"Wie mit einem Stück Scheiße": Halle-Profi packt über den KFC Uerdingen aus!

Krefeld - Schmutzige Wäsche ist nichts dagegen! Der ehemalige Spieler des KFC Uerdingen, Selim Gündüz (26), spielt inzwischen beim Drittliga-Kontrahenten Hallescher FC. Für seinen Ex-Klub hat er mehr als deutliche Worte parat.

Selim Gündüz (26) spielt seit dieser Saison für den HFC.
Selim Gündüz (26) spielt seit dieser Saison für den HFC.  © PICTURE POINT / Leipzig Gabor Krieg

Für den einstigen Bundesligist aus Krefeld kommt es dieser Tage knüppeldick. Wobei, eigentlich schon dieser Monate - und überhaupt. Die Entwicklung des Klubs geht in manchen Bereichen schon einige Jahre in die falsche Richtung.

Dem KFC droht inzwischen die Kontopfändung (TAG24 berichtete). Beinahe ein Dutzend ehemalige Spieler warten noch immer auf Teile ihres Gehaltes. Auch Mitarbeiter sollen betroffen sein. Eine Klage jagt die nächste.

Nun meldet sich einer zu Wort, der den Klub ein Jahr lang hautnah miterlebte: Selim Gündüz (26) vom HFC.

Der Deutsch-Türke lief vergangene Saison in zwölf Pflichtspielen für den KFC auf. Eine Zeit, die er so gern streichen wollen würde.

Ein sportlich eher mäßiges Jahr wurde letztlich dann auch von Nebengeräuschen überschattet. Gipfelnd dann darin, dass er vor das Arbeitsgericht in Krefeld ziehen musste, um noch offene Gehaltszahlungen zu erstreiten.

Gericht entscheidet pro Gündüz, der KFC zahlt dennoch nicht - "Da frage ich mich, wie man einen Verein so führen kann"

Selim Gündüz spielte vor Uerdingen und Halle bei seinem Jugendklub VfL Bochum und den SV Darmstadt 98.
Selim Gündüz spielte vor Uerdingen und Halle bei seinem Jugendklub VfL Bochum und den SV Darmstadt 98.  © Boris Roessler/dpa

Das Gericht gab Gündüz recht, der KFC zahlt trotzdem nicht.

"Ich habe vor dem Arbeitsgericht Krefeld gewonnen. Die Zahlung sollte erfolgen und ist nicht erfolgt. Es kann gut sein, dass die Konten des KFC bald gepfändet werden", so der Offensivakteur im Reviersport.

Für das Verhalten seines Ex-Klubs hat er keinerlei Verständnis und holt zum Rundumschlag aus: "In Deutschland gilt Recht und Ordnung, Gesetze und richterliche Beschlüsse zählen. Der KFC versucht aber scheinbar, sich darüber hinwegzusetzen."

Harte Worte vom 26-Jährigen. Doch sie sind wohl mehr als begründet.

Was die Krefelder scheinbar völlig schamlos praktizieren, lässt viele in der Branche aufhorchen. Für Gündüz ein Zustand, der inakzeptabel ist.

Er fühlt mit seinen Ex-Kollegen und packt interessante Details zu auch weiterhin offenen Gehaltszahlungen aus: "Die Spieler des KFC tun mir einfach leid. Ich habe jetzt auch nach unserem Spiel am Dienstag mit einigen Jungs gesprochen, und die haben mir erzählt, dass sie zum Teil schon zwei Monate auf ihre Gehälter warten."

Für Gündüz ein Unding. "Da frage ich mich, wie man einen Verein so führen kann, wenn man seit Jahren nicht fähig ist, pünktlich und regelmäßig seinen Zahlungen nachzukommen?" und weiter: "Wie oft stand der KFC schon wegen fehlender Gehaltszahlungen in der Presse, wie oft haben Spieler, Trainer, Mitarbeiter gegen den Klub vor dem Arbeitsgericht geklagt?"

Der einstige Jugendspieler des VfL Bochum lässt an den handelnden Personen in Uerdingen kein gutes Haar. Zu groß scheinbar seine Wut auf die Geschäftspraktiken der handelnden Personen.

Selim Gündüz suchte sich psychische Hilfe: "Da wird mit den Spielern umgegangen wie mit einem Stück Scheiße"

Mikhail Ponomarev (44). Der Russe ist Mäzen des KFC Uerdingen.
Mikhail Ponomarev (44). Der Russe ist Mäzen des KFC Uerdingen.  © Roland Weihrauch/dpa

Die Entlassung des damaligen Trainers Heiko Vogel war für ihn auch sportlich der Anfang vom Ende. In der, wie er sagt "verdammt unglücklichen Zeit" danach war für ihn schnell klar: Er muss weg aus Uerdingen.

Er wurde nach dem Vogel-Aus "einfach links liegen gelassen", so der Neu-Hallenser.

Der respektlose Umgang ihm gegenüber bedeutete schließlich "die schlimmste Zeit meines Lebens. Mental und psychisch." Gündüz suchte sich sogar psychische Hilfe, wie er nun zugibt.

So wenig Menschlichkeit wie beim KFC, habe er "nirgendwo zuvor" so erlebt. "Da wird mit den Spielern umgegangen wie mit einem Stück Scheiße."

Rumms!

Für so ziemlich alle Profis dieser Welt hat er entsprechend einen Rat: "Ich würde niemandem raten, zum KFC Uerdingen zu wechseln – für kein Geld der Welt."

Geld, für das er und viele andere dann auch noch vor Gericht kämpfen müssen und mussten...

Titelfoto: PICTURE POINT / Leipzig Gabor Krieg , Roland Weihrauch/dpa

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