Kaiserslautern lockt 35-jährigen Top-Spielmacher in die Pfalz: Rote Teufel nun Aufstiegsfavorit?

Kaiserslautern/Köln - Das ist mal ein echter Transfer-Coup! Heimlich, still und leise hat der 1. FC Kaiserslautern einen echt dicken Drittliga-Fisch an Land gezogen. Zwar ist Mittelfeldspieler Mike Wunderlich, der von Viktoria Köln zu den Pfälzern wechselt, bereits 35 Jahre alt. Doch noch immer gilt der Oldie als einer der besten Profis, den die 3. Liga zu bieten hat.

Mike Wunderlich (35, rechts) wechselt von Viktoria Köln nach Kaiserslautern. Er bleibt in der 3. Liga und trifft damit auch in der kommenden Spielzeit auf den FSV Zwickau und Mike Könnecke (links).
Mike Wunderlich (35, rechts) wechselt von Viktoria Köln nach Kaiserslautern. Er bleibt in der 3. Liga und trifft damit auch in der kommenden Spielzeit auf den FSV Zwickau und Mike Könnecke (links).  © Picture Point / Gabor Krieg

Der Standardspezialist verlässt nach 323 Pflichtspielen, in denen er satte 190 Tore schoss, die Viktoria aus Köln und schließt sich den Roten Teufeln an.

Auch seine Leistungsdaten der vergangenen Spielzeit (11 Tore, 7 Vorlagen) zeigen, dass der Routinier noch immer enorme Offensivqualitäten besitzt.

Dass er in den letzten 11 Jahren "nur" für die Kölner kickte, hängt wohl auch mit einer Burnout-Erkrankung zusammen, die bei Wunderlich im Jahr 2011 diagnostiziert wurde, weshalb er sich gegen namhaftere Angebote entschied.

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In Lautern wird Wunderlich mit offenen Armen empfangen.

"Mike Wunderlich ist eine absolute Führungspersönlichkeit. Er hat eine große Erfahrung und bringt die richtige Mentalität mit. Er ist sehr torgefährlich, aber auch in der Vorbereitung sehr effektiv. Wenn ein solcher Spieler auf dem Markt ist, muss man die Chance nutzen. Wir sind sehr froh, dass wir Mike für uns gewinnen konnten", kommentierte FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen die Verpflichtung.

Seinen Anteil am Transfer dürfte auch Lautern-Coach Marco Antwerpen haben, der mit Wunderlich bereits von 2016 bis 2017 bei der Kölner Viktoria zusammenarbeitete.

"Private Gründe" führen die Kölner auf ihrer Webseite als Ursache für den Wechsel an.

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Wird Kaiserslautern durch die Wunderlich-Verpflichtung der Gejagte in der 3. Liga sein?

Die Verpflichtung des neuen FCK-Spielmachers ist eine faustdicke Ansage an die Drittliga-Konkurrenz. Wird Lautern nun zum Aufstiegsfavoriten? Zwar retteten sich die Pfälzer in der Saison 2021/22 erst am vorletzten Spieltag zum Klassenerhalt. Der Trend zeigte in den letzten Spielen unter Trainer Antwerpen (16 Spiele, 5 Siege, 7 Unentschieden, 4 Niederlagen) jedoch klar nach oben.

Zudem deutet sich an, dass Kaiserslautern die zuletzt ausgeliehenen Felix Götze (FC Augsburg) und Jean Zimmer (Fortuna Düsseldorf) auch zur neuen Spielzeit wieder an Bord holt.

Mit denen und dem Ex-Dresdner Rene Klingenburg hat Kaiserslautern ein Gerüst zusammen, das ligaweit seinesgleichen sucht. Wenn Torjäger Daniel Hanslik (sechs Treffer bei seinen sechs letzten Einsätzen) dort weitermacht, wo in der Saison 2020/21 aufgehört macht, kann der FCK oben mitspielen.

Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

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