DFB-Elf und Schweiz mit spektakulärem Tor-Feuerwerk!

Köln - Tore satt! Die deutsche Nationalmannschaft und die Schweiz haben sich in der Nations League einen packenden Fight geliefert. Am Ende trennten sich die Teams mit 3:3 (1:2).

Mario Gavranovic (2.v.r.) köpft die Kugel in hohem Bogen über Manuel Neuer (nicht im Foto) in die linke obere Ecke zum 1:0 für die Schweiz ein.
Mario Gavranovic (2.v.r.) köpft die Kugel in hohem Bogen über Manuel Neuer (nicht im Foto) in die linke obere Ecke zum 1:0 für die Schweiz ein.  © Federico Gambarini/dpa

Die Tore im gähnend leeren RheinEnergieSTADION erzielten Mario Gavranovic zum 1:0 (5. Minute) und Remo Freuler zum 2:0 (26.) für die Schweiz. 

Timo Werner verkürzte für Deutschland auf 1:2 (29.), Kai Havertz glich zum 2:2 aus (55.), ehe erneut Gavranovic die Schweiz mit 3:2 in Führung brachte (57.) und Serge Gnabry das 3:3 für die DFB-Elf erzielte (60.). In der Nachspielzeit sah Fabian Schär noch die Gelb-Rote Karte (90.+3).

Nach dem ersten Nations-League-Sieg in der Ukraine (2:1) tauschte Joachim Löw dreimal aus. Werner, Havertz und Robin Gosens ersetzten Julian Draxler, Marcel Halstenberg und Niklas Süle (alle Bank). 

Obwohl die DFB-Elf konzentriert startete, hatten die Gäste die erste Großchance. Doch Xherdan Shaqiri scheiterte freistehend aus spitzem Winkel am stark parierenden Manuel Neuer (4.). 

Dann jedoch war es schon passiert. Nach der abgewehrten Ecke liefen die deutschen Verteidiger raus, ohne auf ihre Gegenspieler zu achten. Gavranovic stand deshalb am rechten Pfosten sechs Meter vor dem Tor völlig blank und köpfte den Ball per Bogenlampe über Neuer ein - 1:0 für die Nati (5.)! 

In der Folge mussten sich die Hausherren erst einmal schütteln, hatten zwar mehr Spielanteile, fanden aber keine Lücken im Schweizer Defensivbollwerk und brachten sich mit eigenen Abspielfehlern immer wieder selbst in die Bredouille. 

Deutschlands Startaufstellung gegen die Schweiz

Schweizer Anfangself gegen Deutschland

Remo Freuler trifft für die Schweiz, Timo Werner verkürzt für Deutschland

Remo Freuler (l.) überlupft Manuel Neuer und trifft zum 2:0 für die Schweiz
Remo Freuler (l.) überlupft Manuel Neuer und trifft zum 2:0 für die Schweiz  © Federico Gambarini/dpa

So musste Neuer einen eigenen Fauxpas ausbügeln und gegen Haris Seferovic eingreifen (15.), ehe es den nächsten Rückschlag gab. Nachdem Toni Kroos die Kugel in seinem 100. Länderspiel im Mittelfeld in die Füße des Gegners spielte, schaltete die Schweiz schnell und konsequent um.

Am Ende bediente Seferovic mit einem überragenden Querpass Freuler, der Neuer aus wenigen Metern wunderschön überlupfte und seinen Schuss so gezielt ansetzte, dass auch Antonio Rüdiger auf der Linie nicht mehr klären konnte - 2:0 für die Gäste (26.).

Diesmal jedoch schlug die Mannschaft von Joachim Löw durch eine "Chelsea-Kombination" zurück. Havertz erkämpfte sich den Ball und bediente Werner, der eine Einzelaktion startete, nicht gestoppt wurde und platziert in die rechte untere Ecke einschoss - nur noch 1:2 (29.)!

Zwar hatte Deutschland auch weiterhin Probleme, kam aber durch Gosens auch zu einer guten Gelegenheit. Er zwang den Schweizer Schlussmann Yann Sommer mit einem Kunstschuss zu einer starken Parade (35.). Dazu traf Kroos mit einem Flatterball nur das Außennetz (44.).

Dennoch blieb es bei der insgesamt verdienten Pausenführung der Schweizer, weil die Gäste sehr griffig waren und deutsche Fehler eiskalt bestraften. Deutschland wollte hingegen, leistete sich in der Abwehr aber einige Stellungsfehler zu viel und war vorne nicht durchschlagskräftig genug.

Joshua Kimmich (3.v.r.) feierte Jubiläum und absolvierte sein 50. Länderspiel für Deutschland.
Joshua Kimmich (3.v.r.) feierte Jubiläum und absolvierte sein 50. Länderspiel für Deutschland.  © Federico Gambarini/dpa

Kai Havertz und Serge Gnabry treffen für die DFB-Elf, Mario Gavranovic für die Schweiz

Von links: Leon Goretzka, Toni Kroos, Torschütze Kai Havertz und Timo Werner bejubeln das deutsche 2:2-Ausgleichstor.
Von links: Leon Goretzka, Toni Kroos, Torschütze Kai Havertz und Timo Werner bejubeln das deutsche 2:2-Ausgleichstor.  © Federico Gambarini/dpa

Obwohl die DFB-Auswahl erneut ungenau spielte, hatte sie die ersten zwei Chancen der zweiten Hälfte. Erst schoss Werner drüber (48.), dann traf Havertz den Pfosten (49.).

Nun drückte Deutschland die Gäste in die eigene Hälfte und belohnte sich. Havertz antizipierte einen Pass von Fabian Schär, setzte sich in halbrechter Position dann gegen Ricardo Rodriguez durch und überwand auch noch Sommer mit einem platziertem Schuss aus spitzem Winkel in die lange Ecke - 2:2 (55.)!

Doch Deutschland riss sich mit schlechtem Abwehrverhalten selbst alles wieder ein. Seferovic tauchte zweimal frei vor Neuer auf, der beide Male parierte. Den dritten Versuch wuchtete Gavranovic aus elf Metern aber unter die Latte - 3:2 für die Schweiz (56.)!

Es ging munter weiter. Werner setzte sich auf der Gegenseite auf rechts durch und bediente in der Mitte Gnabry, der das Spielgerät herrlich mit der Hacke ins Tor lenkte - 3:3 (60.)! In der Folge standen beide Teams defensiv endlich sicherer, sodass es deutlich weniger Gelegenheiten zu bestaunen gab.

Der eingewechselte Draxler hatte nach einer schönen Kombination den Sieg auf den Fuß, traf aber nur das Außennetz (81.). Das sollte die letzte große Chance gewesen sein. Deshalb blieb es am Ende dieser intensiven Begegnung, in der Schär berechtigterweise noch Gelb-Rot sah (90.+3) beim 3:3-Unentschieden. 

Für Deutschland geht es nun am 11. November mit dem Testspiel gegen Tschechien weiter, während die Schweiz erst am 14. November (20.45 Uhr) Spanien zur nächsten Nations-League-Partie empfängt.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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