Lübeck mit Fehlstart: VfB kann Aufstiegs-Schwung nicht mitnehmen und zahlt viel Lehrgeld!

Lübeck - So hat man sich den Start in die 3. Liga im hohen Norden nicht vorgestellt! Aufsteiger VfB Lübeck ist nach sieben Spieltagen Tabellenletzter und wartet weiter auf den erlösenden ersten Saisonsieg.

VfB-Coach Rolf Martin Landerl feierte am Samstag seinen 45. Geburtstag und hatte sich von seinem Team einen Sieg gewünscht. Umso bitterer dürfte für ihn die Niederlage in letzter Minute gewesen sein. (Archivbild)
VfB-Coach Rolf Martin Landerl feierte am Samstag seinen 45. Geburtstag und hatte sich von seinem Team einen Sieg gewünscht. Umso bitterer dürfte für ihn die Niederlage in letzter Minute gewesen sein. (Archivbild)  © Axel Heimken/dpa

Symbolcharakter für die bisherige Saison hatte die Partie am Samstag gegen den Halleschen FC (2:3). Die Grün-Weißen gingen in Führung, kamen auch nach dem 1:2-Rückstand noch einmal zurück und liefen dann im eigenen Stadion in der 90. Minute in einen Konter, an dessen Ende der HFC zum Sieg traf.

Obwohl die Gegner den Lübeckern immer wieder gute, mannschaftlich geschlossene und engagierte Leistungen attestieren, muss der VfB bisher sehr viel Lehrgeld zahlen. Man merkt der Mannschaft von Trainer Rolf Martin Landerl (45) an, dass sie sich an die Qualität der neuen Spielklasse erst noch gewöhnen muss.

Denn das Niveau in der Regionalliga Nord ist bekanntlich deutlich schwächer als das in der 3. Liga. Dort werden die Fehler, die der VfB immer wieder macht, deutlich schneller bestraft.

Obwohl man den Grün-Weißen auch den Mut nicht absprechen kann, lassen Erfolgserlebnisse weiter auf sich warten. Dabei wussten die Verantwortlichen um die Schwere der Aufgabe und haben den Kader mit gleich mehreren höherklassig erfahrenen Akteuren verstärkt.

Ob Mirko Boland, Sebastian Hertner, Soufian Benyamina, Martin Röser oder Nico Rieble: sie alle sind Leute mit viel Profierfahrung. Boland spielte beispielsweise für Eintracht Braunschweig in der 1. Bundesliga und absolvierte auch 170 Zweitliga-Partien.

Patrick Hobsch (M.), Sohn von Ex-Bundesligaprofi Bernd, ist gemeinsam mit Martin Röser der Top-Torschütze des VfB Lübeck.
Patrick Hobsch (M.), Sohn von Ex-Bundesligaprofi Bernd, ist gemeinsam mit Martin Röser der Top-Torschütze des VfB Lübeck.  © Picture Point / Sven Sonntag
Abwehrspieler Ryan Malone war beim VfB Lübeck gesetzt und wird nach seiner fragwürdigen Roten Karte gegen Dynamo Dresden in der Innenverteidigung vermisst.
Abwehrspieler Ryan Malone war beim VfB Lübeck gesetzt und wird nach seiner fragwürdigen Roten Karte gegen Dynamo Dresden in der Innenverteidigung vermisst.  © Picture Point / Sven Sonntag

VfB Lübeck ist die Schießbude der 3. Liga

Lübecks Keeper Lukas Raeder musste schon 15 Mal hinter sich greifen.
Lübecks Keeper Lukas Raeder musste schon 15 Mal hinter sich greifen.  © Picture Point / Sven Sonntag

Dennoch wirken die Auftritte der Grün-Weißen gerade defensiv manchmal ein wenig naiv. Die Kampfstärke und Mentalität der neuen Spielklasse haben sie noch nicht vollends angenommen bzw. sind noch in der Eingewöhnungsphase.

Viel Zeit bleibt ihnen dafür allerdings nicht mehr. Denn der Druck wächst auch in der Hansestadt. Schließlich droht Lübeck langsam aber sicher den Anschluss an das untere Tabellenmittelfeld zu verlieren, wenn man nicht bald den ersten befreienden Dreier einfährt.

Mit nur zwei Punkten aus sieben Spielen und einem Torverhältnis von 8:15 wird deutlich, dass der VfB in der Abwehr seine Probleme hat und zu viel zulässt. Keine andere Mannschaft hat aktuell mehr Gegentore kassiert!

Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt momentan vier Punkte, weshalb noch immer alles möglich für den Traditionsverein ist.

Am Freitag (19 Uhr) hat man die nächste Chance. Dann muss man beim FC Viktoria Köln antreten, der bis zu diesem Wochenende ein Spitzenteam war. Doch am Samstag verlor die Truppe von Trainer Pavel Dotchev beim neuen Tabellenführer FC Hansa Rostock gleich mit 1:5! Nun stellt sich die Frage: Ist das gut für Lübeck, weil Viktoria verunsichert ist oder schlecht, weil die Kölner eine Reaktion zeigen wollen und werden? Man darf gespannt sein!

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

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