Tor-Spektakel in Frankfurt: Eintracht sichert Punkt nach Doppel-Rückstand gegen Freiburg

Frankfurt am Main - In einem wahren Fußball-Feuerwerk hat Eintracht Frankfurt am 27. Spieltag der Bundesliga ein 3:3 (1:1)-Unentschieden gegen den SC Freiburg erkämpft. Es war der erste Zähler der Eintracht nach dem Restart der Liga nach der Corona-Pause

Eintrachts Martin Hinteregger (l.) im Zweikampf mit Freiburgs Roland Sallai.
Eintrachts Martin Hinteregger (l.) im Zweikampf mit Freiburgs Roland Sallai.  © Arne Dedert/dpa-Pool/dpa

Auf Seiten der Hessen netzten André Silva (35.), Daichi Kamada (79.) und Timothy Chandler (83.) ein. Für die Gäste aus dem Breisgau trafen Vincenzo Grifo (28.), Nils Petersen (67.) und Lucas Höler (69.).

Im Vergleich zur bitteren 2:5-Niederlage gegen den Rekordmeister aus München (TAG24 berichtete) stellte Chefcoach Adi Hütter seine Startformation auf insgesamt vier Positionen um. Lucas Torró durfte nach langer Zeit wieder ran und ersetzte Gelson Fernandes.

Darüber hinaus wurde es offensiver: Bas Dost kam für Danny da Costa und bildete mit Silva eine Doppelspitze. Außerdem begannen Makoto Hasebe und Kamada für Evan N'dicka und Mijat Gacinovic.

Einen ersten Akzent setzte zunächst die Truppe von Trainer Christian Streich: Beim Abschluss des Ex-Frankfurters Gian-Luca Waldschmidt passte Eintracht-Keeper Kevin Trapp jedoch gut auf und entschärfte den Schuss (2.).

Nach einem munteren Auftakt der Gäste spielte sich die SGE ebenfalls erstmals recht gefährlich vor das Freiburger Tor. Dost steckte in Höhe der Mittellinie auf Silva durch, der tanzte kurz vor dem Strafraum noch einen Verteidiger aus, suchte aber dann nicht den direkten Abschluss, sondern steckte auf Filip Kostic durch. Damit war die große Gelegenheit vertan (7.).

Auf durchaus turbulente erste Spielminuten folgte eine kurzzeitige Chancen-Flaute, dennoch ging es munter hin und her, während die Frankfurter ein leichtes Übergewicht für sich verbuchen konnten.

1. Halbzeit: Grifo netzt zur Gäste-Führung ein, Silva gleicht für die Eintracht aus

Daichi Kamada (l.) von Eintracht Frankfurt versucht den Ball gegen Freiburgs Amir Abrashi zu behaupten.
Daichi Kamada (l.) von Eintracht Frankfurt versucht den Ball gegen Freiburgs Amir Abrashi zu behaupten.  © Arne Dedert/dpa-Pool/dpa

Nach einem fast schon stümperhaft ausgeführten Freistoß in der eigenen Hälfte schnappte Sebastian Rode den Freiburgern die Kugel weg und steckte auf den im Strafraum lauerten Dost durch. Das Zuspiel war jedoch zu ungenau, sodass der Abschluss des Niederländers schließlich nur knapp am linken Pfosten vorbeiging (22.).

Und diese vergebene Chance sollten die Hessen bitter bereuen. Denn nur wenige Momente später kombinierten sich die Freiburger in den Strafraum der SGE, wo Grifo letztlich zum Abschluss kam. Seinen Schuss fälschte Hasebe noch leicht ab, somit hatte Trapp keine Chance - 0:1 aus Sicht der Eintracht (28.).

Lange ließen die Frankfurter die Köpfe aber nicht hängen. Rund acht Minuten später zog Kamada in den Sechzehner der Breisgauer, zog ab und fand seinen Meister zunächst in SCF-Keeper Alexander Schwolow. Doch darauf hatte Silva spekuliert und nickte schließlich ins leere Tor - 1:1 (35.). 

Die Hausherren gaben sich damit aber noch nicht zufrieden: Es folgten weitere gute Gelegenheiten für Goalgetter Silva (Ball vertendelt/38.), Kostic (Schwolow mit starker Fußabwehr/40.) und Kamada (erneut parierte der SC-Schlussmann/43.), bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Martin Petersen blieb es aber beim 1:1-Zwischenstand. 

Nach einer Halbzeit war für Torró Schluss, Dominik Kohr übernahm seinen Platz. Am mutigen Auftreten der Gastgeber änderte sich aber nichts. Zunächst setzte Silva einen Schuss knapp flach am Pfosten vorbei (47.), dann hatte erneut Kamada eine dicke Chance.

2. Halbzeit: Eintracht mit fulminantem Auftakt, Freiburg schlägt binnen 60 Sekunden doppelt zu

Makoto Hasebe (r.) und Lucas Torró (m.) bejubeln den Frankfurter Treffer zum 1:1 durch André Silva (l.).
Makoto Hasebe (r.) und Lucas Torró (m.) bejubeln den Frankfurter Treffer zum 1:1 durch André Silva (l.).  © Arne Dedert/dpa-Pool/dpa

Doch der Japaner scheiterte im Eins-gegen-Eins mit dem bärenstarken Schwolow (53.). Und auch einen fein gezirkelten Schuss von Martin Hinteregger konnte der Freiburger Keeper mit den Fingerspitzen am Kasten vorbei lenken (56.) - die Eintracht war zu diesem Zeitpunkt drückend überlegen.

Wer seine Chancen vorne nicht macht, kassiert am Ende hinten. Und auch in diesem Falle bestätigte sich dieses Sprichwort. Nach einem Freistoß von Christian Günter netzte der eingewechselte Petersen ein (67.). Nur 60 Sekunden später ließ Höler das 1:3 folgen (69.) - das Spielgeschehen war somit vollends auf den Kopf gestellt.

Nun mussten frische Kräfte her und Hütter brachte Jonathan de Guzman und Mijat Gacinovic für Rode und Dost (73.). 

Trotz des bitteren Doppelschlags versuchten die Hausherren weiterhin alles - und wurden belohnt. Nach Abstimmungsschwierigkeiten in der Freiburger Abwehr schnappte sich Kamada den Ball und netzte aus kürzester Distanz ein - nur noch 2:3 (79.).

Mit Chandler (kam für Almamy Touré) als viertem frischen Mann suchte die Eintracht ihr Heil weiterhin in der Offensive. Und dieser Wechsel machte sich direkt bezahlt. Eine Flanke von Kostic legte der Außenbahnspieler per Direktabnahme ins Tor (83.).

Aber auch mit dem ohne Frage verdienten Ausgleich gaben sich die Frankfurter nicht zufrieden und drängten weiter auf den Siegtreffer, jedoch ohne Hinteregger, der verletzt für N'dicka Platz machte (90.). Einen Sieger fand dieses irre Spektakel letztlich aber nicht mehr. Für die Eintracht wäre an diesem Abend sicherlich mehr drin gewesen

Für die Eintracht wartet das nächste immens wichtige Spiel im Kampf gegen die drohende Abstiegsangst bereits am Samstagnachmittag (30. Mai/15.30 Uhr). Dann ist die Hütter-Elf beim derzeit stark aufspielenden VfL Wolfsburg zu Gast.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa-Pool/dpa

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