Deutschland kassiert gegen Spanien im Gigantenduell Last-Minute-Ausgleich!

Stuttgart - Ganz bitter! Die deutsche Nationalmannschaft hat einen fast schon sicher geglaubten Sieg am ersten Spieltag der Nations League in der Mercedes-Benz Arena noch hergeschenkt und in der sechsten Minute der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich gegen Spanien kassiert.

DFB-Debütant Robin Gosens bereitete nicht nur den deutschen Führungstreffer vor, sondern deutete seine Dynamik und seinen Offensivdrang immer wieder an.
DFB-Debütant Robin Gosens bereitete nicht nur den deutschen Führungstreffer vor, sondern deutete seine Dynamik und seinen Offensivdrang immer wieder an.  © Christian Charisius/dpa

Der gebürtige Stuttgarter Timo Werner hatte die DFB-Elf mit 1:0 in Führung gebracht (51. Minute), doch José Gayà glich sehr spät zum 1:1 aus (90.+6).

In der Anfangsphase mussten sich beide Mannschaften allerdings erst einmal finden. Alle Spieler befanden sich auf einem anderen körperlichen Level, was der Partie anzumerken war.

Dennoch entwickelte sich bald ein munteres Aufeinandertreffen, in dem es in der 11. Minute auch die erste Chance gab. 

Toni Kroos flankte aus dem linken Halbfeld auf den aufgerückten Rechtsverteidiger Thilo Kehrer, der Keeper David de Gea mit einem Kopfballaufsetzer aus sieben Metern in die kurze Ecke zu einer ersten Parade zwang.

Wenig später brachte ein unglücklicher Rückpass von Emre Can dann DFB-Torhüter Kevin Trapp und Geburtstagskind Niklas Süle in Bedrängnis.

Die beiden waren sich nicht einig, weshalb Mittelstürmer Rodrigo an die Kugel kam, aber zu langsam agierte. So konnte ihm Trapp ihm den Ball noch weggrätschen (14.).

Nun gab es einige Torraumszenen. Der aufmerksame de Gea musste einen Schuss von Julian Draxler (15.) und einen wunderbaren Schlenzer von Leroy Sané (18.) entschärfen. Auf der anderen Seite parierte Trapp gegen Sergio Busquets (23.) und Rodrigo (45.).

Deutschlands Startaufstellung für das Nations-League-Spiel gegen Spanien

Spaniens Anfangself gegen die DFB-Auswahl

DFB-Debütant Robin Gosens bereitet vor, der gebürtige Stuttgarter Timo Werner trifft für Deutschland

Timo Werner (M.) ließ sich auch von Spaniens Kapitän Sergio Ramos (l.) nicht aufhalten und traf mit seinem Schuss in die linke Ecke zum 1:0 für Deutschland.
Timo Werner (M.) ließ sich auch von Spaniens Kapitän Sergio Ramos (l.) nicht aufhalten und traf mit seinem Schuss in die linke Ecke zum 1:0 für Deutschland.  © Christian Charisius/dpa

Anschließend versuchten beide Teams viel, doch die Defensivreihen standen sicher und ließen wenig zu. Die Räume wurden früh eng gemacht, die Gegner schnell angelaufen, sodass es taktisch das erwartet hohe Niveau war, obwohl auf deutscher Seite viele Bayern- und RB-Leipzig-Akteure nicht nominiert worden waren und eine verdiente Verschnaufpause erhielten.

Die Begegnung wogte hin und her, keiner konnte das Geschehen auf Dauer an sich reißen. Hier musste man gerade die DFB-Dreierkette um Antonio Rüdiger, Niklas Süle und Emre Can hervorheben, die bis auf zwei Momente sehr gut stand und mit erstklassigem Aufbauspiel immer wieder für ansehnliche Momente der DFB-Elf sorgte.

Offensiv kamen Werner, Sané und Draxler über gute Ansätze aber noch nicht hinaus, weil ihnen beim letzten Pass zu häufig die Präzision fehlte.

Deshalb ging es berechtigterweise mit dem torlosen Unentschieden in die Kabinen. Nach der Pause dauerte es aber nicht lange, bis Werner in seiner Heimat traf. Ilkay Gündogan spielte Debütant Robin Gosens auf der linken Seite mit viel Übersicht frei. 

Der linke Flügelspieler von Atalanta Bergamo behielt die Übersicht, passte in die Mitte, wo Werner einen Haken schlug und aus 15 Metern zentraler Position platziert in die linke untere Ecke einschoss - 1:0 für Deutschland (51.)!

Timo Werner (3.v.l.) schoss Deutschland in seiner Heimatstadt Stuttgart mit 1:0 in Führung.
Timo Werner (3.v.l.) schoss Deutschland in seiner Heimatstadt Stuttgart mit 1:0 in Führung.  © Christian Charisius/dpa

José Gayá gleicht spät für Spanien gegen Deutschland aus

Emre Can (r.) zeigte als rechter Part der Dreierkette gewohnt vollen Einsatz. Hier kämpft er mit Spaniens Mittelstürmer Rodrigo um den Ball.
Emre Can (r.) zeigte als rechter Part der Dreierkette gewohnt vollen Einsatz. Hier kämpft er mit Spaniens Mittelstürmer Rodrigo um den Ball.  © Christian Charisius/dpa

Spanien reagierte prompt und erhöhte den Druck. Rodrigo schlenzte haarscharf drüber (58.), Trapp warf sich in einen Schuss von Fábian Ruiz und entschärfte diesen (64.), auch Bayern-Star Thiago verzog knapp (70.). Außerdem war Trapp auch gegen Óscar auf dem Posten (84.).

Auf der anderen Seite konterte die DFB-Auswahl über die pfeilschnellen Angreifer immer wieder gefährlich. Werner traf nach hervorragender Sané-Vorarbeit aus spitzem Winkel nur das Außennetz (61.), dazu scheiterte Süle mit seinem Kopfball an de Gea (78.).

Viel mehr Gelegenheiten hatte das Team von Bundestrainer Joachim Löw aber nicht, weil man sich gerade in der Schlussphase etwas zu oft zu tief fallen ließ und deshalb einige brenzlige Situationen über sich ergehen lassen musste. 

In der zweiten Minute der Nachspielzeit traf der neu gekommene Ansu Fati per Kopf zum Ausgleich, der aber nicht zählte, weil Sergio Ramos den eingewechselten Matthias Ginter gefoult hatte - Glück für die DFB-Elf! Dieses währte allerdings nur kurz. Denn wenig später bekam Deutschland den Ball zweimal nicht aus der Gefahrenzone - und wurde ganz spät bestraft. 

Spanien brach über Ferrán Torres auf der rechten Seite durch. Das Top-Talent chippte das Leder in die Mitte, wo José Gayà goldrichtig stand und zum 1:1-Endstand traf (90.+6.). Dabei blieb es, denn wenig später war Schluss. Für Deutschland geht es in der Nations League bereits am Sonntag (20.45 Uhr) mit dem Auswärtsspiel in der Schweiz weiter.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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