Viktoria Berlin feiert sensationellen Kantersieg in Braunschweig: Eintracht-Fans mit Galgenhumor

Berlin/Braunschweig - Spitzenreiter! Der FC Viktoria 1889 Berlin grüßt nach dem 2. Spieltag in der 3. Liga von ganz oben. Auf den hart erkämpften 2:1-Sieg zum Auftakt gegen den FC Viktoria Köln folgte am heutigen Sonntag ein überragend herausgespielter 4:0-Auswärtserfolg bei Eintracht Braunschweig.

Viki-Coach Benedetto Muzzicato (M.) hat mit seinem Team einen exzellenten Drittliga-Start hingelegt.
Viki-Coach Benedetto Muzzicato (M.) hat mit seinem Team einen exzellenten Drittliga-Start hingelegt.  © dpa/Andreas Gora

Tolcay Cigerci (5. Minute/32.), Lucas Falcao (64.) und Lukas Pinckert (68.) schossen den Drittliga-Aufsteiger gegen den klar favorisierten Zweitliga-Absteiger zum Kantersieg, brachten den Großteil der 6676 Zuschauer teilweise zum Schweigen und sorgten mit ihrer Leistung mitunter gar für Galgenhumor auf den Rängen.

Beim Stand von 0:4 stimmten einige Löwen-Fans etwa "Europapokal"-Gesänge an. Vor der Partie hätte wohl keiner von ihnen mit einer solchen Abreibung und einem solch überragenden Auftritt des Hauptstadtklubs gerechnet.

Viki beherrschte den Gegner über die gesamte Dauer, stand defensiv weitestgehend sicher, setzte offensiv Nadelstiche und nutzte Braunschweiger Abwehrfehler bzw. Unaufmerksamkeiten eiskalt aus.

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Vor allem aber beeindruckte die spielerische und technische Klasse der Gäste. Ob Cigerci, Enes Küc oder auch Lucas Falcao: Man darf sich schon wundern, weshalb andere Vereine diese Ausnahmekicker nicht längst zu sich holten.

Schließlich sind ihre Qualitäten Fans der Nordost-Staffel seit langer Zeit bekannt. Wenig verwunderlich, dass Coach Benedetto Muzzicato nach der Begegnung bei MagentaTV sagte: "Wir haben ein paar Jungs dabei, die einfach nichts in der Regionalliga zu suchen haben."

Tore vom FC Viktoria 1889 Berlin bei Eintracht Braunschweig im Video

FC Viktoria 1889 Berlin hat viele veranlagte Spieler im Kader

Tolcay Cigerci hat beim FC Viktoria 1889 Berlin auf Anhieb eingeschlagen. Zwei Spiele, zwei Tore und eine Vorlage sprechen eine deutliche Sprache.
Tolcay Cigerci hat beim FC Viktoria 1889 Berlin auf Anhieb eingeschlagen. Zwei Spiele, zwei Tore und eine Vorlage sprechen eine deutliche Sprache.  © imago images/Hübner

Und damit meint er keineswegs nur die über mehrere Jahre höherklassig erprobten Leader Björn Jopek, Christoph Menz oder Bernd Nehrig (fehlt momentan mit Achillessehnenproblemen), sondern die zuvor genannten Spieler.

Cigerci, spielte einst einmal für den Hamburger SV in der 1. Bundesliga und zudem zehnmal in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth. Beim Kleeblatt steuerte er satte fünf Vorlagen bei, erhielt aber irgendwann keine Chance mehr, war nach Ablauf seines Vertrages vereinslos und musste in die vierte Liga wechseln.

Nun war der jüngere Bruder von Ex-Hertha-Profi Tolga der Matchwinner und sagte nach dem Spiel bei MagentaTV zu dem bärenstarken Auftritt seiner Himmelblauen: "Unglaublich. Unser zweites Spiel in der 3. Liga, dass wir das so souverän machen. Hut ab vor uns!"

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Der Neuzugang von der VSG Altglienicke lobte auch seinen neuen Trainer und hob eine Eigenschaft von Muzzicato hervor: "Sein Charakter. Das, was er uns mitgibt, verstehen wir gut. Wir haben auch gute Charaktere in der Mannschaft." Zu der fast schon gewohnten Spitzenposition meinte der spielintelligente Angreifer lächelnd: "Erstmal auf dem Boden der Tatsachen bleiben!" Derselben Ansicht ist auch der Coach selbst: "Ich glaube, dass wir auf einem richtig guten Weg sind. Wir sollten nichts überstürzen."

Doch ihn beeindruckte die "Courage", die seine Mannschaft gezeigt hatte. Für die geht es erst am 11. August (19 Uhr) mit dem Berliner Pokalspiel beim Wittenauer SC Condordia (Landesliga, 7. Spielklasse) weiter, ehe man am 15. August (13 Uhr) das nächste Highlight vor der Brust hat. Dann empfängt Viktoria im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark den 1. FC Kaiserslautern.

Titelfoto: imago images/Hübner

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