Zweitliga-Aufstiegskandidaten: Kehren HSV, Hannover 96 und Fortuna zurück?

Deutschland - Mehrere Traditionsvereine wollen es wissen! Viele Zweitliga-Klubs nehmen in der neuen Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga ins Visier. Wer sind die Kandidaten? Alles dazu in der TAG24-Vorschau.

Für HSV-Neuzugang Toni Leistner (l.) war die Rückkehr alles andere als schön.
Für HSV-Neuzugang Toni Leistner (l.) war die Rückkehr alles andere als schön.  © Picture Point / Roger Petzsche

Vor allem der Hamburger SV gehört dem eigenen Selbstverständnis nach in Deutschlands Fußball-Eliteklasse. Dafür wurde mit Simon Terodde ein Torjäger vom Dienst geholt, mit Klaus Gjasula ein  im positiven Sinne ekliger Zweikämpfer für das defensive Mittelfeld und mit Toni Leistner sowie Moritz Heyer zwei exzellente Innenverteidiger, die die wacklige Defensive der Rothosen stabilisieren sollen.

Außerdem konnten Leistungsträger wie Linksverteidiger und Neu-Kapitän Tim Leibold, Rechtsverteidiger-Talent Josha Vagnoman, die Offensivleute Sonny Kittel und Bakery Jatta gehalten werden. Nur der Abgang des zentralen Mittelfeldmannes Adrian Fein schmerzt den HSV.

Dennoch ist schon vor dem Liga-Auftakt am Freitagabend (18.30 Uhr) gegen Mitfavorit Fortuna Düsseldorf wieder mächtig Sand im Getriebe. Der Grund: die deftige 1:4-Pleite im DFB-Pokal bei Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden und das anschließende Chaos um Toni Leistner.

Der neue Coach Daniel Thioune muss seine Mannschaft, die in Dresden erkennbar nicht als Einheit funktionierte, nun zu ebensolcher formen, wenn man die Rückkehr in die 1. Liga am Ende schaffen will. Ansonsten droht den Hamburgern trotz der hohen individuellen Klasse ein weiteres stürmisches Jahr im Unterhaus. 

Fortuna Düsseldorf ist der Top-Favorit für den Bundesliga-Aufstieg

Thomas Pledl schoss Fortuna Düsseldorf bei seinem Ex-Klub FC Ingolstadt 04 zum DFB-Pokal-Sieg (1:0).
Thomas Pledl schoss Fortuna Düsseldorf bei seinem Ex-Klub FC Ingolstadt 04 zum DFB-Pokal-Sieg (1:0).  © Matthias Balk/dpa

Neben dem HSV zählt auch Düsseldorf zu den großen Aspiranten. Der Fortuna ist der direkte Wiederaufstieg auf jeden Fall zuzutrauen. 

Mit Florian Kastenmeier im Tor, Kevin Danso, Adam Bodzek und Andre Hoffmann in der Innenverteidigung, Matthias Zimmermann auf der rechten Defensivseite, Neuzugang Florian Hartherz gegenüber, Marcel Sobottka, Alfredo Morales, Edgar Prib und Jakub Piotrowski im Mittelfeldzentrum, Jean Zimmer, Thomas Pledl und Brandon Borrello auf den offensiven Flügelpositionen und Rouwen Hennings sowie dem aktuell mit Pfeifferschem Drüsenfieber ausfallenden Emmanuel Iyoha verfügt die Fortuna über einen herausragend besetzten Zweitliga-Kader.

Findet sich die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler in der Liga schnell zurecht und agiert in der Defensive sattelfest, dann führt der Weg zum Aufstieg nur über Düsseldorf. Denn mit Hennings hat man einen echten Torjäger in den Reihen, der Spiele mit einer Aktion im Alleingang entscheiden kann.

Deshalb ist das erste Saisonspiel am Freitagabend (18.30 Uhr) gegen den HSV auch gleich ein echtes Kracherduell.

