Leere Ränge beim Rheinderby Gladbach gegen 1. FC Köln: "Es gibt Wichteres als Fußball"

Mönchengladbach/Köln - Ausgerechnet die von den Fans heiß erwarteten Derbys Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln und Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04 dürfen wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus nur ohne Publikum stattfinden.

Das leere Stadion in Mönchengladbach.
Das leere Stadion in Mönchengladbach.  © Roland Weihrauch/dpa

Erstmals überhaupt werden in Mönchengladbach am Mittwoch (18.30 Uhr) bei einem Bundesligaspiel keine Zuschauer zugelassen.

Das Rheinderby sollte ursprünglich bereits am 9. Februar ausgetragen werden, wurde damals aber wegen des Orkantiefs "Sabine" verschoben.

"Jetzt ist der Tag eingetreten, den wir uns alle nicht gewünscht haben", sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers, der vor allem an die finanziellen Folgen dachte: "Das trifft den Verein Borussia Mönchengladbach bis ins Mark."

Alle Zuschauer, die sich eine Karte gekauft haben, bekommen ihr Geld zurück. 

Über das Prozedere soll in der kommenden Woche entschieden werden. Laut Schippers gehen dadurch Einnahmen in Höhe von rund zwei Millionen Euro flöten.

Das Problem: Weder Clubs, noch die Deutsche Fußball Liga sind für solche Fälle versichert. 

Die Borussia vom Niederrhein warnte vor allem für kleinere Clubs vor erheblichen Folgen. "Betrifft das ein Spiel, werden das mehrere Spiele sein? Wo führt das hin?", sagte Schippers. 

Ziemlich sicher werden weitere Geisterspiele folgen. "Borussia Mönchengladbach wird es weiter geben", sagte Sportchef Max Eberl. "Ich weiß nicht, was das für Auswirkungen für kleinere Vereine in der 2. und 3. Liga hat."

Strengere Vorgaben wegen Ausbreitung des Coronavirus

Das Rheinderby zwischen Gladbach und dem 1. FC Köln wird ohne Fans ausgetragen werden.
Das Rheinderby zwischen Gladbach und dem 1. FC Köln wird ohne Fans ausgetragen werden.  © Roland Weihrauch/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte, Veranstaltungen ab einer Größe von 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen. 

Dem will NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nachkommen und bereitete einen entsprechenden Erlass im Kabinett vor. Ermessensspielraum für die Kommunen gibt es nun erst einmal nicht.

Eberl kann dies nachvollziehen. "Die Gesellschaft steht über dem Sport. Natürlich haben wir jetzt einen Nachteil davon. Aber es gibt Wichtigeres als Fußball", sagte der 46-Jährige.

Allerdings findet das Rheinderby nun unter völlig anderen Voraussetzungen als ursprünglich geplant statt. 

Anfang Februar lagen die Gladbacher nur drei Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München und der FC schwebte in akuter Abstiegsgefahr. 

Aktuell sind die Borussen zunächst aus den Champions-League-Rängen gerutscht und die Kölner kommen mit dem Selbstbewusstsein von drei Siegen aus vier Spielen seit der Spielabsage. 

Zudem ist der Heimvorteil für Gladbach futsch. "Es macht überhaupt keinen Sinn, rumzujammern", sagte Gladbachs Coach Marco Rose indes. "Die Situation ist für alle nicht leicht."

Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach Max Eberl, Trainer Marco Rose und Geschäftsführer Stephan Schippers (v.l).
Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach Max Eberl, Trainer Marco Rose und Geschäftsführer Stephan Schippers (v.l).  © Roland Weihrauch/dpa

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

Mehr zum Thema 1. Bundesliga:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0