DFB-Elf betreibt Chancenwucher, verzweifelt an Rumäniens Keeper Florin Nita und siegt dennoch!

Bukarest - Die DFB-Chancenverwertung war ganz schwach! Deutschland hat es am 2. Spieltag der WM-Qualifikation in Rumänien unnötig spannend gemacht und trotz einer Vielzahl von Möglichkeiten nur mit 1:0 (1:0) gewonnen.

Immer wieder scheiterten die deutschen Spieler - wie hier Serge Gnabry (l.) - an Rumäniens starkem Keeper Florin Nita.
Immer wieder scheiterten die deutschen Spieler - wie hier Serge Gnabry (l.) - an Rumäniens starkem Keeper Florin Nita.  © dpa/Stefan Constantin

Das goldene Tor in der leeren Arena Nationala erzielte Serge Gnabry bereits in der 16. Minute.

Bundestrainer Joachim Löw schickte exakt dieselbe Elf ins Rennen, die am Donnerstag mit 3:0 gegen Island gewonnen hatte.

Und die machte direkt zu Beginn Druck und erspielte sich einige Chancen. Erst verzog Emre Can seinen Schlenzer (5.), dann tauchte Kai Havertz frei vor Rumäniens Keeper Florin Nita auf, scheiterte jedoch aus spitzem Winkel am Schlussmann von Sparta Prag (9.).

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Auf der anderen Seite schossen Claudiu Keseru (8.) und Valentin Mihaila (12.) vorbei. Ihre Gelegenheiten bewiesen: Die Hausherren versteckten sich nicht.

Dennoch gerieten sie wenig später in Rückstand, weil Havertz einen Chipball von Antonio Rüdiger klasse verarbeitete, im Strafraum die Übersicht behielt und für Gnabry querlegte, der aus fünf Metern nur noch einzuschieben brauchte - 1:0 für Deutschland (16.)!

Auch in der Folge blieb die DFB-Auswahl hellwach: Gnabry legte für Joshua Kimmich ab, der aus 25 Metern einen Strahl losließ, der noch tückisch abgefälscht wurde. Doch Nita lenkte das Leder mit den Fingerspitzen großartig an die Latte (19.)! Nur Sekunden später scheiterte auch der freistehende Gnabry am gut aufgelegten Keeper der Hausherren (20.).

Rumäniens Startaufstellung gegen Deutschland

DFB-Anfangself im WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien

Deutschland kann Florin Nita nicht überwinden und macht es unnötig spannend

Serge Gnabry (r.) ließ zwar mehrere Chancen aus, traf aber auch zum 1:0 für Deutschland.
Serge Gnabry (r.) ließ zwar mehrere Chancen aus, traf aber auch zum 1:0 für Deutschland.  © dpa/Stefan Constantin

Davon abgesehen pressten die Gäste früh, agierten ballsicher und ließen Rumänien so nicht zur Entfaltung kommen. Lediglich Razvan Marin prüfte Manuel Neuer mit einem 18-Meter-Schuss, bei dem der Bayern-Torwart sicher zupackte (27.).

Doch der Schwung ebbte immer mehr ab, was auch am fehlenden Mut zum Risiko auf deutscher Seite und zu wenigen Positionswechseln lag, weshalb die Begegnung nun statisch und höhepunktarm war. So blieb es zur Pause beim knappen 1:0 für die DFB-Auswahl.

Im zweiten Abschnitt wurde das Spiel wieder etwas munterer. Leon Goretzka hatte die erste Möglichkeit, als er wuchtig, aber unplatziert aus 16 Metern schoss, doch Nita konnte erneut parieren (50.). Auch Gnabry brachte er einige Zeigerumdrehungen später zur Verzweiflung. Nach einem klasse Tempodribbling zielte der Bayern-Star flach in die rechte Ecke, doch Nita tauchte ab und lenkte die Kugel zur Ecke (58.).

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Gegen Ilkay Gündogan (60.) und den eingewechselten Timo Werner war er ebenfalls auf dem Posten (80./85.). Zwischendurch bekam Gnabry nach exzellenter Vorarbeit von Leroy Sané nur noch die Fußspitze an den Ball und setzte diesen aus wenigen Metern knapp am Kasten vorbei (63.). So musste man bis zum Ende zittern, ehe der verdiente Auswärtssieg gefeiert werden konnte. Die Hausherren wurden in der Schlussphase offensiver und hatten durch Nicolae Stanciu eine gute Chance, doch der Angreifer traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (90.).

Allerdings hätten die Gastgeber den einen Punkt auch nicht verdient gehabt. Für Rumänien geht es nun am Mittwoch (18 Uhr) mit dem Auswärtsspiel bei Armenien weiter, während Deutschland am selben Tag (20.45 Uhr) Nordmazedonien empfängt.

Titelfoto: dpa/Stefan Constantin

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