DFB-Coach Löw übt harsche Kritik an der UEFA: "Wenn nicht jetzt, wann dann?!"

Stuttgart - Joachim Löw (60) sprach Klartext! Der DFB-Bundestrainer bekundete im Anschluss an das Nations-League-Spiel zwischen Deutschland und Spanien (1:1) seinen Unmut über einige Entscheidungen der UEFA.

Joachim Löw (60) wurde nach dem 1:1 seiner DFB-Auswahl gegen Spanien deutlich.
Joachim Löw (60) wurde nach dem 1:1 seiner DFB-Auswahl gegen Spanien deutlich.  © Christian Charisius/dpa

"Ich als Trainer habe eine andere Meinung und bin mit einigem in der Form nicht unbedingt einverstanden. Drei Spiele im Oktober halte ich nicht für sinnvoll bei der ganzen Geschichte, die war", sagte er am Mikrofon des ZDF.

Dazu gebe es im selben Rhythmus auch noch drei Spiele im November. "Da hätten zwei gereicht", so Löw. "Mit so einer jungen Mannschaft, die manchmal auch neu zusammengesetzt ist, braucht man ein paar Trainingseinheiten."

Nun holte der Coach noch weiter aus. Die ganze Zeit seien fünf Wechsel erlaubt gewesen. Jetzt wurde wieder zurückgerudert und es sind nur drei erlaubt. Löw verdeutlichte: "Jetzt hätte es Sinn gemacht! Wenn nicht jetzt, wann dann?!"

Aktuell kämen die Akteure aus dem Urlaub. "Einige Spieler von uns und auch von den Spaniern sind auf dem Zahnfleisch gelaufen."

"Aus Vernunftgründen" und hinsichtlich der "Gesundheit der Spieler" wäre es richtig gewesen, nicht jeweils drei Partien innerhalb von nur sieben Tagen anzusetzen. 

Denn: "Ab jetzt stehen viele Englische Wochen an. Das ist ein Hammerprogramm." Das schlage sich "auf die Gesundheit, die Qualität und die Fitness" nieder. "Deswegen bin ich damit - als Trainer - nicht unbedingt sehr glücklich."

Per Mertesacker und Jochen Breyer stimmen Joachim Löws Kritik zu

Joachim Löw (60) ärgert sich, dass die UEFA in der Nations League nur drei statt fünf Wechsel erlaubt.
Joachim Löw (60) ärgert sich, dass die UEFA in der Nations League nur drei statt fünf Wechsel erlaubt.  © Christian Charisius/dpa

Löw bekam Zustimmung von ZDF-Experte und seinem Ex-Spieler Per Mertesacker: "Es ist fragwürdig, diese Entscheidung jetzt zu diesem Zeitpunkt "zu fällen. 

Auch Moderator Jochen Breyer sprach von einem "Mammutprogramm". Sie alle hatten damit recht. Dass Löw auf den Bayern-Block um seine Führungsspieler Manuel Neuer, Joshua Kimmich, dazu Leon Goretzka und Serge Gnabry verzichtete, war eine Entscheidung mit Weitblick, die aber aus der Not heraus getroffen wurde.

Schließlich gewannen die Münchner gerade erst, am 23. August, durch das 1:0 im Finale gegen den FC Paris Saint-Germain die Champions League und starten am 18. September (20.30 Uhr) schon wieder gegen den FC Schalke 04 in die neue Bundesliga-Saison. 

Dann steht der UEFA Super Cup gegen Europa-League-Sieger FC Sevilla an (24. September, 21 Uhr), ehe es in der Liga gegen die TSG 1899 Hoffenheim weitergeht (27. September, 15.30 Uhr), bevor der DFL-Supercup gegen Borussia Dortmund ausgespielt wird (30. September, 20.30 Uhr).

Danach folgen weitere Bundesliga-Partien, das verschobene Erstrunden-Match des DFB-Pokals, Länderspiele und zwischen dem 20. Oktober und 8. Dezember die sechs Gruppenspieltage der Champions League. Und die Bayern sind nur eines von vielen Beispielen. Die Kritik am (mal wieder) viel zu engen Rahmenterminkalender, der aus allen Nähten platzt, ist also verständlich.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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