Darum profitieren reiche Clubs laut Wissenschaftler von den Geisterspielen

München/Berlin - Sportwissenschaftler Martin Lames warnt vor langfristigen Schäden für die Fußball-Bundesliga durch die Geisterspiele in der Corona-Pandemie.

Der Sportwissenschaftler bezeichnete die Geisterspiel-Situation in der Bundesliga als "fatal". (Symbolbild)
Der Sportwissenschaftler bezeichnete die Geisterspiel-Situation in der Bundesliga als "fatal". (Symbolbild)  © 123RF/sportgraphic

"Was die finanziellen Unterschiede in der Liga betrifft, sind fehlende Zuschauer fatal", sagte der Münchner der "Augsburger Allgemeinen" am Donnerstag.

Ohne Zuschauer gewinne noch häufiger das Team mit dem großen Budget und den teuren Spielern, sagte Lames.

Der ohne Zuschauer fehlende Heimvorteil verstärke deshalb die bestehenden Ungleichheiten noch zusätzlich. Dies sei eine große Bedrohung für die Bundesliga.

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"Es ist nachgewiesen, wie Fans ihr Heimteam stärken, diesen Zusammenhang können wir in der Sportwissenschaft als etabliert betrachten", betonte der Professor für Trainingswissenschaft und Sportinformatik.

"Unterlegene Teams benötigen diese Extra-Unterstützung, um trotz ihrer geringeren sportlichen Fähigkeiten zu gewinnen", betonte Lames.

Der Wissenschaftler empfahl bei einer Wiederöffnung der Stadien für Zuschauer eine einheitliche Lösung, weil er sonst Wettbewerbsnachteile befürchtet: "Es wäre sehr ungerecht und für die Bundesliga auch ungünstig, wenn einzelne Mannschaften von laxeren Corona-Regeln profitieren. Für eine etwaige Öffnung der Stadien für Zuschauer muss eine solidarische und einheitliche Lösung für die gesamte Bundesliga her."

Titelfoto: 123RF/sportgraphic

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