Solidarität? Nein Danke! Profis des KFC Uerdingen wollen nicht auf Geld verzichten

Krefeld - Durch die deutschen Profiligen rollt eine Welle der Solidarität. Insbesondere in der Fußball-Bundesliga verzichten Spieler reihenweise auf ihre Gehälter, um den Klubs in der Corona-Krise zu helfen. Nicht so beim KFC Uerdingen.

Seit Sommer 2018 beim Drittligisten: Kevin Großkreutz (31).
Seit Sommer 2018 beim Drittligisten: Kevin Großkreutz (31).  © Marius Becker/dpa

Egal ob Bayern München oder Borussia Dortmund in Liga 1, Dynamo Dresden oder der VfL Bochum in Liga 2. Die Spieler verzichten auf Teile ihres Gehalts, manche sogar auf alles, um dem Klub und den Mitarbeitern in der Corona-Krise unter die Arme zu greifen.

Beim KFC Uerdingen in Liga 3 sieht das Ganze etwas anders aus.

"Wir sind verwundert darüber, dass bei den Spielern der Solidaritätsgedanke noch nicht so ausgeprägt zu sein scheint, wie es europaweit in der gesamten Gesellschaft der Fall ist", so KFC-Geschäftsführer Frank Strüver, der in der "Rheinischen Post" unter anderem davon spricht, dass Gespräche mit den Spielern diesbezüglich "bislang fruchtlos verlaufen" sind.

Zugegebenermaßen hinkt der Vergleich zwischen dem Krefelder Traditionsklub und dem großen FC Bayern ein wenig. Ein Spieler in Liga 3 verdient natürlich bei Weitem nicht so viel, wie es Kicker in der zweiten oder gar ersten Liga tun. 

Entsprechend sind Rücklagen oder Sicherheiten möglicherweise nicht ganz so da, wie bei den Marco Reus' und Thomas Müllers dieses Planeten.

Bislang keine Einigung mit Großkreutz, Kirchhoff und Co.

Michail Ponomarew, Präsident des KFC Uerdingen.
Michail Ponomarew, Präsident des KFC Uerdingen.  © Guido Kirchner/dpa

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es gerade beim KFC Uerdingen Spieler gibt, die deutlich über dem Liga-Schnitt verdienen dürften. Ob Weltmeister Kevin Großkreutz (31), Ex-Bayern-Kicker und Kapitän Jan Kirchhoff (29) oder Innenverteidiger Dominic Maroh (33).

Warum genau die Gespräche ins Leere liefen, ist derzeit nicht bekannt. Gut möglich ist aber auch, dass der Verein eine gewisse Aktie daran haben könnte, dass sich die Spieler derzeit quer stellen.

Wirklich ruhig war es in den letzten Jahren beim von Investor Mikhail Ponomarev gestützten Klub nie so wirklich.

Die Kassen scheinen sich jedoch auch in Krefeld zu lichten, wie Strüver mitteilte. "Schon jetzt macht sich die Krise allein durch die fehlenden Einnahmen aus den Spielen gegen Duisburg und 1860 München bemerkbar", der die Aussichten auf "wahrlich nicht rosig" einstufte.

Titelfoto: Marius Becker/dpa ; Guido Kirchner/dpa

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