Würzburg-Beben nach massivem Fehlstart: Kickers schmeißen Torsten Ziegner raus!

Würzburg - Das war ein kurzes Intermezzo! Die Würzburger Kickers haben sich von Chefcoach Torsten Ziegner (43) getrennt. Nach nur etwa drei Monaten im Amt und lediglich einem Sieg aus elf Liga-Partien zog der Tabellenvorletzte der 3. Liga nun die Reißleine.

Schluss für Würzburg-Coach Torsten Ziegner (43).
Schluss für Würzburg-Coach Torsten Ziegner (43).  © Daniel Karmann/dpa

Die Mainfranken machten am Montagvormittag das offiziell, was schon gemutmaßt wurde:

Torsten Ziegner wird ab sofort nicht mehr die Geschicke an der Seitenlinie des Zweitliga-Absteigers leiten.

Zudem nimmt auch sein Assistent Michael Hiemisch (51) seinen Hut.

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Es ist die Konsequenz aus nur sieben Punkten aus den ersten elf Liga-Spielen.

Erfolgreich war Ziegner mit seinem Team lediglich im bayrischen Landespokal, wo er mit drei Siegen über unterklassige Teams das Viertelfinale erreichte.

Dennoch haben die Leistungen und Ergebnisse in der Liga Bände gesprochen. Es krankte seit Monaten an der Offensive. Zu 15 Gegentoren kamen bislang lediglich fünf magere Trefferchen in der 3. Liga.

Ligaweit ist das die Negativ-Spitze, selbst der Tabellenletzte TSV Havelse traf zweimal mehr.

"Intensive und ausführliche Analyse des bisherigen Saisonverlaufs" zwingt die Kickers zu diesem Schritt

Der Klub nannte dies entsprechend auch als die Hauptgründe für die Trennung.

Die "intensive und ausführliche Analyse des bisherigen Saisonverlaufs" hätte ergeben, dass eine Trainerentlassung unumgänglich sei. Vor allem "die erreichten Ergebnisse sowie die fehlende Entwicklung und Stabilisierung der Mannschaft" waren der Klubführung ein Dorn im Auge.

Somit kehrt auch weiterhin keine Ruhe und Nachhaltigkeit auf der Würzburger Bank ein. Nach der Trennung von Bernd Hollerbach (51) im Sommer 2017 gaben sich insgesamt sechs Coaches den Trainerstuhl in die Hand.

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In Würzburg läuft es sportlich aktuell so gar nicht.
In Würzburg läuft es sportlich aktuell so gar nicht.  © Timm Schamberger/dpa

Hollerbach-Nachfolger Stephan Schmidt (45) flog ebenfalls wie jetzt Ziegner nach etwa drei Monaten.

Gleichfalls verlor Marco Antwerpen (49) nach seinem Amtsantritt im September 2020 im November desselben Jahres seine Anstellung.

Bernhard Trares (56, November 2020 bis April 2021) ging ebenfalls nach nur kurzer Zeit. Interimscoach und Vorstand Sport Sebastian Schuppan (35) und Ralf Santelli (53, von April bis Juni 2021) waren Ziegners Vorgänger und wickelten den Abstieg in die 3. Liga ab.

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Der Neustart wurde mit dem 43-Jährigen allerdings völlig versemmelt.

Für Ziegner ist es nach knapp sechs Jahren beim FSV Zwickau und anderthalb beim Halleschen FC die dritte Entlassung seiner Trainer-Laufbahn.

Sebastian Neumann (30) und Dieter Wirsching (48) werden ab Dienstag interimsweise Training leiten. Für den Vorstandsvorsitzenden der Kickers, Christian Jäger (53), ist das Ziel derweil klar.

Und zwar, dass "bis zum kommenden Auswärtsspiel bei Viktoria Köln am 17. Oktober [ein neuer] Cheftrainer" vorgestellt werden kann.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa, Timm Schamberger/dpa

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