Zweitliga-Abstiegskandidaten: Aue, St. Pauli und Würzburg in Gefahr?

Deutschland - Der Abstiegskampf in der 2. Bundesliga verspricht Spannung! Nachdem TAG24 Euch bereits die Aufstiegskandidaten vorgestellt hat, folgen nun natürlich auch die Vereine, die nach unten schauen müssen. Alles hierzu in unserer Vorschau.

Fassungslos: Pascal Testroet konnte gar nicht glauben, dass der FC Erzgebirge Aue in der 1. Runde des DFB-Pokals ausschied.
Fassungslos: Pascal Testroet konnte gar nicht glauben, dass der FC Erzgebirge Aue in der 1. Runde des DFB-Pokals ausschied.  © Picture Point / Sven Sonntag
Der FC Erzgebirge Aue gab beim Aus im DFB-Pokal beim ambitionierten Regionalligisten SSV Ulm (0:2) keine gute Figur ab und muss auch vor dem Liga-Start beim FC Würzburger Kickers aufpassen, dass dieses Negativerlebnis keine dauerhaften Folgen hat.

Andererseits hat die Mannschaft schon oft genug bewiesen, dass sie die Tugenden, auf die es in der 2. Liga ankommt, schon lange verinnerlicht hat: Kampfgeist, mannschaftliche Geschlossenheit und robuste Zweikampfführung. 

Dazu kommt auch die individuelle Klasse, die der FCE mit Keeper Martin Männel, den Offensivleuten Jan Hochscheidt, Dimitrij Nazarov, Ben Zolinski, Pascal Testroet und vor allem Florian Krüger im Kader hat. Mit Sören Gonther, Florian Ballas und Philipp Riese verfügt Aue in der Defensive ebenfalls über gute Leute.

Deshalb müsste schon viel gegen die Veilchen laufen, damit am Ende der Abstieg steht. Dennoch ist klar, dass sich die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster schnell finden und fangen muss, um die Pokalschmach wieder wettzumachen. 

Sonst muss man den Blick dauerhaft nach unten richten.

Damit ist beim Tabellensiebten der vergangenen Saison, der alle Leistungsträger gehalten hat, aber nicht zu rechnen, weshalb eine ruhige Runde im Tabellenmittelfeld möglich sein sollte.

FC St. Pauli braucht dringend treffsichere Angreifer und eine sattelfeste Defensive!

Hängende Köpfe: Die Spieler des FC St. Pauli verloren im DFB-Pokal bei der SV 07 Elversberg auch in der Höhe verdient mit 2:4.
Hängende Köpfe: Die Spieler des FC St. Pauli verloren im DFB-Pokal bei der SV 07 Elversberg auch in der Höhe verdient mit 2:4.  © Tom Weller/dpa

Ob das auch für den FC St. Pauli gilt? Die Kiezkicker haben mit Henk Veerman, Dimitrios Diamantakos, und Waldemar Sobota gleich drei torgefährliche Spieler abgegeben. 

Neu kamen mit Daniel-Kofi Kyereh, Simon Makienok, Maximilian Dittgen und Lukas Daschner allerdings vier Spieler, denen durchaus zuzutrauen ist, dass sie ihre Treffsicherheit auch für die Mannschaft vom Millerntor unter Beweis stellen können. 

Dazu wurde mit Leart Paqarada einer der besten Linksverteidiger der Liga geholt. Dennoch wirkt der Kader erneut nicht ausbalanciert. Schließlich ist die große Schwachstelle weiterhin die anfällige Defensive. Das wurde nicht nur beim 2:4 im DFB-Pokal bei Regionalliga-Spitzenklub SV 07 Elversberg deutlich.

Dass Philipp Ziereis, Marvin Senger, der verletzungsanfällige Kapitän Christopher Avevor und vor allem Daniel Buballa nur bedingt den Zweitliga-Ansprüchen genügen, war in den vergangenen Jahren immer wieder zu sehen. 

Dennoch setzen die Verantwortlichen weiterhin auf sie. Deshalb könnte es für die Kiezkicker, die mit Spielern wie Marvin Knoll und Robin Himmelmann Qualität im Kader haben, tatsächlich eng werden. Gerade dann, wenn man auf Sicht erneut Chancenwucher betreibt, droht St. Pauli der Abstiegskampf.

FC Würzburger Kickers sind der Abstiegskandidat Nummer eins

Saliou Sané schlich nach der 2:3-Niederlage der Würzburger Kickers im DFB-Pokal gegen Hannover 96 niedergeschlagen vom Platz.
Saliou Sané schlich nach der 2:3-Niederlage der Würzburger Kickers im DFB-Pokal gegen Hannover 96 niedergeschlagen vom Platz.  © Daniel Karmann/dpa

Der Abstiegskampf ist dem Last-Minute-Aufsteiger wohl gewiss. Für den FC Würzburger Kickers geht es ausschließlich darum, die Liga zu halten. 

Das dürfte nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Top-Scorer Fabio Kaufmann (28 Torbeteiligungen in der 3. Liga), Mittelfeldlenker Dave Gnaase und vor allem Kapitän Sebastian Schuppan (Karriereende) schwierig genug werden.

Denn der FCW hat die geringste individuelle Qualität aller 18 Zweitligisten im Kader. 

Die Stürmer um Luca Pfeiffer und Dominic Baumann müssen erst noch nachweisen, dass sie eine Klasse höher ebenfalls regelmäßig treffen können. Allgemein ist festzuhalten, dass vielen Akteuren die Erfahrung fehlt, weshalb davon auszugehen ist, dass die Truppe von Trainer Michael Schiele viel Lehrgeld zahlen muss. 

