Gladbachs Chefscout Steffen Korell und der schmale Grat zwischen Talentschmiede und Einkauf

Mönchengladbach - Keine einfache Aufgabe! Bei Borussia Mönchengladbach soll wieder mehr auf die eigene Jugend gesetzt werden. Um in der 1. Bundesliga konkurrenzfähig zu bleiben, braucht es aber auch noch externe Hilfe.

Der "Fohlenstall" ist die Talentschmiede von Gladbach. Hier werden junge Spieler ausgebildet. Im besten Fall reicht es zum Bundesliga-Profi.
Der "Fohlenstall" ist die Talentschmiede von Gladbach. Hier werden junge Spieler ausgebildet. Im besten Fall reicht es zum Bundesliga-Profi.  © Tom Jacob

Sportdirektor Max Eberl (47) hatte es angekündigt: Bei der Borussia soll wieder vermehrt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt werden.

"Das wird neue Talente auf den Platz bringen und tut dem deutschen Fußball gut", sagte der Fohlen-Manager gegen Ende der vergangenen Saison.

Spätestens beim Trainingsstart am 3. Juli war zu erkennen, dass dieses Vorhaben auch so umgesetzt wird. Eine gute Hälfte der anwesenden Akteure waren Spieler aus der U23-Mannschaft oder aus noch jüngeren Auswahl-Teams. Selbst ins Trainingslager in Harsewinkel reisten vergangene Woche ein Dutzend Youngsters mit.

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"Wir müssen gucken, dass wir unsere eigenen Jungs, die wir selbst ausbilden, erstmal sehen", sprach sich Gladbachs Scouting-Direktor Steffen Korell (49) zuletzt bei MagentaTV aus.

Erst dann werde man weitere junge Spieler von anderen deutschen Klubs oder gar aus dem Ausland transferieren. Wichtig sei aber: "Unsere Talente müssen immer Priorität haben", so Korell.

Auf den Spuren von Tony Jantschke und Patrick Herrmann: Borussia Mönchengladbach kann viele Talente aufweisen

Steffen Korell (49) ist bei der Borussia das Oberhaupt, wenn es um Talentsichtung, Scoutinganalyse und Transfers geht.
Steffen Korell (49) ist bei der Borussia das Oberhaupt, wenn es um Talentsichtung, Scoutinganalyse und Transfers geht.  © imago images/Jan Huebner

Tony Jantschke (31) und Patrick Herrmann (30) gehören zu den Paradebeispielen: Beide haben den Sprung aus der Gladbach-Jugend zu den Profis geschafft und gehören seit mehr als zehn Jahren zum Bundesliga-Kader.

Doch auch internationale Stars wie Marc-André ter Stegen (29, FC Barcelona), Mahmoud Dahoud (25, Borussia Dortmund) oder Yunus Malli (29, Trabzonspor) entsprangen einst aus dem Fohlenstall.

In diesem Jahr könnte es den nächsten Schub geben! Talente wie Rocco Reitz (19), Conor Noß (20) oder Per Lockl (20) haben in der Saison-Vorbereitung überzeugen können und dürfen sich Hoffnungen auf einen Verbleib im Kader von Cheftrainer Adi Hütter (51) machen.

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Allerdings ist die Elf vom Niederrhein noch nicht in der Lage, die gesamte Mannschaft mit Fußballern aus dem eigenen Nachwuchs aufzufüllen. Um in der Liga weiterhin konkurrenzfähig bleiben und sich für internationale Wettbewerbe qualifizieren zu können, braucht es noch Hilfe von außerhalb.

Seit Januar gehört Joe Scally (18) zur Borussia, Manu Koné (20) kam im Sommer und mit Luca Netz (18), Wunderkind von Hertha BSC, ist das nächste Genie im Anflug. Um die Zukunft muss sich beim Raute-Klub also keiner Sorgen machen!

Titelfoto: Tom Jacob, imago/Jan Huebner (Bildmontage)

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