KFC Uerdingen vor Rückzug in die Regionalliga: Keiner will Ponomarevs Anteile!

Krefeld - Das könnte es also gewesen sein! Der von Skandal zu Skandal eilende Drittligist KFC Uerdingen 05 steht offensichtlich kurz vor dem endgültigen Aus und dem Rückzug in die Viertklassigkeit.

Der KFC Uerdingen 05 ist am Ende. Geht es nun zurück in die sportliche Bedeutungslosigkeit?
Der KFC Uerdingen 05 ist am Ende. Geht es nun zurück in die sportliche Bedeutungslosigkeit?  © Roland Weihrauch/dpa

Investor und Präsident Mikhail Ponomarev steigt bei den Krefeldern aus. Das ist nichts sonderlich Neues (TAG24 berichtete). Am Dienstag sollte dann allerdings dazu über den Verkauf der Anteile des russischen Geschäftsmannes gesprochen werden.

Doch recht schnell wurde an diesem Abend klar: Der Klub scheint nicht mehr zu retten zu sein!

Die Gründe dazu sind mehr als vielschichtig. Allen voran aber zum einen an einer scheinbar völlig verfehlten Finanzpolitik in den vergangenen Jahren und in allerletzter Konsequenz nun, dass sich keiner für die Anteile Ponomarevs zu interessieren scheint.

Wie der Kicker berichtet, sollten Fans und Mitglieder des Vereins am Freitag darüber abstimmen, wer den Zuschlag für die Anteile des einstigen Bundesligisten bekommen würde. Nur wo kein Interessent, da dann logischerweise auch keine Abstimmung.

Und so strudelt der Klub immer weiter in Richtung Abgrund. "Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen erheblich verschlechtert", resümierte Verwaltungsrats-Chef Andreas Galland.

Das Fazit des Noch-Investors Ponomarev begann indes schon mit einem flehenden "Please, don't kill me", ehe er unumwunden offenbarte, dass der Verein "kein attraktives Investment" sei. Außer einer Drittliga-Lizenz hätten die Krefelder nämlich überhaupt nichts vorzuweisen.

Kein Investor, kein Stadion, Schulden und Gerichtsverfahren: Der KFC ist wohl nicht mehr zu retten

Mikhail Ponomarev (46) sieht für den KFC Uerdingen keine Zukunft.
Mikhail Ponomarev (46) sieht für den KFC Uerdingen keine Zukunft.  © Roland Weihrauch/dpa

Und tatsächlich. Die Baustelle "eigenes Stadion" ist bei Weitem nicht die einzige.

Während man wegen der Baufälligkeit im Grotenburg-Stadion seit drei Jahren in der Fremde die Heimspiele absolviert, hat man zudem kein vernünftiges Trainingsgelände, massenhaft Schulden und zahlreiche Gerichtsverfahren - unter anderem wegen ausstehender Zahlungen an ehemalige und aktuelle Mitarbeiter und Spieler (TAG24 berichtete).

Um eine realistische Chance auf einen Verbleib in der 3. Liga zu haben, benötige man bis zu vier Millionen Euro. "Wer will das zahlen? - Niemand!", so der 46-jährige Geschäftsmann.

Ponomarev will auch weiterhin an seinem Entschluss festhalten, zum Saisonende die Segel zu streichen und auch keinen Euro mehr in den Traditionsklub stecken zu wollen.

Bereits im März würde das für den Krisenklub bedeuten, dass es für die kommende Spielzeit keine Lizenz geben würde, sofern es nicht von irgendwo her noch etwas Geld gäbe.

Die bittere Realität hieße dann: Rückzug in die Regionalliga-West.

Fast schon ironisch wirkend beteuert der Noch-Präsident, dass er den Klub "in gutem Zustand" verlassen wolle - und das nur mit einem Rückzug in die vierte Liga möglich wäre.

Ob es dann überhaupt für die vierte Liga reicht, ist indes auch noch nicht sicher. Immerhin: Der eingetragene Verein sowie die Jugendabteilung sollen nicht in Gefahr sein.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa, Roland Weihrauch/dpa

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