Spuckattacke und Polizeieinsatz: Chaos im Spielertunnel bei Atlético gegen Man City!

Madrid - Beim 0:0-Unentschieden zwischen Atlético Madrid und Manchester City im Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel am Mittwochabend ging es schon auf dem Platz ordentlich zur Sache. Im Anschluss der Partie gerieten Spieler und Betreuer auch im Tunnel aneinander. Sogar die Polizei musste eingreifen.

Madrid-Coach Diego Simeone (51, r.) agierte gewohnt leidenschaftlich an der Seitenlinie. Nach der Begegnung kam es allerdings zu unschönen Szenen.
Madrid-Coach Diego Simeone (51, r.) agierte gewohnt leidenschaftlich an der Seitenlinie. Nach der Begegnung kam es allerdings zu unschönen Szenen.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Besonders Atlético-Rechtsverteidiger Sime Vrsaljko (30) flippte beim Gang in die Kabinen völlig aus und musste von mehreren Mitarbeitern zurückgehalten werden, wie ein Video zeigt, das nach dem Match in den sozialen Netzwerken die Runde machte.

Der kroatische Nationalkicker warf kurz nach Betreten der Katakomben des Wanda Metropolitano ein Paar Torwarthandschuhe in Richtung der Citizens, während er sich lautstark aufregte. Anschließend wollte er offenbar auf City-Abwehrmann Kyle Walker (31) losgehen.

Seine Kollegen blockierten den Angriff jedoch, woraufhin der 30-Jährige den "Three Lions"-Akteur augenscheinlich bespuckte. Danach erkennt man, wie die Polizei in die Menge stürmt, um die streitenden Mannschaften zu trennen.

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Auch Innenverteidiger Stefan Savic (31) hatte sich nach dem Ausscheiden seines Teams noch nicht beruhigt und diskutierte hitzig mit Jack Grealish (26).

Video des Katakomben-Vorfalls nach dem Match zwischen Atlético Madrid und Manchester City auf Twitter

Beim Spiel zwischen Atlético Madrid und Manchester City ging es heiß her

Stefan Savic (31, 2.v.r.) legte sich auch mit Raheem Sterling (27, 3.v.r.) an und sah im Anschluss die gelbe Karte.
Stefan Savic (31, 2.v.r.) legte sich auch mit Raheem Sterling (27, 3.v.r.) an und sah im Anschluss die gelbe Karte.  © Nick Potts/PA Wire/dpa

Die beiden Streithähne waren schon während einer Rudelbildung in der 90. Minute des umkämpften CL-Krachers aneinandergeraten, nachdem Felipe (32) City-Star Phil Foden (21) umgegerätscht und getreten hatte.

Das Riesentalent wollte in der Folge wertvolle Sekunden für die Truppe von Pep Guardiola (51) rausholen und rollte sich zurück aufs Spielfeld. Das schmeckte Savic wiederum gar nicht, der sofort auf den 21-Jährigen losging, woraufhin die Situation eskalierte.

Grealish kam seinem Kameraden zu Hilfe und wurde vom Montenegro-Kicker an den Haaren gezogen. Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert (37) verwarnte den 31-Jährigen für die Aktion, außerdem stellte er Felipe mit einer gelb-roten Karte vom Platz.

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Auch sportlich setzte die Mannschaft von Diego Simeone (51) den Gast aus Manchester gehörig unter Druck und erspielte sich zahlreiche Gelegenheiten. Am Ende blieb es jedoch beim torlosen Remis, das dem Tabellenführer der Premier League zum Einzug ins Halbfinale der Königsklasse reichte.

Dort treffen die Himmelblauen am 27. April auf Real Madrid, das sich bereits am Dienstagabend in der Verlängerung gegen den FC Chelsea (3:2) durchgesetzt hatte.

Dietmar Hamann fordert eine Bestrafung für Atlético Madrid

Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann (48) hofft auf Sanktionen der UEFA.
Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann (48) hofft auf Sanktionen der UEFA.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Europäische Fußball-Union teilte am Donnerstag auf dpa-Anfrage mit, dass der Bericht der Offiziellen um Siebert übermittelt worden ist. Dieser würde nun ausgewertet. Bis dahin können man keine weiteren Informationen geben.

Unterdessen forderte der ehemalige Nationalspieler Dietmar Hamann (48) eine harte Strafe: "Ich hoffe wirklich, dass die UEFA da jetzt mal eingreift und denen richtig mal eine auf die Finger haut. Diese Szenen gehen nicht", sagte der 48-Jährige gegenüber Sky Sports.

Auch Emotionen und die körperbetonte Spielweise Colchoneros seien keine Entschuldigung für das unsportliche Verhalten: "Wenn das Spiel vorbei ist, dann schüttelt man sich die Hand und weiter geht's."

"Das sind sie dem Fußball, dem Fan, den Leuten auf der Welt schuldig. Und ich hoffe, dass man sie jetzt mal sanktioniert", so Hamann.

Originalmeldung von 8.42 Uhr, Aktualisiert 14.35 Uhr.

Titelfoto: Bildmontage: Manu Fernandez/AP/dpa, Nick Potts/PA Wire/dpa

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