Nach Geisterspielen: Fan-Organisation wehrt sich gegen personalisierte Tickets

Stuttgart - Die Fan-Interessensgemeinschaft "Unsere Kurve" hat sich vehement gegen die Forderung von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl nach personalisierten Zuschauertickets im Bundesliga-Fußball ausgesprochen. 

Choreo der Fans des VfB Stuttgart bei der Bundesliga-Partie gegen Hoffenheim im Jahr 2019.
Choreo der Fans des VfB Stuttgart bei der Bundesliga-Partie gegen Hoffenheim im Jahr 2019.  © Fabian Sommer/dpa

"Unsere Position ist unverändert: Wir sind gegen personalisierte Tickets", sagte Sprecher Rainer Voller am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. 

Er befürchte auch, dass man die Corona-Krise "dazu missbrauchen könnte, um personalisierte Tickets einzuführen."

Strobl hatte dies angeregt, um Täter nach Schmähgesängen besser ermitteln zu können. (TAG24 berichtete

"Es ist absolut inakzeptabel, wenn bei Fußballspielen Rassismus offen zutage tritt, wenn völlig unschuldige Menschen traktiert werden, nur weil sie anderer Herkunft oder Hautfarbe sind", teilte der CDU-Minister mit. 

Allerdings gibt es - auch auf Betreiben der Ultra-Szene - bei Bundesliga-Spielen nur noch seht selten rassistische Vorfälle. Massive Beleidigungen hatte es gegen Mäzen Dietmar Hopp vom nordbadischen Erstligisten TSG 1988 Hoffenheim gegeben, das DFB-Sportgericht hat die Verfahren aber kürzlich im Zuge der Corona-Krise eingestellt.

Fans und DFL beraten derzeit über das Ende der Geisterspiele

Die Innenminister müssten auf ihrer Konferenz vom 17. bis zum 19. Juni in Erfurt darüber sprechen, ob Eintrittskarten für Fußballspiele in den Profiligen künftig nur noch personalisiert ausgegeben werden dürften, so Strobl.

Fan-Organisationen und Verbände beraten derzeit in einer Arbeitsgruppe mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) darüber, wie bei einem Ende der Geisterspiele wieder eine reduzierte Zahl von Zuschauern in die deutschen Stadien kommen könnte.

Laut Vollmer gibt es keine einheitliche Meinung in der Szene: "Die Mehrheit ist vielleicht sogar dafür, erst wieder mit einer Vollauslastung zu starten. Denn wie will man da eine Auswahl treffen?"

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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