Hannover 96 verfügt über einen sehr exzellent besetzten Kader

Hannover 96 hat nicht nur mit Genki Haraguchi (2.v.l.), Hendrik Weydandt (2.v.r.) und Marvin Ducksch viele herausragende Zweitliga-Spieler in den eigenen Reihen.
Hannover 96 hat nicht nur mit Genki Haraguchi (2.v.l.), Hendrik Weydandt (2.v.r.) und Marvin Ducksch viele herausragende Zweitliga-Spieler in den eigenen Reihen.  © Daniel Karmann/dpa

Auch Hannover wird erneut angreifen! Die Niedersachsen haben einen Kader beisammen, der für genau diesen Anspruch zusammengestellt wurde. Michael Esser ist die Nummer eins im Tor. In der Innenverteidigung sollen Marcel Franke, Baris Basdas und Timo Hübers für Stabilität sorgen. Die beiden neuen Außenverteidiger Sei Muroya (rechts) und Niklas Hult (links) überzeugten in der Vorbereitung und im Pokal.

Die Doppelsechs mit Kapitän Dominik Kaiser und Mike Frantz zählt zu den erfahrensten und besten der Spielklasse. Auf den Außenbahnen sollen Genki Haraguchi, Kingsley Schindler, Philipp Ochs, Linton Maina und Franck Evina für Wirbel sorgen. 

Im Mittelsturm hat man gleich drei Torjäger im Team: Marvin Ducksch, Hendrik Weydandt und Valmir Sulejmani. Fraglich ist einzig, ob und wie der Abgang von Abwehrchef Waldemar Anton auf Dauer kompensiert werden kann.

Gelingt das und präsentiert sich die Truppe von Trainer Kenan Kocak ähnlich stark wie in der Rückrunde, ist mit den 96ern auf jeden Fall zu rechnen.  

SC Paderborn 07 konnte viele Leistungsträger halten

Der SC Paderborn 07 kann auch in der neuen Saison auf Dennis Srbeny (r.) und Christopher Antwi-Adjej setzen.
Der SC Paderborn 07 kann auch in der neuen Saison auf Dennis Srbeny (r.) und Christopher Antwi-Adjej setzen.  © Friso Gentsch/dpa

Der Bundesliga-Absteiger SC Paderborn 07 kann weiterhin auf viele Spieler setzen, die schon in der ersten Liga dabei waren. Hier sind ganz besonders die Angreifer Dennis Srbeny, Sven Michel, Kai Pröger und Christopher Antwi-Adjej zu nennen, die gemeinsam für jeden Zweitligisten schwer zu verteidigen sein werden.

Mit Dennis Jastrzembski, Chris Führich und Julian Justvan verfügt man über weitere gute Offensivleute. Auf der Doppelsechs stehen der umworbene Sebastian Vasiliadis und Maximilian Thalhammer für Qualität.

In der Abwehrkette hat man mit Chima Okoroji und Jamilu Collins auf links, Uwe Hünemeier, Christian Strohdiek, Sebastian Schonlau und Marcel Correia innen und Frederic Ananou auf rechts sehr gute Zweitliga-Kicker in den eigenen Reihen.

Trainer Steffen Baumgart wird mit diesem Personal ausgestattet erneut auf erfrischenden Offensivfußball setzen, der in der 2. Liga im Normalfall deutlich besser funktionieren dürfte als eine Spielklasse höher, wo man immer wieder ins offene Messer lief.

Wenn Paderborn die eigenen Stärken über die Saison hinweg ausspielen kann, dann ist der SCP ein heißer Kandidat für die Plätze an der Tabellenspitze.

