FCK mischt 3. Liga auf! Aufstiegs- statt Abstiegskampf in Kaiserslautern?

Kaiserslautern - Die Roten Teufel mischen die 3. Liga auf! Mit einem 6:0-Triumph über den TSV Havelse gelang dem 1. FC Kaiserslautern bereits der dritte Sieg infolge.

FCK-Trainer Marco Antwerpen (49) freut sich über die Lautrer Trendwende.
FCK-Trainer Marco Antwerpen (49) freut sich über die Lautrer Trendwende.  © Uwe Anspach/dpa

Doch trotz des Kantersiegs und der offensiven Glanzleistung rückte FCK-Coach Marco Antwerpen (49) am Magenta-Mikrofon die Defensive in den Fokus: "Für mich ist das Allerwichtigste, dass wir heute auch wieder ohne Gegentor rausgegangen sind."

Ungewöhnliche Worte, die aber Sinn ergeben. Denn die Pfälzer sind seit sage und schreibe 440 Minuten ohne Gegentor!

Eine Wahnsinns-Quote für einen Drittligisten, der zuvor in der Abwehr als anfällig galt.

Nach nur sieben Spielen: Türkgücü München feuert Peter Hyballa
3. Liga Nach nur sieben Spielen: Türkgücü München feuert Peter Hyballa

Seit der Initialzündung im Derby gegen den SV Waldhof Mannheim 07 läuft es einfach. Mehr als eine Halbzeit verteidigten die Antwerpen-Jungs in Unterzahl mit allem, was sie hatten und belohnten sich mit einem 0:0.

Wer die Roten Teufel kennt, der musste allerdings trotz dieser Mentalitätsleistung in den nächsten Spielen mit erneuten Rückschlägen rechnen.

Verteidiger Philipp Hercher ist Lauterns Top-Torjäger

Bei Philipp Hercher (25) läuft es derzeit.
Bei Philipp Hercher (25) läuft es derzeit.  © IMAGO / Kirchner-Media

Doch die Betzebuben straften all ihre Kritiker ab und feierten anschließend gegen den SC Verl (2:0), VfL Osnabrück (2:0) und eben gegen Havelse (6:0) drei Siege.

Neben der stabilen Defensive ist natürlich die erstarkte Offensive als jüngstes Erfolgsgeheimnis zu nennen.

"Was uns gerade ausmacht ist, dass wir auf jeder Position gefährlich sind. Von der Abwehr, über das Mittelfeld bis zum Stürmer hat jeder getroffen", sagte Daniel Hanslik (24), der gegen Havelse sein erstes Saisontor machte und gleich einen Doppelpack schnürte. "Besser spät als nie", so der Angreifer.

Corona-Ausbruch beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern
3. Liga Corona-Ausbruch beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern

Dies gilt im übrigen auch für die Lautrer Neuzugänge Mike Wunderlich (35) und Rene Klingenburg (27, beide vorher FC Viktoria Köln), die als Schlüsselspieler verpflichtet wurden und so langsam ins Rollen kommen. Beide trafen in den vergangenen zwei Partien jeweils einmal und zeigten auch abgesehen von den Toren eine starke Präsenz auf dem Platz.

Noch mehr sticht jedoch Rechtsverteidiger Philipp Hercher (25) heraus, der mit einer unglaublichen Wucht den Flügel beackert und mit drei Toren gefährlichster Lautrer ist.

Mit einer Mischung aus verschiedenen Faktoren ist also die Trendwende beim FCK zu erklären, der schon wieder drohte, in den Abstiegssumpf der 3. Liga zu versinken. Die frustrierten FCK-Anhänger, die in der vergangenen Saison bis kurz vor Saisonschluss um den Klassenerhalt ihres Vereins bibbern mussten, rechneten schon mit dem Schlimmsten.

Stattdessen könnte der Lautrer Weg nun nach oben gehen. Zumindest der Anschluss an die Aufstiegsplätze ist hergestellt und die Saison ist noch lang.

Titelfoto: IMAGO / Kirchner-Media

Mehr zum Thema 3. Liga: