Würzburger Kickers aus 2. Liga abgestiegen: Weshalb das hochverdient ist

Würzburg - Nun ist es amtlich: Der FC Würzburger Kickers steht nach der 1:3-Heimniederlage gegen den Vorletzten VfL Osnabrück als erster Absteiger aus der 2. Bundesliga in die 3. Liga fest.

Marvin Pieringer (21, r.) wurde in der Winterpause vom SC Freiburg II ausgeliehen und erzielte vier Tore in 18 Zweitliga-Spielen, konnte aber auch nicht für die Würzburger Wende sorgen.
Marvin Pieringer (21, r.) wurde in der Winterpause vom SC Freiburg II ausgeliehen und erzielte vier Tore in 18 Zweitliga-Spielen, konnte aber auch nicht für die Würzburger Wende sorgen.  © dpa/Nicolas Armer

Dabei war die Mannschaft von Interimstrainer Ralf Santelli (52) erst vor einem Jahr nach einem dramatischen Finish in letzter Sekunde in die zweithöchste Fußball-Spielklasse aufgestiegen.

Nutzen konnten die Kickers das überhaupt nicht. Stattdessen sorgten Trainerentlassungen und Kaderentscheidungen für Stirnrunzeln. So gaben die Würzburger mit Torjäger Luca Pfeiffer (24, FC Midtjylland), Flügelflitzer Fabio Kaufmann (27, Eintracht Braunschweig), den Stabilisatoren Dave Gnaase (23, KFC Uerdingen) sowie Simon Rhein (FC Hansa Rostock), Abwehrspieler Leroy Kwadwo (24, Dynamo Dresden) und Wirbelwind Albion Vrenezi (27, Rückkehr nach Leihe zum SSV Jahn Regensburg) gleich sechs Leistungsträger ab.

Zu allem Überfluss beendete auch noch Kapitän Sebastian Schuppan (34) seine Karriere. Diesen Aderlass konnten die Bayern nicht ansatzweise kompensieren. Stattdessen wurden Spieler aus allen möglichen Ligen verpflichtet, die aber nie zu einer echten Einheit zusammengewachsen sind oder dafür sorgten, dass man sich mit dem Verein identifizieren kann.

So wurde Aufstiegstrainer Michael Schiele (43) bereits am 29. September nach gerade mal zwei Spieltagen (!) entlassen. Nachfolger Marco Antwerpen (49) stand ebenfalls nur fünf Partien an der Seitenlinie, dann musste auch er gehen. Mit Bernhard Trares (55) versuchte sich noch ein dritter erfahrener Coach in Würzburg, doch Anfang April war auch für ihn Schluss.

Würzburger Kickers haben in dieser Saison nicht gerade viele Sympathien gesammelt

Patrick Sontheimer (22) kam im Sommer neu von der SpVgg Greuther Fürth und war in Würzburg Stammspieler. Dem Negativlauf konnte aber auch der zentrale Mittelfeldspieler nicht entgegenwirken.
Patrick Sontheimer (22) kam im Sommer neu von der SpVgg Greuther Fürth und war in Würzburg Stammspieler. Dem Negativlauf konnte aber auch der zentrale Mittelfeldspieler nicht entgegenwirken.  © dpa/Nicolas Armer

Seitdem steht mit Santelli ein Interimstrainer an der Seitenlinie. Wenig überraschend war auch unter ihm keine entscheidende Entwicklung auszumachen. Stattdessen stellen die Kickers mit 67 (!) Gegentoren in 32 Begegnungen die mit großem Abstand schlechteste Abwehr der 2. Liga.

Mit gerade mal 34 erzielten Treffern verfügen die Würzburger zudem über den viertschlechtesten Angriff der Spielklasse. Eine echte Einheit war auf dem Platz auch nur selten auszumachen.

Wer nur fünf von 32 Partien gewinnt, der hat sich den direkten Wiederabstieg am Ende auch redlich verdient. Vielleicht ziehen die Verantwortlichen für die Zukunft ihre Lehren aus dieser sportlich katastrophalen Saison und sorgen für etwas mehr Ruhe im Verein und vor allem bei den eigenen Entscheidungen.

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Denn alleine das Trainerchaos spricht Bände und zeigt einmal mehr auf, dass voreilige und vor allem kurzfristige Wechsel nur selten etwas bringen, wenn zu viele andere Dinge im Argen liegen.

Nun müssen sich die Würzburger wieder finden und schnellstmöglich einen schlagkräftigen Kader für die kommende Saison zusammenstellen. Ansonsten wird es auch in der 3. Liga eng für den Klub, der in dieser Saison wenig Sympathien gesammelt hat und für eine schlechte Außenwirkung stand.

Titelfoto: dpa/Nicolas Armer

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