Check zum Saison-Start: Das sind die Aufstiegs-Kandidaten der 2. Bundesliga

Gelsenkirchen - Ab Freitag ist es endlich wieder so weit! Die neue Saison in der 2. Bundesliga beginnt. Das illustre Feld der Teilnehmer prägen klangvolle Namen aus dem Norden und Westen der Bundesrepublik wie Hamburg, Schalke und Bremen sowie traditionsreiche Vereine aus dem Osten wie die Aufsteiger Dynamo Dresden und Hansa Rostock. Für welches Team erfüllt sich der große Traum vom Aufstieg in die Bundesliga? TAG24 wirft einen Blick auf die Kandidaten, die das Aufstiegsrennen unter sich ausmachen könnten und beleuchtet deren Chancen.

Schalke 04: Der Wiederaufstieg muss her

Simon Terodde (32) weiß, wo das Tor steht. Er soll Schalkes Torgarant werden.
Simon Terodde (32) weiß, wo das Tor steht. Er soll Schalkes Torgarant werden.  © Guido Kirchner/dpa

Was für eine Seuchen-Saison für S04! Nur 16 Punkte, dafür 86 Gegentore. Schalke 04 ist in der abgelaufenen Spielzeit zweifellos hochverdient aus der 1. Bundesliga abgestiegen.

Ebenso sicher ist das Ziel für die neue Saison der Wiederaufstieg. Möglich machen soll ihn Zweitliga-Bomber Simon Terodde (32), der vom HSV nach Gelsenkirchen wechselt.

Auch an die Zulieferung für den Torjäger wurde gedacht: Marius Bülter (28), Dominick Drexler (31) und Reinhold Ranftl (27) sollen Terodde mit Bällen füttern. Außerdem prägen viele talentierte Youngster das Bild des Kaders. Ein Beispiel dafür ist Malick Thiaw, der mit erst 19 Jahren neuer Abwehr-Chef werden soll.

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Mit Danny Latza (32) führt ein erfahrener Kämpfer mit spielerischen Qualitäten die Liga an. Streift Trainer Dimitrios Grammozis (43) die Negativ-Erfahrungen aus der vergangenen Rückrunde ab und können die Blau-Weißen mit der Erwartungshaltung, der Gejagte zu sein, umgehen? Dann führt an Schalke im Aufstiegskampf kein Weg vorbei.

Prognose: Top-Favorit auf den Aufstieg

Hamburger SV: Bloß nicht die vier vollmachen

Dank einer Systemumstellung will Tim Walter (45) den HSV zurück ins Oberhaus führen.
Dank einer Systemumstellung will Tim Walter (45) den HSV zurück ins Oberhaus führen.  © Uwe Anspach/dpa

Wenn Du einen Hamburger Fan nach seiner Lieblingszahl fragst, wird er bestimmt nicht mit "vier" antworten. Nachdem der HSV dreimal in Folge auf dem 4. Platz gelandet ist, wird er nun in seiner vierten Zweitliga-Saison erneut versuchen, in die Bundesliga zurückzukehren.

Helfen soll dabei ein neuer Trainer. Tim Walter (45) prägte mit seiner prägnanten Spielphilosophie bereits einen eigenen Hashtag namens #Walterball.

Mit einem neuen Spielsystem laufen die Rothosen auf. Die Mittelfeld-Raute, mit der ausgerechnet Erzrivale Bremen lange erfolgreich war, soll es künftig richten.

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Neu ist auch der mögliche Torjäger: Nachdem Terodde zum Auftaktgegner Schalke gewechselt ist, muss nun sein Ersatz Robert Glatzel (27) treffen. Der verhalf zuletzt Mainz 05 zum Klassenerhalt. Wichtiger als neue Spieler, Trainer oder Taktiken ist jedoch die Frage, ob sich in Hamburg eine Euphorie entwickeln kann, die größer als die Furcht vom Versagen ist.

Mit wackligen Beinen hat der Klub die Rückkehr in die Bundesliga zuletzt verspielt. Davon können die letzten Trainer - Hrubesch, Thioune, Hecking, Wolf, und Titz - ein Lied singen.

Prognose: Aufstiegskandidat, aber Vorsicht vor dem Hang zu Platz 4.

SV Werder Bremen: Großer Umbruch, zu wenig Aufstiegsqualität?

Ömer Toprak (32) wurde beim SV Werder zum Kapitän gewählt, aber bleibt er überhaupt in Bremen?
Ömer Toprak (32) wurde beim SV Werder zum Kapitän gewählt, aber bleibt er überhaupt in Bremen?  © Tom Weller/dpa

2004 war der Verein noch Deutscher Meister. Mittlerweile ist die Talfahrt vom SV Werder Bremen in der 2. Bundesliga geendet. Mit Markus Anfang (47) steht der Klub nicht nur namenstechnisch, sondern im wahrsten Sinne des Wortes vor einem Neubeginn.

Erschwert wird der Zweitliga-Restart, weil dem Kader noch größere Änderungen bevorstehen. Sportdirektor Frank Baumann (45) ist aufgrund klammer Kassen nicht um seinen Job zu beneiden und schätzt, dass noch 15-20 Transfers über die Bühne gehen werden.

Mit Leonardo Bittencourt (26) hat sich ein Hoffnungsträger in der Vorbereitung verletzt. Niklas Füllkrug (28) könnte zwar der Top-Stürmer sein, ist aber verletzungsanfällig. Selbst der Verbleib des qualitativ hochwertigen Kapitäns Ömer Toprak (32) ist fraglich. Anlauf-Schwierigkeiten beim Saisonstart würden bei Bremen nicht überraschen.

