Eintracht Braunschweig im Tal der Tränen: "Am Ende zurecht abgestiegen"

Braunschweig - Trauer und Tränen bei Eintracht Braunschweig: Die Löwen sind am 34. Spieltag durch das 0:4 (0:3) beim Hamburger SV aus der 2. Bundesliga abgestiegen!

Frust pur: Braunschweig-Keeper Jasmin Fejzic (35, r.) vergräbt sein Gesicht in den Händen. Coach Daniel Meyer (41) blickt ins Leere.
Frust pur: Braunschweig-Keeper Jasmin Fejzic (35, r.) vergräbt sein Gesicht in den Händen. Coach Daniel Meyer (41) blickt ins Leere.  © Michael Schwartz/dpa

Keeper Jasmin Fejzic (35) sank im Moment des Abpfiffs in sich zusammen und verbarg das Gesicht in den Händen. Coach Daniel Meyer (41), selbst natürlich sichtbar enttäuscht, versuchte seinen Schlussmann zu trösten. Auch HSV-Torwart Sven Ulreich (32) kam, um sein Gegenüber aufzumuntern.

Rechtsaußen Fabio Kaufmann (28), der kurz nach der Pause eine dicke Chance für die Löwen und damit ein Fünkchen Hoffnung liegen ließ, stand noch Minuten nach Abpfiff auf dem Rasen und ließ seinen leeren Blick durch das Volksparkstadion schweifen.

"Wir sind brutal enttäuscht und es tut uns leid für alle, die es mit der Eintracht halten. Die Tränen fließen in der Kabine, beim Staff und den Spielern", erklärte Meyer nach Abpfiff und ergänzte: "Ich glaube, dass wir am Ende zurecht abgestiegen sind, so ehrlich muss man sein."

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Der 41-Jährige äußerte sich auch vielsagend zu den Gerüchten, er habe Benjamin Kessel (33), Lasse Schlüter (29), Martin Kobylanski (27) und Nick Proschwitz (34) wegen eines mutmaßlichen Saufgelages nach dem vergangenen Würzburg-Spiel aus dem Kader gestrichen: "Manchmal ist es besser, nichts zu sagen."

Was immer auch passiert ist, unter dem Strich steht der Abstieg und der ist, so hart es auch klingt, die logische Konsequenz einer verkorksten Saison, in der die Eintracht insgesamt wenig Argumente für einen Klassenerhalt sammelte.

Besonders die nur 30 geschossenen Tore (schwächste Offensive der Liga) sind Ausdruck einer chronischen Ungefährlichkeit. Zum Vergleich: Darmstadt-Knipser Serdar Dursun (28), Top-Torjäger der Liga, hat alleine 27 Mal eingenetzt. Der Abstieg ist, wie Meyer richtig urteilte, also vor allem eines: verdient!

Eintracht Braunschweig hätte nach der ersten Halbzeit ein Wunder gebraucht

Eintracht Braunschweigs Yari Otto (21, v.) schreit seine Enttäuschung heraus: Die Löwen sind durch die deutliche Niederlage beim Hamburger SV in die 3. Liga abgestiegen.
Eintracht Braunschweigs Yari Otto (21, v.) schreit seine Enttäuschung heraus: Die Löwen sind durch die deutliche Niederlage beim Hamburger SV in die 3. Liga abgestiegen.  © Michael Schwartz/dpa

Bereits vor der Partie war nämlich klar: Der Tabellensiebzehnte bräuchte bei den Rothosen einen Sieg, um sich noch vor dem direkten Abstieg retten zu können. Gleichzeitig war man darauf angewiesen, dass der VfL Osnabrück beim FC Erzgebirge Aue nicht mehr als einen Punkt holt oder im besten Fall sogar verliert.

Der SV Sandhausen auf Rang 15 war mit drei Zählern Vorsprung und einem um acht Tore besseren Torverhältnis so gut wie uneinholbar für die Niedersachsen.

Doch das Geschehen auf den anderen Plätzen (Osnabrück verlor mit 1:2 in Aue) rückte schnell in den Hintergrund, denn durch das Freistoß-Traumtor von Sonny Kittel (28) in der siebten Minute gerieten die Löwen früh ins Hintertreffen.

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Als es zur Pause bereits 3:0 für die Hanseaten stand, war klar: Die Eintracht braucht in der zweiten Halbzeit ein Wunder, um die Niederlage und den damit verbundenen Abstieg in die 3. Liga noch abzuwenden.

Es sollte nicht dazu kommen, stattdessen schickte Goalgetter Simon Terodde (33) die Gäste durch seinen Treffer zum 4:0 in der 76. Minute endgültig ins Tal der Tränen und besiegelte damit den direkten Wiederabstieg des letztjährigen Drittliga-Aufsteigers.

Dementsprechend emotional zeigten sich die Niedersachsen auch nach dem Abpfiff und der verpassten Chance, sich doch noch auf Rang 16 und damit in die Relegation zu retten.

Titelfoto: Michael Schwartz/dpa

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