DFL beschließt Hygienekonzept! Unterschiedliche Zuschauerzahlen "Wettbewerbsverzerrung"?

Deutschland - Leitfaden einstimmig angenommen! Die 36 Profivereine der 1. Bundesliga und 2. Bundesliga haben das optimierte Hygienekonzept in den Statuten der Deutschen Fußball Liga verankert. 

Die DFL hat gemeinsam mit den 36 Profivereinen das optimierte Hygienekonzept in den Statuten verankert.
Die DFL hat gemeinsam mit den 36 Profivereinen das optimierte Hygienekonzept in den Statuten verankert.  © Friso Gentsch/dpa-pool/dpa

Das wurde auf der DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag in Frankfurt/Main beschlossen.

Das medizinisch-hygienische Arbeitsschutz-Konzept der "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" sieht weiterhin strenge Hygienemaßnahmen, regelmäßige Testungen, permanentes Monitoring und angepasste organisatorische Abläufe im Spiel- und Trainingsbetrieb vor. 

Im Vergleich zu früheren Versionen wurde vor allem in Bezug auf die Organisation rund um den Spielbetrieb und das jeweilige Testungsschema eine Gliederung in drei Stufen der Pandemie-Aktivität vorgenommen.

Das Level "hoch" gilt ab 35 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner im jeweiligen Landkreis der Klubs und den angrenzenden Landkreisen, das Level "mittel" zwischen fünf und 35 Neuinfektionen. In beiden Fällen sind weiter mindestens zwei Tests in der Woche vorgesehen. 

Das Level "niedrig" gilt unterhalb von fünf Neuinfektionen und macht mindestens einen Test pro Woche nötig. Bei hohem Pandemie-Level muss der letzte Test frühestens 36 Stunden vor dem Anstoß des folgenden Spiels erfolgen, bei mittlerem und niedrigem Level frühestens 52 Stunden vorher.

Darüber hinaus ging es auch um die unterschiedlichen Verfügungslagen zur Zulassung von Zuschauern. Diese sind für die 36 Profivereine keine Wettbewerbsverzerrung. "Ich würde das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung mal stecken lassen, aber das hat heute auch keiner gezogen", sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga. 

Deutsche Fußball Liga hofft auf bundeseinheitliche Zuschauer-Regelungen

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat die Vereine auf eine anspruchsvolle Saison eingeschworen.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat die Vereine auf eine anspruchsvolle Saison eingeschworen.  © Frank Rumpenhorst/dpa

"Das trifft für mich auch nicht den Kern." Selbst mit einigen Zuschauern werde wegen der Corona-Pandemie unter sehr besonderen Voraussetzungen gespielt.

"Ich finde es viel zu hoch geschossen, von Wettbewerbsverzerrung zu sprechen", erklärte Seifert.

In Leipzig hatten die zuständigen Behörden am Dienstag bekanntlich grünes Licht für die Zulassung von bis zu 8500 Zuschauern bei Heimspielen von RB gegeben.

In Berlin sieht die Corona-Verordnung dagegen bis zu 5000 Fans vor, während in anderen Bundesländern dagegen keine oder nur wenige Hundert Zuschauer zugelassen werden.

"Grundsätzlich" sei die DFL dafür, dass es zu einer "bundeseinheitlichen Regelung" kommt, sagte Seifert. Das sei bei der Mitgliederversammlung kein Streitthema gewesen.

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten hatten zuletzt beschlossen, dass eine Arbeitsgruppe ein Konzept für den Umgang mit Zuschauern auch bei Sportgroßveranstaltungen bis Ende Oktober entwickeln soll. Großveranstaltungen ohne Hygiene- und Sicherheitskonzept bleiben bis Ende Dezember 2020 verboten.

DFL unterstützt Coronavirus-Studien in "finanziell signifikantem" Umfang

Die Deutsche Fußball Liga unterstützt mehrere Studien zur Coronavirus-Pandemie finanziell.
Die Deutsche Fußball Liga unterstützt mehrere Studien zur Coronavirus-Pandemie finanziell.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Um schnellstmöglich mehr über das veränderte Stadionerlebnis zu lernen, werden sich die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund in "finanziell signifikantem" Umfang an mehreren Studien zur Coronavirus-Pandemie beteiligen und diese wissenschaftlich begleiten.

Konkret geplant sind Studien, die Aufschlüsse zur Wiederzulassung von Fans in die Stadien liefern könnten, beispielsweise zu "konkreten Ansteckungsgefahren bei verschiedenen Zuschauerszenarien", sagte Seifert.

"Die Studien beginnen so schnell wie möglich. Wir gehen davon aus, dass wir nach dem Start des Spielbetriebs so schnell als möglich die ersten Ergebnisse vorlegen können."

Weiterhin sollen Zuschauerbewegungen innerhalb und außerhalb der Stadien erforscht werden. 

Eine weitere Studie soll sich auf Aerosole in geschlossenen Räumlichkeiten fokussieren, eine andere auf die Erarbeitung von alternativen Testverfahren.

DFL-Chef Christian Seifert schwört Profiklubs auf enorm knifflige Saison ein

Die Zuschauer sollen diszipliniert Dinge wie die Abstandsregeln einhalten.
Die Zuschauer sollen diszipliniert Dinge wie die Abstandsregeln einhalten.  © Guido Kirchner/dpa

Die gewonnen Erkenntnisse sollen "so früh wie möglich" mit allen interessierten Partien geteilt werden, sagte Seifert. Das gelte insbesondere auch für den gesamten Kultur- und Veranstaltungsbereich.

Der DFL-Boss schwor den deutschen Profifußball außerdem auf eine enorm knifflige Saison ein.

"Die Organisation und Durchführung dieser Spielzeit wird um ein Vielfaches komplizierter als die Beendigung der letzten Spielzeit", sagte er.

"Man muss kein Philosoph und kein Prophet sein, um die Aussage zu treffen, dass dies die anspruchsvollste und schwierigste Spielzeit des professionellen Fußballs in Deutschland wird", fügte Seifert hinzu.

Die 1. und 2. Bundesliga wollen am 18. September in die neue Saison starten. Dabei müssen die Klubs weiterhin vor weitgehend leeren Rängen spielen.

Die DFL und ihre Vereine würden ein "Höchstmaß an Energie" benötigen, um die kommende Saison zu bewältigen, sagte Seifert. Es bedürfe bei der Planung "Besonnenheit und Mut".

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/Guido Kirchner/dpa

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