Nach BVB-Streit: Ex-Schiri Rafati kritisiert DFB und fordert Schutz für Felix Zwayer

Berlin - Der ehemalige Bundesliga-Referee Babak Rafati (51) hat in der Diskussion um Felix Zwayer (40) Partei für den Schiedsrichter ergriffen und den DFB zum Umdenken aufgefordert.

DFB-Schiedsrichter Babak Rafati (51) leitete vor seinem Suizidversuch zwischen 2005 und 2011 insgesamt 84 Partien der 1. Bundesliga.
DFB-Schiedsrichter Babak Rafati (51) leitete vor seinem Suizidversuch zwischen 2005 und 2011 insgesamt 84 Partien der 1. Bundesliga.  © Jens Wolf/dpa

Es sei ein desaströses Problem im Profi-Fußball sowohl bei Spielern als auch Unparteiischen, dass man in der Fehlerkultur davon ausgehe, er pausiere und würde dann wieder zu sich kommen, sagte der 51-Jährige dem TV-Sender Sky in einem Interview am Donnerstag.

"Das ist das Schlimmste, was es gibt. Du musst dem Spieler oder dem Schiedsrichter sofort die Chance geben, wieder rauszugehen und zu zeigen, dass er es kann", so Rafati.

Nach Meinung des Ex-Schiris sind Sperren nach Fehlern kontraproduktiv. Diese würden einen komplett runterreißen, es entstünden Selbstzweifel, es gehe an die Psyche.

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"Ich finde das komplett verantwortungslos, mit Menschen, mit Spielern, mit Schiedsrichtern so umzugehen. Du musst Fehler klar bekennen, du musst darüber sprechen", forderte der frühere Kollege.

Zwayer war nach dem Top-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München (2:3) heftig vom BVB kritisiert worden.

Besonders hart hatte Riesentalent Jude Bellingham (18) den 40-Jährigen verbal attackiert und dem Referee in Anspielung auf den 17 Jahre alten Schiedsrichterskandal um Robert Hoyzer (42) indirekt sogar Bestechlichkeit vorgeworfen.

Felix Zwayer (40, r.) mit BVB-Youngstar Jude Bellingham (18) beim Spiel gegen den FC Bayern München.
Felix Zwayer (40, r.) mit BVB-Youngstar Jude Bellingham (18) beim Spiel gegen den FC Bayern München.  © Bernd Thissen/dpa

Babak Rafati verlangt Aufklärung im Fall Felix Zwayer

Den Gerichtsakten zufolge soll Zwayer, der den Skandal mit aufdeckte, damals wie Hoyzer Geld angenommen haben.

Man könne ihm nichts unterstellen, sagte Rafati. Da müsse der DFB jetzt klar Position beziehen. "Sie müssen ihren Mann schützen oder sie müssen Dinge aufdecken, die noch nicht an der Öffentlichkeit sind."

Nach Angaben von DFB-Schiedsrichterchef Lutz-Michael Fröhlich (64) soll der Berliner vorerst keine Spiele des BVB mehr leiten, er habe von sich aus eine Auszeit genommen.

Titelfoto: Bildmontage: Bernd Thissen/dpa, Jens Wolf/dpa

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