Mega-Spannung im Abstiegskampf der 1. und 3. Liga!

Deutschland - Die Lage im Abstiegskampf spitzt sich immer weiter zu! In der 1. Bundesliga sind fünf Teams in unmittelbarer Gefahr, zwei könnten noch unten reinrutschen. Der FC Schalke 04 dürfte nach dem Offenbarungseid am Samstag hingegen bald als Absteiger feststehen.

Sead Kolasinac (27, l.) und Benjamin Stambouli (30) konnten dem FC Schalke 04 in Freiburg keinerlei Stabilität verleihen.
Sead Kolasinac (27, l.) und Benjamin Stambouli (30) konnten dem FC Schalke 04 in Freiburg keinerlei Stabilität verleihen.  © DPA/Tom Weller

Bei der 0:4-Packung in Freiburg war der Aufwind von zwei zuvor soliden Auftritten komplett verflogen. Von Beginn an waren die Knappen phasenweise schwer unterlegen und durften sich mehrfach bei Keeper Ralf Fährmann (32) bedanken, der das Ergebnis noch im halbwegs vernünftigen Rahmen hielt.

Hätten die Breisgauer munter weitergespielt, hätten die defensiv ganz schwach agierenden Königsblauen vermutlich eine derbe Klatsche kassiert. Spätestens jetzt ist jegliche Chance auf den Klassenerhalt dahin. Schon am Dienstag (20.30 Uhr) könnte der Abstieg endgültig feststehen, wenn Schalke das Duell mit dem Fünfzehnten Arminia Bielefeld nicht gewinnt. Es wäre nur folgerichtig.

Und es ist nicht davon auszugehen, dass der DSC mit angezogener Handbremse spielt. Schließlich braucht das Team von Trainer Frank Kramer (48) selbst noch einige Punkte, um in der Liga zu bleiben.

Das 0:0 am Wochenende beim FC Augsburg war wenig überraschend eine richtig schwache Partie, doch Bielefeld ist seit drei Begegnungen ungeschlagen und hat in den vergangenen fünf Spielen nur drei Gegentreffer kassiert, ist daher im Rahmen der beschränkten eigenen Möglichkeiten gut in Form.

Das lässt sich über Hertha BSC dagegen nicht sagen. Die Alte Dame kann aufgrund der Corona-Quarantäne überhaupt nicht eingreifen und muss untätig zuschauen, was die Konkurrenz macht. Im Saisonendspurt erwartet die Berliner dann ein echtes Mammutprogramm. Ob das Team von Kulttrainer Pal Dardai (45) dem standhalten kann?

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal mit dem Abstiegskampf in der 1. sowie 3. Liga und der aussichtslosen Situation beim FC Schalke 04.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal mit dem Abstiegskampf in der 1. sowie 3. Liga und der aussichtslosen Situation beim FC Schalke 04.  © DPA/Tom Weller

1. FC Köln und SV Werder Bremen unter Druck, 1. FSV Mainz 05 weiter mit Rückenwind

Bremens Außenverteidiger Thedor Gebre Selassie (34) traf gegen Borussia Dortmund ins eigene Tor. Auch sonst war die klare Pleite ein herber Rückschlag für Werder.
Bremens Außenverteidiger Thedor Gebre Selassie (34) traf gegen Borussia Dortmund ins eigene Tor. Auch sonst war die klare Pleite ein herber Rückschlag für Werder.  © dpa/Guido Kirchner/dpa-Pool

Mit dem Rücken zur Wand steht auch der 1. FC Köln, bei dem der Trainerwechsel erstmal verpuffte. Neu-Coach Friedhelm Funkel (67) kassierte mit den Geißböcken eine klare 0:3-Niederlage im Derby bei Bayer 04 Leverkusen, hat weiterhin drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und Hertha sowie vier auf Bielefeld.

Wenn der FC nicht schnellstmöglich zurück in die Erfolgsspur findet, steht am Ende wohl der nächste Abstieg aus der 1. Bundesliga. Der nächste Gegner macht nämlich wenig Mut auf Besserung: Köln empfängt in der Englischen Woche RB Leipzig (Dienstag, 18.30 Uhr). Ein Erfolg ist trotz der Torschwäche der Roten Bullen nur schwer vorstellbar.

Anders sieht es beim 1. FSV Mainz 05 aus, der zwar ebenfalls zum Zuschauen verdammt war, aber gut in Form ist. Nach dem verschobenen Spiel gegen Hertha steht das nächste brisante Duell an: Mainz reist am Mittwoch (20.30 Uhr) zum SV Werder Bremen und kann den Kontrahenten mit einem Sieg überholen. Der musste eine deftige 1:4-Abreibung bei Borussia Dortmund hinnehmen.

