Timo Werner macht Weg frei, Kai Havertz schießt Chelsea gegen City zum Champions-League-Sieg!

Porto - Ein deutscher Nationalspieler entschied das Champions-League-Finale! Der FC Chelsea hat Manchester City dank des goldenen Tores von Kai Havertz (43. Minute) vor 14.110 Fans im Estadio do Dragao mit 1:0 (1:0) besiegt.

Timo Werner spielte seine Schnelligkeit mehrfach aus, blieb im Abschluss jedoch glücklos und wurde in der 67. Minute ausgewechselt.
Timo Werner spielte seine Schnelligkeit mehrfach aus, blieb im Abschluss jedoch glücklos und wurde in der 67. Minute ausgewechselt.  © dpa/David Klein/CSM via ZUMA Wire

City-Coach Pep Guardiola nahm nach dem 5:0-Kantersieg in der Premier League gegen den FC Everton nur zwei Veränderungen vor: Ilkay Gündogan und Bernardo Silva ersetzten Fernandinho und Gabriel Jesus (beide Bank).

Blues-Trainer Thomas Tuchel wechselte nach dem 1:2 bei Aston Villa ebenfalls zweimal: Havertz und N'Golo Kante liefen für Christian Pulisic und Mateo Kovacic (beide Bank) auf.

Die Partie begann temporeich und mit viel spielerischer Klasse. Gerade Havertz und Timo Werner setzten offensiv erste Zeichen, ohne sich allerdings entscheidend durchsetzen zu können.

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Die erste Chance hatten dann die Skyblues. CFC-Rechtsverteidiger Reece James drängte Raheem Sterling zwar noch ab, trotzdem kam der Flügelflitzer mit der Hacke aus spitzem Winkel zum Abschluss, scheiterte aber am aufmerksamen Blues-Keeper Edouard Mendy (8.).

Auf der anderen Seite bediente Havertz mit viel Übersicht Werner - doch der Stürmer schoss sich sechs Meter frei vor dem Tor stehend selbst an und machte damit eine Top-Möglichkeit zunichte (10.)!

Wenig später erlief sich Mason Mount das Leder, behielt die Übersicht und legte auf Werner quer, der diesmal nicht genug Druck hinter seinen Schuss bekam, sodass Ederson sicher zupacken konnte (14.). Nur Sekunden später traf der auffällige und emsige deutsche Nationalstürmer aus spitzem Winkel das Außennetz (14.).

Startelf von Manchester City für das Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea

Anfangsformation vom FC Chelsea für das Champions-League-Finale gegen Manchester City

Kai Havertz bringt den FC Chelsea gegen Manchester City in Führung

Chelsea-Angreifer Kai Havertz (r.) legt den Ball an Ederson vorbei und schiebt zum 1:0 für Chelsea ein. Zwar kommt der City-Keeper noch ans Leder, kann es aber nicht mehr entscheidend ablenken.
Chelsea-Angreifer Kai Havertz (r.) legt den Ball an Ederson vorbei und schiebt zum 1:0 für Chelsea ein. Zwar kommt der City-Keeper noch ans Leder, kann es aber nicht mehr entscheidend ablenken.  © dpa/Adam Davy/PA Wire

Chelsea war in der ersten Viertelstunde das tonangebende Team, doch auch Manchester hatte Zugriff auf diese packende Begegnung.

In der Folge blieb es ein enges und umkämpftes Duell mit einigen Strafraumszenen, aber ohne weitere große Gelegenheiten. Gerade die Blues machten vieles richtig, trafen im letzten Drittel aber zu oft falsche oder überhastete Entscheidungen, sodass aussichtsreiche Situationen wirkungslos verpufften.

Dafür standen Tuchels Mannen in der Defensive um den deutschen Nationalinnenverteidiger Antonio Rüdiger sehr sicher, ließen gegen die herausragende Manchester-Offensive nichts zu - und schlugen kurz vor der Pause dann doch einmal entscheidend zu.

