Reihenweise Corona-Fälle: Zweitligisten blasen ihre Trainingslager ab

Gelsenkirchen/Sandhausen - Kurz und knackig ist die Winterpause in der 2. Fußball-Bundesliga. Schon Mitte Januar (14-16. Januar 2022) geht die Saison mit dem 19. Spieltag weiter. Einige Vereine verzichten von vornherein auf ein Trainingslager in der Ferne. Gleich mehrere Klubs lassen wegen Corona nun spontan ihren Trip in den Süden weg.

Frank Baumann (46) muss das Trainingslager von Werder Bremen absagen.
Frank Baumann (46) muss das Trainingslager von Werder Bremen absagen.  © Axel Heimken/dpa

Am Sonntagvormittag sagte auch Werder Bremen sein Trainingslager in Spanien ab, weil es bei Trainingsauftakt fünf positive Corona-Tests gab.

"Nach den positiven Ergebnissen vom Sonntagmorgen war die Entscheidung alternativlos. Das Risiko, dass es in den nächsten Tagen weitere positive Fälle gibt, ist gegeben", so Frank Baumann (46), Geschäftsführer Fußball von Werder Bremen.

Betroffen von den positiven Tests sind Niclas Füllkrug (28), Manuel Mbom (21), Milos Veljkovic (26) und Marco Friedl (23) sowie Reha-Trainer Marcel Abanoz (38).

Auch Düsseldorf betroffen

Zu selten belohnte sich Fortuna Düsseldorf für gute Leistungen. Gegen den Tabellenführer FC St. Pauli gelang immerhin ein 1:1-Unentschieden.
Zu selten belohnte sich Fortuna Düsseldorf für gute Leistungen. Gegen den Tabellenführer FC St. Pauli gelang immerhin ein 1:1-Unentschieden.  © Roland Weihrauch/dpa

Am späten Samstagabend entschieden sich bereits die Verantwortlichen von Fortuna Düsseldorf, die geplante Reise ins spanische Marbella wegen des Infektionsgeschehens abzusagen.

Diese Entscheidung bezeichnete F95-Vorstand Uwe Klein (51) als "unumgänglich" und erklärte, dass sich die Mannschaft im Arena-Sportpark und Merkur-Spiel-Arena auf die Rückrunde vorbereiten werde.

Mehrere Gespräche dazu hätten in den vergangenen Tagen zwischen der medizinischen Abteilung der Fortuna, der sportlichen Leitung und dem Gesundheitsamt stattgefunden. Düsseldorf startet die Vorbereitung in heimischen Gefilden ab Montag, den 3. Januar.

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2. Bundesliga Aufstiegs-Jubel mit Pyro: DFB bestraft Zweitliga-Profis

Das erste Match der Rückrunde hält ein Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen bereit.

Auf einem enttäuschenden 13. Platz hat Aufstiegsanwärter Fortuna die Hinrunde beendet und steht unter Zugzwang, nicht tiefer in den Abstiegsstrudel hineinzugeraten.

Terodde und Itakura positiv getestet: Schalke 04 verzichtet auf Reise nach Belek

Der genesene und doppelt geimpfte Simon Terodde (33) wurde positiv getestet und muss sich in Isolation begeben.
Der genesene und doppelt geimpfte Simon Terodde (33) wurde positiv getestet und muss sich in Isolation begeben.  © Bernd Thissen/dpa

Schon vor dem Jahreswechsel teilte der FC Schalke 04 mit, dass die erste Mannschaft auf die geplante Reise ins Trainingslager nach Belek verzichten wird.

"Unser Kader ist zu beinahe 100 Prozent vollständig geimpft und geboostert – ein sehr wichtiges Zeichen. Und dennoch kein Freifahrtschein, insbesondere mit Blick auf die Omikron-Variante", begründete Peter Knäbel (55), der Schalker Vorstand Sport, die Entscheidung.

Zudem vermeldeten die Knappen zeitgleich die Corona-Fälle zweier Profis. Torjäger Simon Terodde (33) und Abwehrspieler Ko Itakura (24) wurden positiv getestet und mussten sich deshalb in Isolation begeben.

Besonders der Casus Terodde zeigt, leicht ein Stammspieler durch eine positive Corona-Testung ausgebremst werden kann. Der Stürmer ist genesen und vollständig geimpft, teilte der Verein mit.

Auf dem Berger Feld soll nun der Feinschliff für das Heimspiel gegen Holstein Kiel und den Rest der Rückrunde erlangt werden. Schalke ist nach 18 Spieltagen Tabellenvierter und punktgleich mit dem Dritten Hamburger SV.

SV Sandhausen fährt nicht ins Trainingslager nach Chiclana de la Frontera in Spanien

Kurz vor Weihnachten gelang dem SV Sandhausen mit einem 1:0-Erfolg in Düsseldorf ein ganz wichtiger Dreier, doch noch immer steckt der SVS tief im Abstiegskampf. Die Vorbereitung auf die Rückrunde wird in Deutschland in Angriff genommen
Kurz vor Weihnachten gelang dem SV Sandhausen mit einem 1:0-Erfolg in Düsseldorf ein ganz wichtiger Dreier, doch noch immer steckt der SVS tief im Abstiegskampf. Die Vorbereitung auf die Rückrunde wird in Deutschland in Angriff genommen  © Roland Weihrauch/dpa

Ähnlich wie die Schalker verfährt der SV Sandhausen. Der SVS wird nicht wie geplant nach Chiclana de la Frontera in Südspanien reisen.

"Diese Entscheidung ist uns aus sportlicher Sicht sehr schwergefallen. Wir mussten in den vergangenen Tagen aber leider feststellen, dass die Risiken unserer Reise ins Trainingslager ständig zugenommen haben", erklärte Mikayil Kabaca, sportlicher Leiter der Sandhäuser.

Zwar musste der Abstiegskandidat aus Baden-Württemberg aktuell noch keine Corona-Rückschläge vermelden. Die Erinnerungen an den Coronavirus-Ausbruch im November, verbunden mit der Spielabsage gegen den FC St. Pauli sind sicher immer noch frisch.

Weil zwölf Spieler und 6 Personen aus dem Betreuerstab im Herbst positiv getestet wurden, begab sich das Team damals in Isolation. Der SV Sandhausen hat noch ein dickes Brett vor der Brust. Trotz eines 1:0-Erfolgs bei Fortuna Düsseldorf kurz vor Weihnachten belegt der Verein Relegationsrang 16 und hat vor dem Auftakt 2022 gegen den SSV Jahn Regensburg bereits drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Im Gegensatz zum SV Sandhausen oder Schalke 04 hält der FC Hansa Rostock am Trainingslager im Süden Europas fest und plant, nach Belek zu reisen. Andere Vereine wie die beiden sächsischen Klubs Erzgebirge Aue oder Dynamo Dresden verbringen die Wintervorbereitung in heimischen Gefilden.

Aktualisiert, 2. Januar, 12.25 Uhr, Zuerst veröffentlicht: 1. Januar 16.01 Uhr

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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