"Corona ist wie Fußball": Das sind die Nominierten für den Fußball-Spruch des Jahres

Nürnberg - Seit 2006 vergibt die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur jährlich einen Preis für das amüsanteste und durchdachteste Zitat über die schönste Nebensache der Welt. Elf Kandidaten stehen dieses Jahr zu Auswahl.

Philosophische Ader: Leon Goretzka (26) scheut nicht vor klaren Worten zurück und ist sogar doppelt für den Kultur-Preis nominiert.
Philosophische Ader: Leon Goretzka (26) scheut nicht vor klaren Worten zurück und ist sogar doppelt für den Kultur-Preis nominiert.  © Tom Weller/dpa

In Leon Goretzka (26), Julian Nagelsmann (34) und Niklas Süle (26) sind gleich drei Akteure vom FC Bayern München für den Fußball-Spruch des Jahres 2021 nominiert.

Die Vorauswahl wurde von einer elfköpfigen Experten-Jury zusammengestellt, zu der unter anderem der Sportreporter Manfred Breuckmann (70) und die Politikerin Claudia Roth (66) gehören.

Goretzka ist als einziger mit zwei Zitaten vertreten - unter anderem mit: "Es ist schön, mal wieder 82 Millionen Bundestrainer zu haben und nicht 82 Millionen Virologen."

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Neben den Bayern-Profis gehören auch die Bundesliga-Trainer Steffen Baumgart (49, 1. FC Köln) und Christian Streich (56, SC Freiburg) mit Sprüchen zur Vorauswahl.

Hamburger SV-Legende Horst Hrubesch (70) und Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe (47) haben es ebenfalls in die Top Elf geschafft. Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc (59), FC St. Pauli-Coach Timo Schultz (44) und Journalist Klaas Reese komplettieren das Feld.

Bis einschließlich 22. September kann per Online-Voting abgestimmt werden. Das Ergebnis entscheidet dann zu 70 Prozent über die finalen Platzierungen, die restlichen 30 Prozent machen die Jury-Entscheidung aus.

Der Preis ist mit 5000 Euro für einen gemeinnützigen Zweck dotiert.

Hier sind die Kandidaten - Von witzig bis kritisch ist alles dabei

Immer einen lockeren Spruch parat. Christian Streich (56) ist bekannt für seine direkte aber witzige Art.
Immer einen lockeren Spruch parat. Christian Streich (56) ist bekannt für seine direkte aber witzige Art.  © Philipp von Ditfurth/dpa

"Corona ist wie Fußball. Es reicht ein einziger Kontakt, um alles auf den Kopf zu stellen." (Leon Goretzka)

"Die größte Gefahr für den Profifußball geht nicht von den Fans, sondern von den Funktionären aus." (Klaas Reese)

"Ein Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter pfeift und ich nicht mehr brülle." (Steffen Baumgart)

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"Es ist schön, mal wieder 82 Millionen Bundestrainer zu haben und nicht 82 Millionen Virologen." (Leon Goretzka)

"Es gab einen Kontakt. Ich dachte immer, es müsse ein Foul geben." (Christian Streich)

"Fußball macht nur dann Spaß, wenn du auch Spaß daran hast." (Horst Hrubesch)

"Ich habe als Kind immer gedacht, dass der Lotoma heißt und Thäus mit Nachnamen. Dann habe ich im Fanshop angerufen und gesagt, ich hätte gern ein Trikot mit der 10 Lotoma. Und da haben die gesagt, es gibt kein Lotoma." (Julian Nagelsmann)

"Ich wäre auch gerne mal Nationalspieler gewesen. Ostfriesland war leider nie ein eigenständiger Staat. Von daher gab's da für mich keine Chance." (Timo Schultz)

"Leider ändern in diesem Verband Argumente nichts, sondern nur die Steuerfahndung oder Richter." (Manuel Gräfe)

"Wenn ich scheiße spiele, habe ich nicht so viel Lust auf die Interviews, und wenn ich gut spiele, habe ich auch nicht so viel Lust auf Interviews." (Niklas Süle)

"Wir haben die Abstandsregeln im Spiel gegen den Ball vorbildlich eingehalten." (Michael Zorc)

Bisherige Gewinner

Der Gewinner des vergangenen Jahres ist der damalige HSV-Spielleiter Daniel Thioune (47). Sein Spruch lautete:

"Wer es nicht schafft, gegen den HSV zu punkten, sollte nicht auf dem Rücken eines Flüchtlings, der niemandem etwas getan hat, versuchen, einen Vorteil herauszuholen, sondern besser auf die eigenen sportlichen Fehler schauen."

So äußerte sich der 47-Jährige über die Proteste anderer Vereine, nachdem es zu Vorwürfen gegenüber dem Spieler Bakery Jatta (23) bezüglich dessen Identität kam.

Die Siegerin von 2019 widmete sich einem seichteren Thema:

"Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf.", sagte Imke Wübbenhorst (32). Die erste Trainerin einer Oberliga-Männermannschaft wurde gefragt, ob sie eine Sirene auf dem Kopf trage, um nackte Fußballer in der Kabine vor ihr zu warnen.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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