Bundesliga-Kolumne zum Abstiegskampf: Werder mit dem Rücken zur Wand, Fortuna hat alles in eigener Hand

Deutschland - Der SV Werder Bremen muss um den Klassenerhalt bangen! Die 1:3-Niederlage beim 1. FSV Mainz 05 hat erkennbar Spuren bei den Verantwortlichen hinterlassen, die vorher noch an die Trendwende und die damit verbundene Rettung geglaubt hatten.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt ärgerte sich über die große vergebene Chance seines Teams, Düsseldorf mit einem Sieg zu überholen.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt ärgerte sich über die große vergebene Chance seines Teams, Düsseldorf mit einem Sieg zu überholen.  © Arne Dedert/dpa

Trainer Florian Kohfeldt sprach nach der Partie von "viel Leere" und "dummen Fehlern", die man gemacht hätte.

Das stimmte. Denn vor den Gegentreffern verteidigte Werder - wie so oft in dieser Saison - nicht entschlossen genug und ließ in diesen Szenen weiteres Mal die Bundesliga-Tauglichkeit vermissen.

68 Tore hat Bremen sich in der Liga nun schon gefangen - nur der SC Paderborn 07 ist da mit 71 Gegentoren noch schlechter! 

Und wer weiß, wie die Bilanz aussähe, wenn im Kasten nicht Jiri Pavlenka stehen würde, der seine Mannschaft auch in Mainz mit mehreren teils sensationellen Paraden vor einem noch höheren Rückstand bewahrte?

Es war unverkennbar, dass die Bremer wollten, kämpften und Druck ausübten. Doch ihnen fehlten im Mittelfeld die Ideen und teilweise auch die Struktur. Als wäre all das noch nicht genug, wurden erneut die Schwächen in der Offensive deutlich.

Es wurden wieder einmal zu viele gute Gelegenheiten vergeben! So macht sich Werder das Leben selbst noch schwerer. Am letzten Spieltag muss man selbst gegen den 1. FC Köln gewinnen und ist zudem auf Schützenhilfe des 1. FC Union Berlin angewiesen, der sang- und klanglos mit 0:4 bei der TSG 1899 Hoffenheim unterging und nicht den Hauch einer Chance hatte.

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner Bundesliga-Kolumne mit dem Abstiegskampf, genauer gesagt mit dem Fernduell zwischen dem SV Werder Bremen (r.) und Fortuna Düsseldorf.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner Bundesliga-Kolumne mit dem Abstiegskampf, genauer gesagt mit dem Fernduell zwischen dem SV Werder Bremen (r.) und Fortuna Düsseldorf.  © Marius Becker/Arne Dedert/dpa

SV Werder Bremen ist auf Schützenhilfe des 1. FC Union Berlin gegen Fortuna Düsseldorf angewiesen

Fortuna-Coach Uwe Rösler bemängelte die fehlende Frische seiner Mannschaft nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg.
Fortuna-Coach Uwe Rösler bemängelte die fehlende Frische seiner Mannschaft nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg.  © Marius Becker/dpa

Doch dort spielt mit Felix Kroos immerhin ein ehemaliger Bremer, der vielleicht mit dafür sorgen wird, dass die Köpenicker gegen Fortuna Düsseldorf wieder anders auftreten.

Ob das allerdings zu dem aus Werder-Sicht benötigten Sieg reicht, bleibt abzuwarten. 

Denn Düsseldorf bewies beim 1:1 gegen den FC Augsburg ebenso Moral, wie beim 2:2 bei RB Leipzig und bei der äußerst unglücklichen 0:1-Niederlage in letzter Sekunde gegen Borussia Dortmund.

Nun hat man zwei Punkte und vier Tore Vorsprung auf Werder. Ein Remis in Berlin-Köpenick würde also reichen.

Das ist dem Team von Trainer Uwe Rösler nach einer Woche Pause durchaus zuzutrauen, obwohl auch seine Mannschaft auf dem Zahnfleisch ging: "Wir hatten nicht die geistige Frische."

Dazu bemängelte der Coach die "fehlende Struktur beim Spiel mit dem Ball." Das soll in sechs Tagen nun anders werden, ist zumindest seine Hoffnung.

Kohfeldt und Werder wünschen sich hingegen, dass Fortuna dem Druck nicht standhält, man so den ersten Abstieg seit 40 Jahren vorläufig verhindern kann und über den Umweg Relegation gegen den Dritten der 2. Bundesliga doch noch den Klassenerhalt feiern kann. Die Chancen darauf sind allerdings gering.

Titelfoto: Marius Becker/Arne Dedert/dpa

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