1. FC Nürnberg will Seuchensaison mit glücklichem Happy End vergessen machen

Enrico Valentini (r.) und der 1. FC Nürnberg wollen in der Liga nicht so chancenlos sein, wie hier im DFB-Pokal gegen Christopher Nkunku und RB Leipzig.
Enrico Valentini (r.) und der 1. FC Nürnberg wollen in der Liga nicht so chancenlos sein, wie hier im DFB-Pokal gegen Christopher Nkunku und RB Leipzig.  © Daniel Karmann/dpa

Auch dem 1. FC Nürnberg ist mit dem neuen Trainer Robert Klauß einiges zuzutrauen. Nach der Last-Minute-Rettung in der Relegation gegen den FC Ingolstadt 04 hat der Club seinen Kader mächtig aufgerüstet. So kamen Pascal Köpke und Manuel Schäffler für den Sturm, Sarpreet Singh für das offensive Mittelfeld, Tom Krauß und Simon Rhein für das defensive Mittelfeld.

Dazu konnte man veranlagte Akteure wie Kapitän Enrico Valentini, die zentralen Mittelfeldspieler Johannes Geis, Hanno Behrens, die Innenverteidiger Asger Sörensen, Georg Margreifter und (Stand jetzt) auch noch Angreifer Robin Hack halten.

Auch darüber hinaus finden sich weitere talentierte Kicker im Kader, der sich allerdings erst noch finden muss. Beim 0:3 im DFB-Pokal gegen Champions-League-Halbfinalist RB Leipzig hatte man nicht den Hauch einer Chance. Es war phasenweise mehr als ein Klassenunterschied zu erkennen.

Dort war ersichtlich, dass beim FCN nach der Vorsaison offenbar noch einiges im Argen ist, weshalb sich die Mannschaft erst noch finden muss. 

Gelingt ihr das, dann hat sie die Qualität, um sich dauerhaft im oberen Tabellendrittel festzusetzen und vielleicht sogar auf einen der Aufstiegsplätze zu springen.

VfL Bochum, Holstein Kiel und SV Darmstadt 98 im erweiterten Kreis

Milos Pantovic (r.), Simon Zoller (l.) und Kapitän Anthony Losilla könnten mit dem VfL Bochum oben angreifen.
Milos Pantovic (r.), Simon Zoller (l.) und Kapitän Anthony Losilla könnten mit dem VfL Bochum oben angreifen.  © Roland Weihrauch/dpa

Noch drei andere Teams zählen zum erweiterten Kandidatenkreis. Zuerst muss man hier den VfL Bochum nennen. 

Der schafft es bisher, den umworbenen Torjäger Silvère Ganvoula zu halten, kann hoffen, dass Neuzugänge wie die Außenstürmer Gerrit Holtmann und Tarsis Bonga einschlagen und Leistungsträger wie Kapitän Anthony Losilla, Sechser Robert Tesche, die Offensivleute Danny Blum, Robert Zulj, Simon Zoller, Innenverteidiger Maxim Leitsch und Keeper Manuel Riemann eine gute Form haben. Dann hat auch der VfL das Zeug, oben anzugreifen.

Dies gilt ebenfalls für Holstein Kiel. Die KSV verstärkte sich mit Angreifer Fin Bartels, den Innenverteidigern Marcel Komenda, Simon Lorenz, Offensivmann Ahmet Arslan und Keeper Thomas Dähne sehr gut. Top-Kicker wie Kapitän Hauke Wahl, Stefan Thesker, Alexander Mühling, Janni Serra und auch der umworbene Jae-sung Lee sind weiterhin an Bord, weshalb Kiels talentierter Truppe viel zuzutrauen ist, wenn die Saison gut läuft.

Mit dem SV Darmstadt 98 gibt es noch eine achte Mannschaft, die den Sprung nach oben schaffen könnte. Die Lilien haben mit Lars Lukas Mai und Nicolai Rapp die Innenverteidigung gestärkt und mit Aaron Seydel den Angriff. Zudem sind großartige Zweitliga-Spieler wie Kapitän Fabian Holland, die Mittelfeldleute Victor Palsson, Tobias Kempe und Fabian Schnellhardt sowie Top-Stürmer Serdar Dursun (bislang) geblieben. Spielt der SVD am Limit, ist viel möglich.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa/PICTURE POINT / Roger Petzsche

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