Defensiv sieht es mit den Keepern Fabian Giefer und Vincent Müller, den Innenverteidigern um Kapitän Daniel Hägele und den erfahrenen Douglas sowie Linksverteidiger Arne Feick zumindest noch solide aus. 

Dennoch bleibt den Kickers nur die mannschaftliche Geschlossenheit, taktische Disziplin und der unbedingte Siegeswille, um zumindest eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Doch selbst dann müssten wohl einige Konkurrenten patzen. 

SSV Jahn Regensburg muss die Abgänge von Marco Grüttner und Andreas Geipl verkraften

SSV Jahn Regensburg gewann im DFB-Pokal bei Drittligist 1. FC Kaiserslautern im Elfmeterschießen.
SSV Jahn Regensburg gewann im DFB-Pokal bei Drittligist 1. FC Kaiserslautern im Elfmeterschießen.  © Torsten Silz/dpa

Deutlich mehr Qualität in der Mannschaft hat der SSV Jahn Regensburg, der sich aber auf einigen Postionen ebenfalls neu aufstellen muss. 

Der schussstarke Mittelfeldmann Andreas Geipl und Torjäger Marco Grüttner haben den Verein nämlich verlassen. 

Besonders ein Ersatz für Grüttner ist nicht in Sicht, weshalb wenigstens einer der anderen Angreifer in die Bresche springen und regelmäßig treffen muss, wenn die Klasse gehalten werden soll.

Im Tor verfügt man mit Alexander Meyer, im zentralen Mittelfeld mit Kapitän Benedikt Gimber und Christoph Moritz, auf den offensiven Außenbahnen mit Albion Vrenezi, Sebastian Stolze und Jann George allerdings über solide Qualität.

Dennoch müsste das Team von Trainer Mersad Selimbegovic in der Innenverteidigung und im Mittelsturm noch nachrüsten.

Ansonsten droht Regensburg eine sorgenvolle Saison, in der es ganz eng werden könnte.

VfL Osnabrück verlor Moritz Heyer, Marcos Alvarez und Felix Agu

Auch der VfL Osnabrück muss die Abgänge einiger Leistungsträger verkraften. Dennoch sind die Lila-Weißen noch immer gut besetzt.
Auch der VfL Osnabrück muss die Abgänge einiger Leistungsträger verkraften. Dennoch sind die Lila-Weißen noch immer gut besetzt.  © Axel Heimken/dpa

Das gilt auch für den VfL Osnabrück, der ins verflixte zweite Jahr geht und den Verlust von Leistungsträgern wie Moritz Heyer, Marcos Alvarez und Felix Agu verkraften muss. 

Das soll durch die Neuzugänge Timo Beermann, Christian Santos, Ken Reichel, Sebastian Kerk und Maurice Multhaup wieder aufgefangen werden. 

Dazu hat man mit Philipp Kühn und Moritz Nicolas zwei starke Keeper, mit Kapitän Maurice Trapp, Lukas Gugganig und Adam Susac erfahrene Innenverteidiger, mit Linksverteidiger Kevin Wolze, Sechser Bryan Henning, dem Offensivmann Niklas Schmidt und Stürmer Marc Heider weitere überdurchschnittliche Zweitliga-Spieler.

Vermittelt ihnen der neue und auf diesem Niveau noch unerfahrene Coach Marco Grote schnell seine Spielidee und findet sich das teilweise neuformierte Team gut zusammen, dann dürfte erneut eine ruhige Saison im Tabellenmittelfeld ohne große Abstiegssorgen möglich sein.

Wenn nicht, dann droht den Lila-Weißen eine schwere Saison. 

Eintracht Braunschweig muss sich nach einem großen Umbruch schnell finden

Eintracht Braunschweig gab in diesem Sommer bislang zwölf Spieler ab und holte 13 Neuzugänge. Findet sich die neuformierte Truppe schnell genug?
Eintracht Braunschweig gab in diesem Sommer bislang zwölf Spieler ab und holte 13 Neuzugänge. Findet sich die neuformierte Truppe schnell genug?  © Swen Pförtner/dpa

Auch Eintracht Braunschweig muss man hier nennen. Denn der Umbruch im Sommer war mit zwölf Abgängen und 13 Zugängen sehr groß. Wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt, wurde allerdings beim spektakulären DFB-Pokal-Sieg gegen Hertha BSC deutlich (5:4).

Mit den Innenverteidigern Dominik Wydra und Michael Schultz, Rechtsverteidiger Benjamin Kessel, den zentralen Mittelfeldspielern Felix Kroos, Jannis Nikolaou und Yassin Ben Balla, den offensiven Flügelspielern Fabio Kaufmann und Marcel Bär, dem bulligen Mittelstürmer Suleiman Abdullahi und vor allem Zehner Martin Kobylanski verfügen die Löwen über viel individuelle Klasse, die weit über die eines gewöhnlichen Aufsteigers hinausgeht. 

Deshalb sollte Braunschweig eine ruhige Saison bevorstehen. Allerdings nur, wenn sich die neuformierte Mannschaft schnell findet und die Mechanismen ineinandergreifen.

Ebenfalls über ausreichend Qualität verfügt der Karlsruher SC. Schließlich wurde der Kader weitestgehend zusammengehalten und punktuell auch noch verstärkt. Bleibt auch Top-Stürmer Philipp Hofmann, müsste der KSC sicher im Mittelfeld landen. Geht er und wird kein Ersatz gefunden, dann könnte es aber knapp für die Mannschaft von Trainer Christian Eichner werden. 

Zu stark besetzt wirken hingegen der SV Sandhausen, die SpVgg Greuther Fürth und der 1. FC Heidenheim 1846. Nur, wenn alles schiefläuft, gerät eines dieser drei Teams in Gefahr.

Titelfoto: Montage: Tom Weller/dpa/Picture Point / Sven Sonntag

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