Corona-Folgen für den Fußball: Eintracht-Sportvorstand Bobic mit verheerender Prognose

Frankfurt am Main - Die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie auf die Fußball-Bundesliga werden nach Ansicht von Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic (49) noch lange nachwirken.

Eintracht-Frankfurt-Sportvorstand Fredi Bobic (49).
Eintracht-Frankfurt-Sportvorstand Fredi Bobic (49).  © dpa/Uwe Anspach

"Der wirtschaftliche Schaden wird die nächsten ein, zwei Jahre nachhaltig sein", sagte er am Sonntag in der Sendung "Doppelpass" von Sport1. Die Corona-Krise habe bereits ein Umdenken bei den Proficlubs bewirkt, auch was Spielerverpflichtungen und Personalkosten angehe.

"Man muss es tun, um Kosten zu senken. Es gab schon einen Einbruch von knapp 60 Prozent während der Transferperiode im vergangenen Sommer, was erschreckend war", sagte Bobic. In diesem Winter und im nächsten Sommer werde es ebenfalls "sehr überschaubar" sein.

Zudem sei zu erwarten, dass sich die Gehaltsspirale, die vor der Pandemie noch einmal nach oben gegangen sei, "um einiges gesunden" werde. Er prophezeite jedoch auch: "Es wird auch viel mehr arbeitslose Fußballspieler geben."

Bei der Eintracht würden die Spieler noch bis zum 30. Juni mit einem Gehaltsverzicht dazu beitragen, dass der Club die Corona-Zeit gut überstehen könne. "Mit den Jungs zu reden, dass sie auf Teile des Gehalts und auf Prämien verzichten müssen, war kompliziert", berichtete Bobic. "Das macht überhaupt keinen Spaß, es zu tun, aber es war notwendig."

Die Eintracht sei in den vergangenen Jahren auch wirtschaftlich auf einem guten Weg gewesen. "Wir waren auf einem Umsatzrekordniveau, bei dem wir die 300 Millionen Euro geknackt hätten. Dann kam die Pandemie und wir sind bei 280 Millionen stehen geblieben", sagte der frühere Nationalstürmer.

Joshua Zirkzee als neuer Stürmer für Eintracht Frankfurt? Sportvorstand Fredi Bobic bevorzugt Leihe

Wird Joshua Zirkzee (19) vom FC Bayern München der neue Stürmer der Frankfurter Eintracht?
Wird Joshua Zirkzee (19) vom FC Bayern München der neue Stürmer der Frankfurter Eintracht?  © dpa/Matthias Balk

Ein in den vier Jahren aufgebautes Eigenkapital von 60 Millionen sei in dem vergangenen Jahr "Tschüss und weg" gewesen. Zugleich versicherte er: "Wir kommen bis zum Sommer gut über die Runden."

Bobic bevorzugt bei der angestrebten Verpflichtung eines neuen Stürmers eine Ausleihe. "Es macht Sinn zu leihen, weil wir nicht wissen, was im Sommer sein wird", so der Eintracht-Sportvorstand mit Blick auf die unabwägbare wirtschaftliche Situation der Fußball-Bundesliga in der Corona-Krise.

In seinem Fokus ist weiter besonders FC Bayern Münchens Nachwuchsangreifer Joshua Zirkzee (19). "Ein sehr talentierter Spieler, den wir interessant finden", bekräftigte Bobic. Sollte es mit einem Engagement nicht klappen, werde man sich um einen "Spieler, wie er einer ist" bemühen.

Konkrete Namen wollte der Eintracht-Sportchef nicht nennen. Die Hessen sind auf Stürmersuche, weil der Niederländer Bas Dost (31) in der Winterpause zum FC Brügge gewechselt war.

Nicht ausgeschlossen ist für Bobic offenbar auch eine Verlängerung des Vertrages mit dem Japaner Makoto Hasebe. "Es ist faszinierend, wie er aktuell wieder spielt. Um so älter, desto besser, wie der Wein", sagte Bobic.

"Eigentlich sollte es sein letztes Jahr bei uns sein. Entscheiden tut am Ende der Spieler." Der Defensivspieler ist seit 2014 im Verein und wird am 18. Januar 37 Jahre alt.

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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