Rassismusvorfall bei Drittligaspiel aufgeklärt: Attacke richtete sich gar nicht gegen Opoku!

Duisburg - Mitte Dezember musste die Drittligapartie zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück abgebrochen werden, da es offenbar rassistische Beleidigungen gegen den VfL-Profi Aaron Opoku (22) gab. Doch jetzt ist klar: Der Vorfall war eigentlich ganz anders!

Aaron Opoku (22, r.) verlässt nach den mutmaßlichen Beleidigungen gegen ihn den Rasen.
Aaron Opoku (22, r.) verlässt nach den mutmaßlichen Beleidigungen gegen ihn den Rasen.  © dpa/Revierfoto

Zunächst wurde angenommen, dass eine Person aus den Zuschauerrängen mit Affenlauten nach Opoku gerufen hätte. Am Spielfeldrand diskutierte der Profikicker mit einem Fan, der dafür verantwortlich gewesen sein sollte. Aus beiden Fanlagern im Stadion kamen "Nazis raus"-Rufe. Das Match wurde daraufhin abgebrochen und soll nun am 2. Februar wiederholt werden.

Wie die Polizei am heutigen Donnerstagmorgen mitteilte, gab es den rassistischen Angriff jedoch gar nicht!

Es ergebe sich ein anderes Bild, nachdem "Videoaufnahmen ausgewertet und Spieler, Schiedsrichtergespann, Zuschauer sowie Ordner vernommen" wurden, so die Ermittler. Der Verdacht der Affenlaute konnte nach Einschätzung der Polizei somit nicht bestätigt werden.

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Vielmehr soll ein 55-jähriger Mann "Du Affe kannst auch keine Ecke schießen" gerufen haben. Demnach richtete sich die Attacke nicht gegen Aaron Opoku, sondern gegen Florian Kleinhansl (21), der ebenfalls in der Ecke stand.

Jetzt liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft, die über das weitere Vorgehen entscheiden wird.

MSV Duisburg ist "erleichtert" über Ausgang der Ermittlungen

Der MSV Duisburg sei einer Mitteilung vom gestrigen Mittwochabend zufolge "sehr erleichtert darüber", dass sich der Rassismusverdacht nicht erhärtet hat.

Und weiter: "Wir sind erleichtert, dass mit diesen vorläufigen Ergebnissen unsere Werte, unser Leitbild und unsere weltoffene Stadt nicht nachhaltig beschädigt wurden." Der Verein war vorab über die abgeschlossenen Ermittlungen informiert worden.

Das Wiederholungsspiel wolle der Drittliga-Verein nutzen, "um noch einmal reichweitenstark und deutlich sichtbar für unsere Werte einzustehen, um damit ein klares Signal für den MSV und für Duisburg zu setzen".

Der VfL Osnabrück äußerte sich noch nicht zu den Ermittlungsergebnissen.

Titelfoto: dpa/Revierfoto

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