Bundesliga-Kolumne: Gähnende Langeweile an der Tabellenspitze im Saison-Endspurt

Deutschland - Spannung im Titelrennen bis zum Saisonende? Nicht an der Tabellenspitze der 1. Fußball-Bundesliga! Durch den 1:0-Sieg des FC Bayern München bei Borussia Dortmund ist der Meisterschaftskampf vorzeitig entschieden.

Dieser eine Moment sorgt nun für Langeweile im Titelkampf: BVB-Keeper Roman Bürki (r.) bekam die rechte Hand noch an den Lupfer von Bayerns Joshua Kimmich, konnte ihm aber keine entscheidende Richtungsänderung mehr verpassen.
Dieser eine Moment sorgt nun für Langeweile im Titelkampf: BVB-Keeper Roman Bürki (r.) bekam die rechte Hand noch an den Lupfer von Bayerns Joshua Kimmich, konnte ihm aber keine entscheidende Richtungsänderung mehr verpassen.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

Eine geniale Aktion des deutschen Nationalspielers Joshua Kimmich reichte dem FCB im Gigantentreffen am 28. Spieltag für den Dreier, der zur Folge hat, dass die Münchner sieben Punkte Vorsprung auf den BVB haben.

Bei nur noch sechs Partien erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass sich die Bayern noch die Butter vom Brot nehmen lassen.

Zwar spielt das Team von Trainer Hansi Flick noch bei Bayer 04 Leverkusen (6. Juni, 15.30 Uhr) und daheim gegen Borussia Mönchengladbach (13. Juni, 18.30 Uhr), zwei sehr gute Gegner.

Denen kann man in einer Partie durchaus einen Sieg oder zumindest ein Unentschieden gegen den FCB zutrauen.

Doch davon abgesehen hat man machbare Kontrahenten wie Fortuna Düsseldorf (30. Mai, 18.30 Uhr), den SV Werder Bremen (16. Juni, 20.30 Uhr), den SC Freiburg (20. Juni, 15.30 Uhr) und den VfL Wolfsburg (27. Juni, 15.30 Uhr) vor der Brust.

Dass der FCB bei diesem Restprogramm sieben Zähler auf die anderen Spitzenteams verliert, kann nahezu ausgeschlossen werden. So stehen die Münchner dicht vor der achten Meisterschaft in Folge - was nicht gerade für die Qualität in Deutschlands Eliteklasse spricht!

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl schreibt in seiner Spieltagskolumne diesmal über die Langeweile an der Tabellenspitze der 1. Bundesliga.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl schreibt in seiner Spieltagskolumne diesmal über die Langeweile an der Tabellenspitze der 1. Bundesliga.  © Federico Gambarini/Martin Meissner/dpa-Pool/dpa

Bayer 04 Leverkusen, RB Leipzig und dem BVB fehlt im Vergleich zum FC Bayern München die Konstanz

RB Leipzig spielte gegen Hertha BSC nur 2:2 und verpasste deshalb den Sprung auf Platz zwei. Damit liegen die "Roten Bullen" nun sogar neun Punkte hinter dem FC Bayern.
RB Leipzig spielte gegen Hertha BSC nur 2:2 und verpasste deshalb den Sprung auf Platz zwei. Damit liegen die "Roten Bullen" nun sogar neun Punkte hinter dem FC Bayern.  © Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

Diese ist fraglos richtig gut und natürlich gehört die Bundesliga noch immer zu den besten Ligen der Welt.

Allerdings fehlt den Spitzenvereinen neben dem FC Bayern seit Jahren die Konstanz und Qualität, um sich über eine Saison gesehen mit den Münchnern messen zu können. Auch deswegen sorgte die Englische Woche bei neutralen Fußballfans für Ernüchterung, denn so kommt zumindest ganz oben in Zeiten von Geisterspielen noch weniger Stimmung auf.

Dabei gibt es mit dem BVB, RB Leipzig und Leverkusen eigentlich gleich drei Mannschaften, die außergewöhnlich stark sind.

Da jedoch alle drei Vereine vornehmlich auf viele junge, entwicklungsfähige Spieler setzen, fehlt ihnen im Vergleich zu den Münchnern in den entscheidenden Momenten die Abgeklärtheit. Das zeigt sich in dieser Saison nun wieder. Man kann nur hoffen, dass es in den kommenden Jahren spannender wird und es im Idealfall sogar mal einen anderen Meister gibt.

Denn auf Dauer tut diese Eintönigkeit dem deutschen Profifußball mit Sicherheit nicht gut.

Titelfoto: Federico Gambarini/Martin Meissner/dpa-Pool/dpa

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