"Was für ein Widerspruch": Didier Deschamps teilt gegen Bundesliga aus

Paris - Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hält gar nichts von Geisterspielen im Fußball. Aus diesem Grund kritisierte er nun auch die Fußball-Bundesliga.

Didier Deschamps findet an der deutschen Idee von Geisterspielen keinen Gefallen.
Didier Deschamps findet an der deutschen Idee von Geisterspielen keinen Gefallen.  © -/AP/dpa

So sagte der 51-Jährige gegenüber "Le Parisien": "Es sieht zwar nach Fußball aus. Ich werde aber nicht über das Tempo oder die Intensität sprechen. Einige Bilder scheinen mir zusammenhanglos zu sein."

Harte Worte für den deutschen Fußball, der sich zuletzt vermehrt für Geisterspiele nach der Corona-Pause ausgesprochen hatte.

"Auf der einen Seite sehe ich Spieler, die Zweikämpfe führen, Kontakt haben und zusammenstoßen. Dann sehe ich auf der Tribüne maskierte Ersatzspieler, die zwei Meter voneinander entfernt sitzen", ergänzte Deschamps.

"Sie befinden sich in derselben Umgebung und kommen wahrscheinlich gleich ins Spiel. Ist das Risiko auf der Tribüne höher? Was für ein Widerspruch. Das gefällt mir nicht", sagte er.

Mit seinen Aussagen schloss sich der Franzose den Worten seines spanischen Kollegen Luis Enrique (50) an, der früher bereits gesagt hatte: "Ohne Publikum zu spielen, ist trauriger, als mit der eigenen Schwester zu tanzen."

Kleiner Trost für Liebhaber des deutschen Fußballs: Das Lächeln von Didier Deschamps während des Interviews dürfte ein klarer Beleg dafür sein, dass er das Ganze nicht hundertprozentig ernst gemeint hat.

Didier Deschamps (r.) zusammen mit dem portugiesischen Nationaltrainer Fernando Santos (rechts) und Joachim Löw, Nationaltrainer von Deutschland.
Didier Deschamps (r.) zusammen mit dem portugiesischen Nationaltrainer Fernando Santos (rechts) und Joachim Löw, Nationaltrainer von Deutschland.  © Christian Charisius/dpa

Didier Deschamps kritisiert die Bundesliga, doch auch England und Spanien bekommen ihr Fett weg

Nicht zuletzt betonte er auch, dass für ihn die Gesundheit von Spielern und Fans oberste Priorität habe und wichtiger sei als wirtschaftliche Interessen.

Neben den Deutschen übte er daher auch Kritik an den Engländern und Spaniern, die bereits die Wiederaufnahme der Premier League und der La Liga planen.

Dass sich der Trainer große Worte durchaus leisten kann, dürfte bekannt sein: Immerhin holte er 2018 mit der französischen Nationalmannschaft den Weltmeister-Titel.

Titelfoto: -/AP/dpa

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