Von wegen "bitte, recht freundlich": Bundesligisten verzichten aufs Mannschaftsfoto

Berlin - Zur Sommerpause gehört's dazu wie Testspiele und Trainingslager. Das Mannschaftsfoto der Profi-Vereine, auf dem der Spielerkader, Betreuerstab und - sofern vorhanden - ein Maskottchen in die Kamera grinsen. Mehrere Bundesligisten machen laut Bild zur Saison 2021/22 Schluss damit. Ganz ausgelächelt hat es sich dann aber doch nicht.

Da ist das Ding. Wie in guten alten Zeiten setzt Arminia Bielefeld auch 2021/22 auf das Mannschaftsfoto.
Da ist das Ding. Wie in guten alten Zeiten setzt Arminia Bielefeld auch 2021/22 auf das Mannschaftsfoto.  © Friso Gentsch/dpa

Wer sich aber jetzt Sorge macht, dass der Platz im traditionellen Sonderheft leer bleibt: Das ist nicht der Fall.

Bayer 04 Leverkusen, die Spielvereinigung Greuther Fürth und der 1. FC Union Berlin setzen auf eine digitale Form der Spieler-Collage.

Den Vorteil einer solchen Praxis erklärt stellvertretend der Köpenicker Pressechef Christian Arbeit (46) gegenüber Bild: "Wir können sie immer wieder anpassen, bis die Transferperiode beendet ist und dann haben wir ein korrektes Motiv."

Aus der Traum: Doch keine Zuschauer bei Fußballspielen in NRW
Fußball Bundesliga Aus der Traum: Doch keine Zuschauer bei Fußballspielen in NRW

Das heißt nix anderes, als dass flexibel auf den frühen Foto-Zeitpunkt wegen der Fertigstellung der Sonderhefte und Fußball-Beilagen reagiert werden kann.

Schließlich verändert sich das Gesicht der Spielerkader von Erst-, Zweit, oder Drittligisten bis zum Ende der Transferperiode. Auch wenn Profis zum Zeitpunkt des Mannschaftsfotos aus terminlichen oder gesundheitlichen Gründen fehlten, kann dies problemlos nachbearbeitet werden.

Kein Profi wird durch digitale Montage vergessen, Individualität der Mannschaftsfotos entfällt ein Stück

Auch bei Hertha BSC hieß es: "Bitte recht freundlich" und der Auslöser wurde gedrückt.
Auch bei Hertha BSC hieß es: "Bitte recht freundlich" und der Auslöser wurde gedrückt.  © Michael Hundt/dpa

Was durch eine digitale Montage natürlich wegfällt, ist Individualität.

Unvergessene und witzige Mannschaftsfoto-Aktionen, wie die hochgezogene Hose von Thorsten Legat (heute 52) oder der Popo-Blitzer von Torsten Mattuschka (40) fallen damit wohl künftig unter den Tisch.

Dafür stehen auf den am Computer erstellten Mannschaftsbildern die Profis noch sauberer in Reih und Glied als beim herkömmlichen Teamfoto, auf das immerhin noch 15 von 18 Vereinen der 1. Bundesliga setzen.

Titelfoto: Michael Hundt/dpa

Mehr zum Thema Fußball Bundesliga: