Ex-Eintracht-Offensivmann Fabián: Vom Pokalsieger zum glücklosen Globetrotter

Frankfurt am Main/Juárez (Mexiko) - Es war dieser glorreiche Abend am 19. Mai 2018 im Berliner Olympiastadion. Eintracht Frankfurt hatte soeben die Sensation vollbracht und den übermächtigen FC Bayern München im DFB-Pokalfinale mit 3:1 geschlagen (TAG24 berichtete). Doch so unvergesslich und traumhaft dieser Moment war, so tragisch war er für einen, der danach nie wieder annähernd so erfolgreich sein sollte - Marco Fabián (31).

Marco Fabián (31) während des Trainings in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt. Der Mexikaner schnürte von 2016 bis 2019 die Fußballschuhe für den hessischen Bundesligisten (Archivbild).
Marco Fabián (31) während des Trainings in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt. Der Mexikaner schnürte von 2016 bis 2019 die Fußballschuhe für den hessischen Bundesligisten (Archivbild).  © imago images/Hartenfelser

Doch gehen wir einen Schritt zurück: In der Saison 2015/16 wagte die SGE noch nicht mal, von einem DFB-Pokalfinale oder gar dessen Gewinn zu träumen. Stattdessen steckte man unter der Leitung von Armin Veh (59) tief drin im Abstiegskampf.

Die Folge: Veh musste im März 2016 das Feld räumen, und ein gewisser Niko Kovac (49) übernahm seinen Posten. Nur zwei Monate zuvor war ein vielversprechender mexikanischer Offensiv-Mittelfeldspieler mit dem Namen Fabián für rund 3,7 Millionen Euro Ablöse an den Stadtwald gewechselt.

Unter dem deutsch-kroatischen Fußballlehrer erlebte dieser einen qualitativen Leistungsschub der Extraklasse und verankerte sich damit einhergehend fest in den Herzen der Frankfurter Fans. In seiner ersten Saison bei den Hessen leistete der heute 31-Jährige einen gehörigen Anteil zum erst in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg gesicherten Klassenerhalt, um dann in der Folgesaison so richtig zu explodieren.

Seine Bilanz nach der Saison 2016/17: elf Torbeteiligungen, davon sieben Tore und vier Assists und bester Scorer seines Teams. Die denkwürdige Spielzeit 2017/18, die mit der magischen Nacht von Berlin ein sagenhaftes Ende finden sollte, war für den bullig anmutenden, nur 1,70 Meter großen Kreativkopf jedoch eine zum Vergessen.

Einem schweren Leistenbruch folgte eine Rücken-OP, die Fabián zum Zuschauen verdonnerte. Schließlich absolvierte er nur 7 Ligaspielen mit einem Tor, jedoch war er für das Halbfinale und das Endspiel im DFB-Pokal wieder fit und im Einsatz.

Der Werdegang des Marco Fabián: In Frankfurt geliebt, in den USA, Katar und Mexiko höchstens zweite Wahl

Aktuell kickt Fabián für den FC Juárez in seiner Heimat Mexiko.
Aktuell kickt Fabián für den FC Juárez in seiner Heimat Mexiko.  © Instagram/marcofabian_10

Mit dem Abgang von Kovac und dem Amtsantritt des amtierenden Eintracht-Coaches Adi Hütter (50) begann der endgültige Fall von Marco Fabián.

Er wurde vom österreichischen Übungsleiter aussortiert, ein Wechsel zu Fenerbahce Istanbul platzte. Nach Ablauf seines Vertrages in Frankfurt im Februar 2019 begann eine sportlich wenig erfolgreiche Odyssee.

Zunächst versuchte er sein Glück in der US-amerikanischen Major League Soccer (MLS) bei Philadelphia Union, wo er mit acht Toren und einer Vorlage durchaus überzeugte.

So wirklich glücklich wurde der stets glänzend aufgelegte Nationalspieler Mexikos im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aber nicht, weshalb es ihn im Februar 2020 nach Katar zum von FC Barcelona-Legende Xavi (41) gecoachten al-Sadd Sports Club zog.

Der Wechsel entpuppte sich jedoch als totales Missverständnis. Innerhalb eines halben Jahres stand Fabián lediglich drei Mal auf dem Platz, im August 2020 zog es ihn dann in die Heimat zum FC Juárez, wo er noch immer unter Vertrag steht.

Ob die sportlich glücklose Odyssee des Marco Fabián in seiner Heimat ein versöhnliches Ende findet, wird wohl auch die Partie bei Club América im altehrwürdigen Aztekenstadion am Mittwoch (3.30 Uhr MEZ) zeigen.

Titelfoto: imago images/Hartenfelser

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