Reiner Calmund will Gehälter für Fußballprofis senken

Saarlouis/Leverkusen – Der frühere Fußball-Manager Reiner Calmund (71) spricht er sich dafür aus, die Gehälter der Fußballprofis zu reduzieren. Auch würde er die Bundesliga-Saison wieder stoppen, falls sich die Lage in der Coronavirus-Pandemie wieder verschlechtert.

Der ehemalige Fußballfunktionär Reiner Calmund (71) wurde als Hauptverantwortlicher der Fußballabteilung bei Bayer Leverkusen bekannt.
Der ehemalige Fußballfunktionär Reiner Calmund (71) wurde als Hauptverantwortlicher der Fußballabteilung bei Bayer Leverkusen bekannt.  © Oliver Dietze/dpa

Dem ehemaligen Manager ist aber bewusst, dass der Plan, "diese Wahnsinnsgehälter zu reduzieren", nur schwer umsetzbar sei. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte er am Freitag: "Aber das wird schwer, da will die EU nicht mitspielen."

Auf "vielleicht 250.000 Mark" bezifferte der frühere Top-Funktionär das Gehalt eines Spitzenspielers zu seiner Leverkusener Anfangszeit im Jahr 1976.

"Die Fernsehgelder für die ganze Liga betrugen nur 5,8 Millionen Mark. Heute sind es 1,2 Milliarden Euro", meinte Calmund. Deshalb seien heute Millionen-Gehälter keine Seltenheit.

Das ehemalige Manager-Schwergewicht, der nach einer Magenbypass-Operation im Januar 50 Kilogramm abgenommen hat, lobte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für ihr Hygiene-Konzept rund um die Geisterspiele.

"Man muss sagen, dass die Bundesliga ein perfektes und striktes Gesundheitskonzept durchzieht", sagte Calmund.

Reiner Calmund würde Bundesliga stoppen, wenn die Corona-Infektionsrate steigt

Derzeit sind in der Bundesliga nur Geisterspiele ohne Zuschauer und mit einem strengen Hygienekonzept möglich.
Derzeit sind in der Bundesliga nur Geisterspiele ohne Zuschauer und mit einem strengen Hygienekonzept möglich.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Manche Vereine hätten ohne die Fortsetzung der Bundesliga "ernsthafte wirtschaftliche Probleme" bekommen. 

"Ohne Geisterspiele würden der Liga wegen TV und Zuschauern 750 Millionen Euro fehlen.

So fehlen nur 130 Millionen Zuschauereinnahmen, die nach Fernsehgeld, Sponsoring und Transfers trotz des internationalen Zuschauer-Rekords nur die viertwichtigste Einnahmequelle sind", rechnete Calmund vor.

"Sollte die Infektionsrate steigen, muss man die Situation neu bedenken und zur Not wieder stoppen", sagte der ehemalige Manager.

"Ich bin 71 und Risikokandidat. Die Gesundheit ist das Allerwichtigste. Wenn ich den Fußball der Gesundheit vorziehen würde, müssten sie mich sofort in die geschlossene Anstalt einweisen", meinte Calmund.

Titelfoto: Oliver Dietze/dpa

Mehr zum Thema 1. Bundesliga:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0