Neuer Rekord: Wildes Elfmeter-Spektakel in Sevilla

Sevilla - Das gab es noch nie! Bei der Champions-League-Partie am Dienstagabend zwischen dem FC Sevilla und dem FC Red Bull Salzburg (1:1) hat Schiedsrichter Aleksei Kulbakov (41) Geschichte geschrieben. Mittendrin dabei der frisch gebackene deutsche Nationalspieler Karim Adeyemi (19).

Der neue DFB-Kicker Karim Adeyemi (19, 2.v.r.) war stets an den heißen Situationen beteiligt. Ein Tor blieb ihm dennoch verwehrt.
Der neue DFB-Kicker Karim Adeyemi (19, 2.v.r.) war stets an den heißen Situationen beteiligt. Ein Tor blieb ihm dennoch verwehrt.  © Daniel Gonzalez Acuna/ZUMA Press Wire/dpa

Eigentlich sind Elfmeterschießen in der Gruppenphase des prestigeträchtigsten UEFA-Klubwettbewerbs noch nicht möglich, allerdings dürfte es den Fans am Dienstag im Ramón Sánchez Pizjuan so vorgekommen sein.

Gleich viermal zeigte der weißrussische Offizielle in der ersten Halbzeit auf den Punkt. Das ist neuer Rekord auf internationaler Ebene!

Drei der Pfiffe ertönten dabei zugunsten der Österreicher. Der Gefoulte hieß jedoch immer gleich: Karim Adeyemi.

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Der junge Münchner aus der Jugend der SpVgg Unterhaching trat zum ersten Strafstoß in der 13. Minute auch selbst an, setzte die Kugel aber rechts am Tor vorbei.

Nur acht Minuten später schubste Jesus Navas (35) den DFB-Debütanten, wieder gab es Elfmeter (21.). Eine harte Entscheidung gegen den Kapitän der Spanier, doch durchaus vertretbar.

Diesmal schnappte sich der 19-jährige Kroate Luka Sucic die Pille und verwandelte sicher ins linke untere Eck.

Die Andalusier waren sichtlich beeindruckt von den frech aufspielenden Salzburgern und wurden oftmals überrannt.

In der 37. Minute räumte Sevilla-Keeper Yassine Bounou (30), genannt Bono, den Gewinner der U17-Fritz-Walter-Medaille von 2019 ab - die nächste Chance für den österreichischen Serienmeister.

Wieder trat Sucic an, doch diesmal ballerte der Mittelfeldspieler das Spielgerät an den rechten Pfosten.

FC Sevilla mit Dusel, Rote Karte für En-Nesyri

Das deutsche Talent scheiterte als Erster von vier Elfer-Schützen. Trotzdem bereitete er der spanischen Abwehr enorme Probleme.
Das deutsche Talent scheiterte als Erster von vier Elfer-Schützen. Trotzdem bereitete er der spanischen Abwehr enorme Probleme.  © Daniel Gonzalez Acuna/ZUMA Press Wire/dpa

Dann war endlich mal der Gastgeber an der Reihe. Nach 42 Minuten trifft RBS-Innenverteidiger Maximilian Wöber (23) mit Youssef En-Nesyri (24) den Star-Stürmer des Teams von Trainer Julen Lopetegui (54).

Nach einem kurzen Blick auf den Monitor war die historische Entscheidung gefallen. Der vierte Elfmeter in einem Spielabschnitt.

Ex-Schalker und Routinier Ivan Rakitic (33) ließ sich die Möglichkeit nicht nehmen und versenkte eiskalt zum Ausgleich.

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Zur Pause hieß es Durchatmen für die Spanier. Der Rekord-Sieger der Europa League konnte sich glücklich schätzen, nicht zurückzuliegen.

Kurz nach dem Seitenwechsel dann der nächste Schock: En-Nesyri flog vom Platz! Der marokkanische Goalgetter setzte zu einer plumpen Schwalbe an und sah die zweite Gelbe Karte (50.).

Im Anschluss entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, die Gäste drückten, bekamen das Leder aber nicht im Kasten von Bono unter, und auch der belarussische Referee hatte sein Pulver verschossen.

Letztendlich werden sich die Bullen ärgern, nicht mehr Punkte aus Südspanien entführt zu haben. Für den neutralen Beobachter hatte die Partie jedoch einen enormen Unterhaltungswert und wird noch eine Weile für Gesprächsstoff sorgen.

Titelfoto: Daniel Gonzalez Acuna/ZUMA Press Wire/dpa

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