schon von 2011 bis 2013 und für drei Monate im Jahr 2019 trainiert.

Wie nun wohl die Zukunft des FCI und von Oral aussieht? Für einen anderen Verein stand der frühere Coach von RB Leipzig letztmals Ende 2016 an der Seitenlinie. Damals war er für knapp ein halbes Jahr beim Karlsruher SC tätig, wurde aber wegen Erfolglosigkeit entlassen.

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Die kann man ihm diesmal nun wirklich nicht vorwerfen. Mit Ingolstadt erreichte er erneut die Relegation und setzte sich dort endlich durch. Zwar verloren die Schanzer das Rückspiel beim VfL Osnabrück mit 1:3, hatten aber das erste Duell mit 3:0 für sich entschieden und dürfen nun in der neuen Saison in der bärenstarken und hochattraktiven 2. Bundesliga antreten.

Das war und ist auch Orals Verdienst. Schließlich bekam er die Köpfe seiner Spieler überraschend schnell wieder frei, nachdem er und der FCI am 11. Juli 2020 am Boden waren, weil sie in allerletzter Sekunde den Zweitliga-Aufstieg verpasst hatten.

FC Ingolstadt 04 vermeldet die Vertragsverlängerungen von zehn Spielern um Kapitän Stefan Kutschke

Abwehrchef Björn Paulsen verlässt den FC Ingolstadt 04 nach zweieinhalb Jahren

Grundgerüst des FC Ingolstadt 04 steht, Trainer und ein neuer Abwehrchef werden jedoch gesucht

Tomas Oral (48) und der FC Ingolstadt 04 haben sich einvernehmlich für eine Trennung entschieden.
Tomas Oral (48) und der FC Ingolstadt 04 haben sich einvernehmlich für eine Trennung entschieden.  © Picture Point/Gabor Krieg

Damals erzielte der 1. FC Nürnberg in der sechsten Minute (!) der Nachspielzeit dank Fabian Schleusener (29) das entscheidende Tor, weshalb der FCN drin blieb und die Schanzer einen neuen Anlauf in der 3. Liga nehmen mussten.

Obwohl die Saison auch diesmal nicht perfekt lief und der FCI trotz eines exzellent besetzten Kaders Schwächephasen hatte, schaffte man es bekanntlich zum dritten Mal in Folge in die Relegation, wo man dem Druck diesmal standhielt, insgesamt souverän und letztlich auch verdient aufstieg.

71 Punkte, 20 Siege, elf Remis und nur sieben Niederlagen in 38 Spielen sprechen eine klare Sprache. Gemeinsam mit dem FC Hansa Rostock kassierte Orals Truppe die wenigsten Pleiten aller Drittligisten.

Doch nun muss sich der Verein zumindest teilweise neu aufstellen. Zwar verlängerten sich die Verträge von zehn Spielern durch den Aufstieg und absolvierte Einsätze automatisch, Abwehrchef Björn Paulsen (29) geht jedoch und wurde bereits verabschiedet. Er muss wie Oral und Fotheringham erstmal gleichwertig ersetzt werden.

Immerhin bleiben Torjäger Stefan Kutschke (32), Vizekapitän Marcel Gaus (31), Dennis Eckert Ayensa (24), Rico Preißinger (24), Jonatan Kotzke (31), Maximilian Beister (30), Caniggia Elva (24), Peter Kurzweg (27), Nico Antonitsch (29) und Thomas Keller (21) an Bord, weshalb das Grundgerüst der Schanzer für die kommende Saison bereits steht.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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