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Werner schuf mit seinem Laufweg auf der linken Seite Freiraum, doch Mount spielte einen Traumpass in den Lauf von Havertz, der durch Werners Sprint in der Zentrale Platz hatte, den Ball am herausstürzenden Ederson vorbeilegte und ins leere Tor einschob - 1:0 für Chelsea (43.)!

Zwar war der Manchester-Keeper mit der Hand noch an der Kugel, konnte sie aber nicht mehr entscheidend ablenken. Zur Pause blieb es bei der knappen und gleichzeitig verdienten Blues-Führung.

Timo Werner (2.v.l.) schaffte mit seinem Laufweg Platz, Kai Havertz (v.-r.) profitierte und veredelte den starken Chelsea-Angriff zum 1:0-Siegtreffer. City-Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan (r.) hadert mit seinen Teamkollegen.
Timo Werner (2.v.l.) schaffte mit seinem Laufweg Platz, Kai Havertz (v.-r.) profitierte und veredelte den starken Chelsea-Angriff zum 1:0-Siegtreffer. City-Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan (r.) hadert mit seinen Teamkollegen.  © dpa/Nick Potts/PA Wire

Chelsea-Verteidiger Antonio Rüdiger und Manchester-Leader Kevin De Bruyne rasseln übel zusammen!

Kevin De Bruyne (M.) musste nach einem schweren Zusammenprall mit Antonio Rüdiger unter Tränen und mit einem Veilchen unter dem linken Auge ausgewechselt werden.
Kevin De Bruyne (M.) musste nach einem schweren Zusammenprall mit Antonio Rüdiger unter Tränen und mit einem Veilchen unter dem linken Auge ausgewechselt werden.  © dpa/Susana Vera/Pool Reuters/AP

Auch im zweiten Durchgang machten die Blues das Zentrum dicht und besetzten die Außenpositionen gut, sodass City nicht durchkam und trotz aller Versuche keine Mittel fand, um daran etwas zu ändern. Wieder mal war Chelsea für Manchester ein extrem unangenehmer, schwer zu bespielender Kontrahent.

So war das erste "Highlight" der zweiten Halbzeit ein heftiger Zusammenprall von Rüdiger und De Bruyne, bei dem sich beide verletzten (56.). Der belgische Nationalkicker musste humpelnd, mit einem Veilchen unter dem Auge und unter Tränen ausgewechselt werden, während Rüdiger zwar erkennbar benommen war, aber weitermachen konnte (60.).

Anschließend wogte die Partie hin und her, blieb hochspannend, weil beide Teams sich nichts schenkten und leistungsmäßig - wie erwartet - nah beieinander waren.

Dann hatten die Blues die Vorentscheidung auf dem Fuß. Mal wieder eroberte Antreiber Kante den Ball, der überragende Havertz ließ zwei Gegner aussteigen und bediente Pulisic im perfekten Moment, doch der frühere Dortmunder schoss aus halbrechter Position knapp am linken Eck vorbei - was für eine Chance (73.)!

In der Schlussphase beeindruckte vor allem die herausragende, extrem konzentrierte und mannschaftlich geschlossene Defensivleistung der "Gäste" nachhaltig. Sie ließen trotz eines sichtbar höheren City-Drucks auch in den sieben Minuten Nachspielzeit fast nichts zu. Einzig Riyad Mahrez kam zu einem richtig guten Abschluss, schoss volley aus 16 Metern aber um Zentimeter über den Kasten (90.+6).

Pure Emotionen! Chelsea-Coach Thomas Tuchel bejubelt euphorisch den Führungstreffer von Kai Havertz und durfte sich am Ende auch über den größten Erfolg seiner Karriere freuen.
Pure Emotionen! Chelsea-Coach Thomas Tuchel bejubelt euphorisch den Führungstreffer von Kai Havertz und durfte sich am Ende auch über den größten Erfolg seiner Karriere freuen.  © dpa/Pierre Philippe Marcou/Pool AFP/AP

Am Ende gewann Chelsea dieses interessante sowie fesselnde Champions-League-Finale mit 1:0 und krönte sich zum besten Verein Europas!

Titelfoto: dpa/Nick Potts/PA Wire

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