Damit liegen die Grün-Weißen nur noch vier Zähler vor Hertha. Weitere Niederlagen würden die Lage an der Weser erheblich verkomplizieren. Nach fünf Pleiten und zwei 1:4-Niederlagen in Folge müssen bei Coach Florian Kohfeldt (38) endgültig die Alarmglocken schrillen. Man bedenke die vergangene Saison. Neben dem SVW sind auch die TSG 1899 Hoffenheim (32 Punkte) und der FC Augsburg (33 Zähler) noch nicht gänzlich aus dem Schneider. Es bleibt also weiter spannend.

SpVgg Unterhaching, VfB Lübeck und KFC Uerdingen mit Pleiten, 1. FC Kaiserslautern feiert Derbysieg

Der 1. FC Kaiserslautern feierte im Derby mit dem Erzrivalen 1. FC Saarbrücken einen ganz wichtigen Heimsieg.
Der 1. FC Kaiserslautern feierte im Derby mit dem Erzrivalen 1. FC Saarbrücken einen ganz wichtigen Heimsieg.  © dpa/Uwe Anspach

Auch in der 3. Liga kämpfen noch viele Vereine um den Klassenerhalt. Die SpVgg Unterhaching konnte den Sieg gegen Dynamo Dresden nicht veredeln, verlor mit 0:1 beim SV Wehen Wiesbaden und hat nun sechs Punkte Rückstand zum rettenden Ufer.

Ähnlich bitter lief es für den VfB Lübeck, der beim SV Waldhof Mannheim mithielt, letztlich aber knapp mit 2:3 verlor und vier Zähler zurückliegt.

Eng wird es auch für den KFC Uerdingen, bei dem die Entlassung von Coach Stefan Krämer (54) keinen Impuls brachte.

Das Team von Interimstrainer Stefan Reisinger (39) verlor beim SC Verl klar mit 0:3 und war insgesamt chancenlos. Mit solchen Leistungen wird es nichts mit dem Ligaverbleib!

Ganz anders trat der 1. FC Kaiserslautern auf. Die Roten Teufel bezwangen im Derby den 1. FC Saarbrücken mit 2:1, haben den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze wiederhergestellt und den Druck auf den FC Bayern München II wieder erhöht.

Der FCK ist nun seit vier Partien ungeschlagen und arbeitet sich langsam aus dem Keller heraus - ganz so, wie es dem 1. FC Magdeburg zuletzt gelungen ist.

FC Bayern München II rutscht immer weiter ab, SV Meppen ebenfalls in Gefahr

Der Meister der Vorsaison, der FC Bayern München II um Abwehrriese Jamie Lawrence (18, l.) und Kapitän Nicolas Feldhahn (34, r.), spielt zu inkonstant und liegt nur noch ein Tor vor dem ersten Abstiegsplatz.
Der Meister der Vorsaison, der FC Bayern München II um Abwehrriese Jamie Lawrence (18, l.) und Kapitän Nicolas Feldhahn (34, r.), spielt zu inkonstant und liegt nur noch ein Tor vor dem ersten Abstiegsplatz.  © Picture Point/Gabor Krieg

Die Bayern dürften darüber alles andere als glücklich sein. Die U23 des Deutschen Rekordmeisters muss aufgrund der engen Personalsituation der Bundesliga-Mannschaft immer wieder Spieler abstellen.

Das kann der FCB momentan nicht kompensieren und ist nun tief ins letzte Tabellendrittel abgerutscht, obwohl man zuletzt gar nicht mal schlecht spielte. Gegen Tabellenführer FC Hansa Rostock hielt man gut mit, verlor aber dennoch unglücklich mit 0:1. Zuvor holte man in letzter Sekunde ein 2:2-Remis beim FC Ingolstadt 04, weil Zwei-Meter-Riese Jamie Lawrence (18) in der Nachspielzeit traf.

Die vier Pleiten zuvor gegen gleich drei direkte Konkurrenten (Lübeck, SV Meppen, 1. FC Magdeburg, dazu den SC Verl) haben die Münchner jedoch in die Bredouille gebracht. Die kommenden Begegnungen (am Dienstag, 19 Uhr, beim FSV Zwickau) sind daher enorm wichtig für den FCB!

Gleiches gilt für Meppen, das sich zwar ein 0:0 in Ingolstadt ermauerte, aber nur noch drei Punkte vor Kaiserslautern liegt und in der Offensive auch nach der Beurlaubung von Trainer Torsten Frings (44) zu harmlos agiert.

Der MSV Duisburg (38 Punkte) und Magdeburg (38) wirken momentan hingegen gefestigt, während sich der Vorsprung des Halleschen FC (39) noch als trügerisch erweisen könnte, wenn die Mannschaft nicht endlich wieder konstanter punktet und sich vor den letzten Spieltagen aus dem Abstiegssumpf befreit.

Titelfoto: DPA/Tom Weller

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