DFB-Auswahl um Gosens nach spätem Ausgleich gegen Spanien sauer: "Eier-Gegentor!"

Stuttgart - Der Debütant hat einiges dazugelernt! Robin Gosens (26) gab nach dem 1:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien zu, eine wichtige Sache nicht gewusst zu haben.

Robin Gosens (r.) attackiert in dieser Szene Spaniens Kapitän Sergio Ramos.
Robin Gosens (r.) attackiert in dieser Szene Spaniens Kapitän Sergio Ramos.  © Christian Charisius/dpa

Am ZDF-Mikrofon erklärte er: "Ich habe wieder etwas gelernt. Ich dachte, wenn ich hinter der Linie stehe, bin ich nicht mehr im Spiel."

Gosens hatte nämlich vor dem Ausgleichstreffer der Spanier versucht, die Flanke von Ferrán Torres in die Mitte zu verhindern, was nicht gelang. Zu allem Überfluss lag der Kicker des italienischen Spitzenklubs Atalanta Bergamo hinter der Torauslinie und hob somit das Abseits auf.

Nur deshalb zählte das Tor von José Gayà. Darüber war der linke Flügelspieler sauer: "Es geht mir ordentlich auf den Zünder, dass wir in der letzten Sekunde dieses Eier-Gegentor bekommen."

Dennoch sprach er von einem "gigantischen Abend" - und zwar völlig zurecht. Der Neuling hatte in seiner ersten Partie für die DFB-Auswahl seine Dynamik und seinen Offensivdrang mehr als nur angedeutet.

Außerdem bereitete er den 1:0-Führungstreffer durch Timo Werner mit viel Übersicht vor und fügte sich auch ansonsten gut in das Spiel seiner zusammengewürfelten Mannschaft ein. 

Gerade dafür zeigte er, zeigte Deutschland eine gute Darbietung, die aber natürlich nicht fehlerfrei war.

DFB-Bundestrainer Joachim Löw lobt Robin Gosens

Niedergeschlagene Gesichter: Deutschland kassierte gegen Spanien in letzter Sekunde den Ausgleich.
Niedergeschlagene Gesichter: Deutschland kassierte gegen Spanien in letzter Sekunde den Ausgleich.  © Christian Charisius/dpa

Joachim Löw bezeichnete seinen Auftritt im ZDF als "gut", weil Gosens "viel gearbeitet" habe. Dazu besitze er "auch eine sehr gute Technik, Passtechnik." Des Weiteren habe er in der ersten Halbzeit einige starke  Flanken in den Strafraum geschlagen, weshalb er "mit ihm zufrieden war".

Über das späte 1:1 ärgerte sich der DFB-Bundestrainer allerdings. Dennoch meinte er: "Unsere Jungs haben alles gegeben. Wir haben gefightet bis zum Schluss."

Trotzdem war der Kräfteverschleiss am Ende deutlich zu sehen. Spanien warf noch einmal alles nach vorne, Deutschland bekam den Ball mehrfach nicht mehr richtig geklärt, was schließlich doch noch bestraft wurde und dazu führte, dass die DFB-Elf nur einen statt möglicher drei Zähler auf dem Konto hat.

Allerdings stimmt Löws Analyse, dass man "lange gut verteidigt" habe, ehe man das ein oder andere Kopfballduell zu viel verlor. Bedenkt man, dass er auf viele Leistungsträger verzichtete bzw. verzichten musste, macht der Auftritt Mut.

Denn auch wenn es einige Abstimmungsprobleme gab und bei weitem nicht alles klappte, war Deutschland griffig, engagiert und warf alles in die Waagschale, was es den Spaniern lange Zeit sehr schwer machte. Schade, dass man nicht noch ein paar Sekunden länger durchhielt. So ein Prestigeerfolg hätte der Mannschaft sicher zusätzlich Auftrieb gegeben.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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