Fernsehrechte: Bundesliga kassiert nach neuer DFL-Ausschreibung weniger Geld!

Deutschland - Nicht mehr so viel Geld wie vor der Corona-Krise! Die Fußball-Bundesliga kassiert von 2021 an etwas weniger Kohle als derzeit aus dem Verkauf der Medienrechte.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert muss einen Rückgang bei den Einnahmen durch das Fernsehgeld hinnehmen.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert muss einen Rückgang bei den Einnahmen durch das Fernsehgeld hinnehmen.  © Arne Dedert/dpa

Die Ausschreibung für vier Spielzeiten ergab nach Angaben der Deutschen Fußball Liga am Montag eine Gesamtsumme von 4,4 Milliarden Euro, während die bisher letzte Auktion 4,64 Milliarden Euro erbracht hatte.

Laut DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat vor allem die Kündigung von Eurosport Auswirkungen für die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga

"Aufgrund einiger Entwicklungen werden die 1,35 Milliarden Euro in der kommenden Saison nicht wie geplant stattfinden", sagte der Chef der Deutschen Fußball Liga am Montag. 

"Ob es dann 1,2 Milliarden werden, das sei dahingestellt." Er sprach von ein "paar Meinungsverschiedenheiten mit einem Partner", die man habe. 

"Da möchte ich aber aktuell nicht allzu viel sagen, weil es ein laufendes Verfahren ist", meinte er weiter.

Eurosport hatte sich die Rechte für 40 Punktspiele der Bundesliga gesichert. Nach zwei Spielzeiten mit mäßigem Zuschauererfolg hatte sich der Spartensender im vergangenen Sommer gegen die weitere Nutzung der Rechte entschieden. Der Streamingdienst DAZN erwarb eine Sublizenz. 

Eurosport kündigte den Fernsehvertrag mit der DFL

DAZN überträgt seit der Corona-Krise mehr Spiele für den Rest der Saison.
DAZN überträgt seit der Corona-Krise mehr Spiele für den Rest der Saison.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

In der Corona-Zwangspause kündigte Eurosport den Vertrag. Nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Mai einigte sich die DFL mit DAZN und dem US-Handelsriesen Amazon auf eine Übertragung von einigen Spielen für den Rest der Saison.

Diese wird nach den über zwei Monaten Pause am kommenden Wochenende beendet und damit wie erhofft und geplant vor dem Stichdatum 30. Juni.

Seifert und die Vereine planen nun die Fortsetzung nach der Sommerpause, einen neuen fixen Starttermin gibt es noch nicht.

"Wir gehen alle davon aus, dass wir im September starten werden. Kann ich ihnen das mit Sicherheit sagen? Kann ich nicht", Seifert auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main.

Die Schalte der 36 Profiklubs zuvor hatte sich hauptsächlich um die Medienrechte von 2021 bis 2025 gedreht, es wurde allerdings auch über den Saison-Neustart gesprochen.

Der Wiederanpfiff soll möglichst mit Fans in den Stadien erfolgen. "Wir versuchen, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen", sagte er.

Neue Bundesliga-Saison soll im September starten - mit Zuschauern?

Die Saison 2019/20 wird aller Voraussicht nach wie geplant vor dem 30. Juni beendet sein.
Die Saison 2019/20 wird aller Voraussicht nach wie geplant vor dem 30. Juni beendet sein.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Es gelte, sich jeweils "die Vor-Ort-Situation anzuschauen". Großveranstaltungen mit vielen Zuschauern sind nach den Vorgaben der Politik bis Ende Oktober verboten, Ausnahmen sind aber möglich.

Die Bundesliga ist den anderen europäischen Ligen wie schon beim Neustart nach der Corona-Pause weit voraus. 

Statt des eigentlich Mitte August geplanten Beginns soll es nun, sofern möglich, im September wieder mit Liga-Fußball losgehen.

"Die nächste Saison, die im Idealfall wieder geregelt abläuft, wird 2021/22 sein. Das deutet sich jetzt schon an. Dieser Sommer wird für Klubs in Europa ein ganz herausfordernder", warnte Seifert.

Er stellte die Klubs darauf ein, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen "nach unten korrigieren werden, in allen Belangen."

Die Terminhatz wird im Herbst aus mehreren Gründen nicht kleiner. 

Fußball-Terminkalender ist und bleibt auch in der kommenden Saison vollgepackt

Sky bleibt weiterhin der Hauptübertragspartner der DFL für die Bundesliga.
Sky bleibt weiterhin der Hauptübertragspartner der DFL für die Bundesliga.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Ab September soll auch die Nations League wieder beginnen, zudem kommen internationale Spiele und am Ende einer weiteren aufreibenden Spielzeit steht die Fußball-EM, die nach der coronabedingten Verschiebung genau ein Jahr später von 11. Juni bis 11. Juli stattfinden soll.

"Es ist völlig klar, dass wir uns zwei Ziele stecken. Die neue Saison zu beginnen und die neue Saison zu beenden. 

Beides erfordert einige Überlegungen, sehr viele Pläne und die jederzeitige Bereitschaft, diese Pläne anzupassen und zu ändern", verdeutlichte Seifert.

Wie der Saisonbeginn für die international geforderten Mannschaften aussehen könnte, ist damit auch noch offen. 

Meister FC Bayern München und RB Leipzig treten im August noch beim Champions-League-Turnier in Lissabon an, der VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen und Eintracht Frankfurt sind noch in der Europa League gefordert.

Dort findet das Finalturnier ab dem Viertelfinale in Nordrhein-Westfalen statt, Endspielort ist Köln. Zuvor müssen Wolfsburg, Leverkusen und Frankfurt aber noch ihre Rückspiele aus dem Achtelfinale absolvieren.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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