St. Pauli-Chef kritisiert Bundesliga-Entwicklung: "Attraktive Spiele in 2. Liga"

Hamburg - Der Präsident des FC St. Pauli Oke Göttlich (45) sieht die attraktive Besetzung der 2. Fußball-Bundesliga in der kommenden Saison auch als Ausdruck einer Fehlentwicklung in der Bundesliga.

St. Paulis Präsident Oke Göttlich mit Mund-Nasen-Schutz.
St. Paulis Präsident Oke Göttlich mit Mund-Nasen-Schutz.  © Selim Sudheimer/dpa

"Die attraktiven Spiele, die attraktiven TV-Quoten wandern verstärkt in Richtung 2. Liga", sagte der Clubchef der Bild-Zeitung am Samstag.

Man solle hinterfragen, "inwieweit man damit Leidenschaft, Emotionen, Geschichte, gesellschaftliche Verwurzelung kommerziellen Parametern geopfert hat und wie sich dies noch durch renditegetriebene Kapitalgesellschaften verstärken würde."

In Schalke 04 und Werder Bremen sind nach der abgelaufenen Saison zwei weitere Traditionsvereine aus der Bundesliga in die 2. Liga abgestiegen. Im Hamburger SV, dem 1. FC Nürnberg oder Hannover 96 sind weitere einstige Bundesliga-Schwergewichte zweitklassig.

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Es laufe ganz viel schief, meinte Göttlich. "Die TV-Geld-Verteilung fördert einige mehr als andere, aber diese immer wieder", sagte er.

"Vor allem sind die Sonderbehandlungen von Clubs in der 50+1-Frage ein Fehler, der der Liga auf Sicht teuer zu stehen kommen könnte."

Mit der 50+1-Regel soll sichergestellt werden, dass Vereine das Sagen in ihren Profiabteilungen behalten, wenn sie diese in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert haben, und nicht die Stimmmehrheit an einen Investor verlieren.

"50+1 ist ein Beitrag zur gesellschaftlichen Partizipation, den das Bundeskartellamt unbedingt als lebensnahes Demokratie-Beispiel erhalten sollte", forderte Göttlich.

Titelfoto: Selim Sudheimer/dpa

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