Fußball-Kolumne: 1. FC Magdeburg verkorkst Start und steckt im Keller fest!

Magdeburg - Es läuft einfach nicht mehr rund beim 1. FC Magdeburg! In der dritten Saison in Folge enttäuscht der FCM und hinkt gerade nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga den eigenen Erwartungen hinterher.

Ladehemmung! Kapitän Christian Beck (l.) hat für den FCM zwar im DFB-Pokal getroffen, in der Liga aber noch nicht. Für Coach Thomas Hoßmang eine schwierige Situation. (Archivbild)
Ladehemmung! Kapitän Christian Beck (l.) hat für den FCM zwar im DFB-Pokal getroffen, in der Liga aber noch nicht. Für Coach Thomas Hoßmang eine schwierige Situation. (Archivbild)  © picture point/Sven Sonntag

Dabei bestand nach dem 16. Oktober wieder ein wenig Hoffnung. In einer verzweifelt wirkenden Maßnahme setzte Trainer Thomas Hoßmang seinen in der Liga torlosen Kapitän Christian Beck und auch Mittelfeldlenker Jürgen Gjasula auf die Bank, strich zudem den formschwachen Angreifer Sören Bertram ganz aus dem Kader und setzte junge, hungrige Spieler ein. 

Die gewannen etwas überraschend mit 2:0 gegen den stark gestarteten Aufsteiger Türkgücü München und fügten dem Neuling die erste Drittliga-Niederlage der Historie zu. Doch zwei Partien später weiß man, dass dieser Erfolg nicht der erhoffte Brustlöser, sondern nur ein Strohfeuer war. 

Die nächsten beiden Begegnungen (1:3 beim SC Verl; 1:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden) wurden nämlich direkt wieder verloren. Nun steht der FCM erneut mit dem Rücken zur Wand. Vier Punkte aus sieben Spielen bei 5:11 Toren sprechen eine deutliche Sprache: Magdeburg ist vorne zu ungefährlich und hinten zu anfällig!

Schon länger steht Geschäftsführer Mario Kallnik in und um Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt für seine Kader-Zusammenstellung in der Kritik. Auch jetzt wirkt die Truppe trotz zweifelsohne guter Einzelspieler nicht homogen. Auf dem Feld haben die Kicker viel zu oft mit sich selbst zu kämpfen, wirken verunsichert, inkonstant und selten wie eine echte Einheit.

TAG24-Redakteur Stefan Bröhl schreibt in seiner wöchentlichen Fußball-Kolumne diesmal über den kriselnden 1. FC Magdeburg.
TAG24-Redakteur Stefan Bröhl schreibt in seiner wöchentlichen Fußball-Kolumne diesmal über den kriselnden 1. FC Magdeburg.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB

Christian Beck, Sören Bertram und Jürgen Gjasula: Leistungsträger des 1. FC Magdeburg suchen ihre Form

Magdeburgs Abwehrchef Tobias Müller (r.) verpasste die ersten Saisonspiele wegen eines Rippenbruchs. Doch auch nach seiner Rückkehr konnte er keine entscheidende sportliche Wende herbeiführen.
Magdeburgs Abwehrchef Tobias Müller (r.) verpasste die ersten Saisonspiele wegen eines Rippenbruchs. Doch auch nach seiner Rückkehr konnte er keine entscheidende sportliche Wende herbeiführen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB

Auch die Leistungsträger um Beck (sechs Liga-Einsätze, kein Tor, keine Vorlage), Bertram (sechs Spiele, kein Treffer, kein Assist) und Gjasula (sechs Partien, kein Tor, drei Vorlagen) spielen bei weitem nicht auf dem Level, das sie normalerweise haben.

Doch angefangen hat der traurige Absturz des FCM schon vor zwei Jahren. Nach der überragenden Saison 2017/18, als man mit 85 Punkten aus 38 Spielen in die 2. Bundesliga aufstieg, ging es bis auf kurze solide Phasen nur noch bergab.

Mit 31 Zählern aus 34 Begegnungen stieg man als Vorletzter direkt wieder ab und blieb nach dem Neuaufbau in der 3. Liga weit unter den eigenen Möglichkeiten. Am Ende stand Magdeburg nach zwei Trainerentlassungen (Stefan Krämer und Claus-Dieter "Pele" Wollitz mussten vorzeitig gehen) und einer unruhigen Saison lediglich auf Rang 14 mit drei Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

So gab es im Sommer direkt wieder den nächsten großen Umbruch. Bis bei solchen Personalrochaden die Mechanismen ineinander greifen, vergeht nun mal Zeit. Die haben die Magdeburger Verantwortlichen mittlerweile aber nicht mehr. Denn im Umfeld wird die Unruhe immer größer, werden die kritischen Stimmen immer lauter. Ob dem FCM eine weitere Beurlaubung eines Übungsleiters allerdings mittelfristig weiterhelfen würde, darf zumindest bezweifelt werden. 

Viel eher müsste endlich mal jemand in Ruhe mit den Spielern arbeiten, sie entwickeln und zu einer Einheit formen können. Das funktioniert bekanntlich am schnellsten mit Erfolgserlebnissen. Wenn sich diese nicht bald einstellen und das Team infolgedessen Selbstvertrauen bekommt, werden die Fußball-Mechanismen beim FCM (erneut) greifen.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB

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