Prognose: Kein Aufstiegskandidat

Fortuna Düsseldorf: Junger Trainer mit Aufstiegserfahrung

Christian Preußer (37) stieg mit dem SC Freiburg II bereits auf, das möchte er mit Fortuna Düsseldorf nun wiederholen.
Christian Preußer (37) stieg mit dem SC Freiburg II bereits auf, das möchte er mit Fortuna Düsseldorf nun wiederholen.  © HMB Media/dpa

Gerade mal 37 Jahre ist der neue Düsseldorfer Trainer Christian Preußer jung.

Er folgt auf Uwe Rößler (52) und soll die Fortunen zum Aufstieg führen. Als Aufstiegscoach hat sich der 37-Jährige zuletzt beim Regionalligisten SC Freiburg II mit jungem Personal einen Namen gemacht.

Öffentlich wird das Interesse aufzusteigen nicht so deutlich formuliert wie im Vorjahr, der Kader von Fortuna Düsseldorf wurde jedoch vor allem offensiv verstärkt.

Prunkstück sind die Flügel, wo Kristoffer Peterson (26), Emmanuel Iyoha (23), Nicklas Shipnoski (23), Felix Klaus (28), Khaled Narey (28) und auch Thomas Pledl (27) für Gefahr sorgen können.

Vorn haben die 95er mit Rouwen Hennings (33) und Dawid Kownacki (24) gleich zwei echte Vollstrecker. Hilfreich für die Fortunen könnte sein, dass sich das öffentliche Interesse auf große Namen wie Hamburg, Bremen oder Hannover fokussiert. Durch viele junge Spieler im Kader sollen sich die Fans schnell mit dem Kader identifizieren können.

Prognose: Aufstiegskandidat

Hannover 96: Dreimal Sebastian für den Angriff auf die Aufstiegsränge

Marvin Ducksch (27, rechts) war in der abgelaufenen Saison Hannovers bester Torschütze.
Marvin Ducksch (27, rechts) war in der abgelaufenen Saison Hannovers bester Torschütze.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

53:51 Tore. Bei Hannover 96 kamen in der abgelaufenen Saison neutrale Zuschauer auf ihre Kosten, die Fans der Niedersachsen nur ab und an. Auch die Hannoveraner haben mit Jan Zimmermann (41) einen Aufstiegs-erfahrenen Coach angeheuert.

Mit dem TSV Havelse stieg der 41-Jährige in die 3. Liga auf. Nur zwei Tage später begann seine neue Mission bei den 96ern. Bei den Neuzugängen setzt Hannover auf Qualität statt Quantität. Mit Ron-Robert Zieler (32) hütet ein Ex-Nationalspieler und Rückkehrer das Tor.

Auf dem Spielfeld soll der "dreifache Sebastian" die Qualität heben: Sebastian Ernst (26) kurbelt im Idealfall das Spiel aus dem Zentrum an, Sebastian Stolze (26) wirbelt über den Flügel und Sebastian Kerk (27) soll per Freistoß oder Distanzschuss treffen. Knipsen die Sturm-Leuchtürme Marvin Ducksch (27) und Hendrik Weydandt (26) wie erwartet, ist mit Hannover 96 definitiv zu rechnen.

Prognose: Aufstiegskandidat

Wer wird das Überraschungsteam und folgt auf die SpVgg Greuther Fürth?

Ein heißer Kandidat für den Geheimtipp ist der FC St. Pauli mit Torjäger Guido Burgstaller (32).
Ein heißer Kandidat für den Geheimtipp ist der FC St. Pauli mit Torjäger Guido Burgstaller (32).  © Friso Gentsch/dpa

Wohl nur die wenigsten hätten den Aufstieg der SpVgg Greuther Fürth vor einem Jahr vorhersagen können.

Schafft auch in diesem Jahr ein Überraschungsteam den Sprung nach oben? Der 1. FC Heidenheim hat sage und schreibe 3,5 Millionen Euro für Torjäger Tim Kleindienst (25) ausgegeben und will mit konstantem Personal die Liga aufmischen.

In der Rückrunden-Tabelle 2020/21 belegte der 1. FC St. Pauli den vierten Platz. Kenner der 2. Liga erwarten, dass die Hamburger mit dem österreichischen Kämpfer Guido Burgstaller (32) im Sturm im Schatten des HSV oben ranspringen können.

Spielerisch stark entwickelt hat sich auch der Karlsruher SC unter Trainer Christian Eichner (38). Einzig der abwanderungswillige Torjäger Philipp Hofmann (28) sorgte in der Vorbereitung für Störgeräusche.

Der 1. FC Nürnberg hat sich im Vorjahr konstanter als gewohnt präsentiert. Die meisten Transfers im Sommer konnte der SV Sandhausen verbuchen. Ist nach Abstiegskampf nun Aufstiegskampf für Soukou, Testroet, & Co. angesagt? Oder verwirklicht Holstein Kiel im Sommer 2022, was ein Jahr zuvor aufgrund des straffen Corona-Spielplans verwehrt blieb?

Prognose: Zwei Geheimtipps mischen im Saisonverlauf oben mit, nur eines der Teams bleibt bis zum Schluss dabei.

Titelfoto: Montage: Guido Kirchner/dpa, Uwe Anspach/dpa

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