Vier Teams punktgleich! Spannendster Aufstiegskampf aller Zeiten in der 2. Liga?

Deutschland - Hochspannung in der 2. Fußball-Bundesliga! Im Aufstiegsrennen zeichnet sich ein spannender Wettlauf ab, der in ein Herzschlag-Finale münden könnte. Die vier bestplatzierten Vereine haben nach dem 22. Spieltag allesamt 42 Punkte. Wer macht das Rennen?

Nur zwei Mannschaften schaffen am Ende den direkten Aufstieg. Der Drittplatzierte erreicht die Relegation gegen den Tabellensechzehnten der Bundesliga mit einer 50-Prozent-Chance, ins Oberhaus aufzusteigen. Der Viertplatzierte geht leer aus.

Wer es von den momentan besten Teams der 2. Liga den Sprung eine Etage höher schaffen wird?

TAG24 beleuchtet, was für und was gegen den Hamburger SV, die Spielvereinigung Greuther Fürth, den VfL Bochum und Holstein Kiel spricht.

Der Hamburger SV hat die besten Einzelspieler

Simon Terodde (32) führt die Torjägerliste der 2. Bundesliga mit 19 Treffern an.
Simon Terodde (32) führt die Torjägerliste der 2. Bundesliga mit 19 Treffern an.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Von den Einzelspielern hat der HSV wohl (mit Abstand) den stärksten Kader der 2. Bundesliga. Doch die Hamburger sind nicht so souverän unterwegs, wie es der Tabellenplatz glauben lässt.

Beleg dafür ist wohl die jüngste 2:3-Niederlage beim Tabellenschlusslicht Würzburg. Obwohl die Rothosen mit Simon Terodde (32) einen Stürmer mit Tor-Garantie (19 Treffer in 22 Partien) in ihren Reihen wissen, fehlt in der Defensive mit Toni Leistner (30) ein ganz entscheidender Stabilisator.

Und dann wäre da noch die Erinnerung ans Vorjahr:

Lange Zeit belegte der HSV einen der ersten drei Plätze, wurde am Ende jedoch noch von Heidenheim überholt und schaute schließlich ins Leere.

Flattern die Nerven beim Team von Daniel Thioune (46)? Die kommenden Aufgaben (auswärts beim Stadtrivalen FC St. Pauli, daheim gegen Kiel und in Bochum sind jedenfalls nicht ohne.

Torgefahr ist Trumpf im Mittelfeld der SpVgg Greuther Fürth

Stefan Leitl (43) blickt gen Himmel. Oben bleiben wollen seine Fürther auch in der Tabelle.
Stefan Leitl (43) blickt gen Himmel. Oben bleiben wollen seine Fürther auch in der Tabelle.  © Carmen Jaspersen/dpa

2012/13 spielte die SpVgg Greuther Fürth bereits in der Bundesliga. Gibt es in der kommenden Saison das Kleeblatt-Comeback im Oberhaus?

In Sachen Torgefahr im Mittelfeld macht den Franken keiner etwas vor. Paul Seguin (5 Treffer), Sebastian Ernst (6) und Julian Green (7) scheinen das Toreschießen im Blut zu haben.

Das Fürther Korsett ist ohnehin schon etwas länger zusammen. Die Eingespieltheit könnte ein entscheidender Baustein sein, wieso das Team von Stefan Leitl nicht nur daheim, sondern auch auf fremden Plätzen (2. Platz der Auswärtstabelle) fleißig punktet.

Keine Doppelbelastung, kaum langwierige Verletzungssorgen und wenig bis gar kein Druck von außen.

Die Chancen auf einen Fürther Erfolg stehen gut, sollte sich die Mannschaft nicht zur Unzeit eine Schwächephase gönnen.

Holstein Kiel hat die beste Defensive

Oldie Finn Bartels (34) erlebt seinen zweiten Frühling im Kieler Trikot. Hier scheint er mit geschlossenen Augen vom Aufstieg zu träumen.
Oldie Finn Bartels (34) erlebt seinen zweiten Frühling im Kieler Trikot. Hier scheint er mit geschlossenen Augen vom Aufstieg zu träumen.  © Christian Charisius/dpa

Bis zum 22. Spieltag hat es gedauert, ehe Holstein Kiel das erste Auswärtsspiel der Saison - das Spitzenspiel gegen Fürth - mit 1:2 verlor.

Wohl kein Team der 2. Bundesliga beherrscht das Umschaltspiel so perfekt wie die Truppe von Ole Werner (32). Meistens im 4-1-4-1-System auflaufend entwickeln die "Störche" sehr viel Tempo und Torgefahr über die Außenbahnen.

Dazu hat Kiel jede Menge Selbstvertrauen durch das Erreichen des Viertelfinales im DFB-Pokal, dadurch allerdings auch eine zusätzliche Belastung, die ihren Anteil an den Verletzungen von Abwehrspieler Stefan Thesker (29) und Stürmer Janni Serra (22) haben dürfte.

Nur 21 Gegentore! Die Defensive ist bei den Kielern Trumpf. Offensiv ruhen die Hoffnungen auf Heimkehrer Finn Bartels (34), der seinen zweiten Frühling erlebt.

Auf starke Einwechselspieler kann der VfL Bochum bauen

Wohl dem, der es sich leisten kann, einen Silvére Ganvoula (rechts), hier im Zweikampf mit Patrick Schmidt, von der Bank zu bringen.
Wohl dem, der es sich leisten kann, einen Silvére Ganvoula (rechts), hier im Zweikampf mit Patrick Schmidt, von der Bank zu bringen.  © Tom Weller/dpa

Dass der VfL Bochum in dieser Spielzeit ganz oben mitmischt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich waren die Bochumer im Jahr 2020 das Team der 2. Liga, das die meisten Punkte sammeln konnte.

Trainer Thomas Reis (47) hat eine starke 1. Reihe zusammen, von der Bank konnte der Coach unter anderem mit Silvère Ganvoula (24) Milos Pantovic (24) oder Herbert Bockhorn (26) nachlegen und wichtige Spiele drehen.

Für die Offensive unverzichtbar scheinen die Kreativ-Künstler Denny Blum (30) und Robert Zulj (29) zu sein. Als diese sich zu sehr in ihren Eigeninteressen verloren, wurden sie von Reis auf die Tribüne verbannt, zeigten jedoch eine positive Trotzreaktion.

Beim VfL gilt meistens hopp oder top.

Die Ruhrpottler haben nur dreimal Unentschieden gespielt, laufen am ehesten Gefahr, den Aufstieg durch unerwartete Leistungsschwächen in einzelnen Spielen wie beim 1:2 daheim gegen Karlsruhe oder beim 0:1 in Aue zu verspielen.

Schlägt Karlsruhe den vier Spitzenteams der 2. Liga ein Schnippchen?

Hamburg, Fürth, Kiel oder Bochum? Eine Prognose zu wagen, wer aufsteigt und wer am Ende in die Röhre schaut, ist schwer. Etwas Licht ins Aufstiegs-Dunkel wird wohl der 24. Spieltag bringen.

Dann empfängt Hamburg Kiel und Bochum reist zur Spielvereinigung. Und vielleicht wird ja am Ende sogar Karlsruhe der lachende Fünfte. Die Badener gewannen am Freitagabend mit 1:0 bei Darmstadt 98 und schraubten ihr Punktekonto auf 39.

Titelfoto: Montage: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa / Carmen Jaspersen/dpa

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