Rudi Völler attackiert SPD-Mann Lauterbach: "Populistisch"

Leverkusen – Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler (60) hat den Gesundheitsexperten Karl Lauterbach (SPD) wegen dessen anhaltender Kritik am DFL-Konzept zur Fortführung der Fußball-Bundesliga scharf attackiert.

Rudi Völler (60) kritisierte die Aussagen Karl Lauterbachs zum DFL-Hygienekonzept.
Rudi Völler (60) kritisierte die Aussagen Karl Lauterbachs zum DFL-Hygienekonzept.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Völler warf dem Harvard-Absolventen und Epidemiologen ungerechtfertigte und populistische Aussagen zum Umgang der Deutschen Fußball Liga mit dem Coronavirus vor. 

"Aber bei Herrn Lauterbach, der ja selbst Mediziner ist und auf dieser Tatsache seinen Expertenstatus begründet, waren und sind einige Behauptungen einfach nicht wahr", befand Völler im Interview des "Kölner Stadt-Anzeigers".

Konkret nannte der 60 Jahre alte ehemalige Bundestrainer aber nur Lauterbachs Behauptungen, die DFL nehme mit ihren vielen Tests der Profis der Allgemeinheiten Test-Kapazitäten weg. 

"Herr Lauterbach ist nicht nur in dieser Frage schlicht und ergreifend populistisch unterwegs", befand Völler. "Jedes Testlabor in Deutschland" würde das Gegenteil behaupten.

Völler sagte indes auch, dass er Kritik der Wissenschaftler und Mediziner annehme, "wenn sie schlüssig, nachvollziehbar und auf Faktenbasis vorgebracht wurde". Lauterbach hingegen, der seinen Wahlkreis in Leverkusen hat, brüskiere mit seiner Haltung "Top-Leute" wie etwa DFB-Chefmediziner Tim Meyer.

Lauterbach hält dagegen

Karl Lauterbach (57) ist Bundestagsabgeordneter der SPD und Gesundheitsexperte.
Karl Lauterbach (57) ist Bundestagsabgeordneter der SPD und Gesundheitsexperte.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Lauterbach hatte sich bereits mehrmals kritisch über die Pläne der DFL zur Bundesligafortsetzung geäußert.

So wies er unter anderem auf mögliche Folgeschäden durch Training mit einer unentdeckten Covid-19-Erkrankung hin (TAG24 berichtete). Zudem habe der Fußball eine Vorbildfunktion für die Gesellschaft.

Auf Völlers Kritik antwortete Lauterbach via Twitter. Völler sei ein "fairer ehrlicher Sportler, super sympathisch". Aber seine Kritik sei "ohne jede Substanz".

Lauterbach beendet seinen Kommentar mit einer Einschätzung: "Ich würde mich freuen, wenn alle Spieler gesund blieben und ich Unrecht gehabt hätte. Allein, ich kann es leider nicht glauben..."

Titelfoto: Bildmontage Rolf Vennenbernd/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa

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