Elmas und Pandev schocken müde DFB-Elf: Deutschland verliert gegen Nordmazedonien!

Duisburg - Ganz bittere Heimpleite! Eine müde wirkende DFB-Auswahl hat ihre Partie am 3. Spieltag der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien mit 1:2 (0:1) verloren.

Leon Goretzka (rechts, verdeckt) hatte die größte deutsche Chance in der ersten Halbzeit, scheiterte jedoch an der Latte.
Leon Goretzka (rechts, verdeckt) hatte die größte deutsche Chance in der ersten Halbzeit, scheiterte jedoch an der Latte.  © dpa/Federico Gambarini

Die Tore in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg erzielten Goran Pandev zum 1:0 für Nordmazedonien (45. Minute), Ilkay Gündogan zum 1:1 für Deutschland (63.) und Eljif Elmas zum 2:1 für die Gäste (85.).

Bundestrainer Joachim Löw veränderte seine Mannschaft nach dem 1:0-Zittersieg gegen Rumänien auf zwei Postionen: Marc-André ter Stegen und Robin Gosens rückten für Manuel Neuer und Lukas Klostermann (beide Bank) in die erste Elf.

Nordmazedoniens Coach Igor Angelovski wechselte nach dem 5:0-Heimerfolg gegen Liechtenstein hingegen dreimal: Darko Velkovski, Arijan Ademi und Boban Nikolov ersetzten Kire Ristevski, Stefan Spirovski und Marjan Radeski (alle Bank).

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Die DFB-Auswahl übernahm - wie in den ersten beiden Quali-Begegnungen - von Beginn an die Kontrolle und hatte auch die erste Großchance: Doch Leon Goretzka scheiterte nach einem schönen Spielzug und Vorlage von Kai Havertz mit seinem 12-Meter-Kracher an der Latte (9.).

Davon abgesehen kam das deutsche Team noch nicht entscheidend durch, weil sich die Gäste weit zurückzogen, die Räume eng machten und aufmerksam als echte Einheit verteidigten. So hatten die Hausherren ihre nächste Möglichkeit erst in der 27. Minute, als Nordmazedoniens Keeper Stole Dimitrievski einen Schuss von Serge Gnabry aus sieben Metern halblinker Position per der Fußabwehr parierte.

Deutschlands Aufstellung in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien

Goran Pandev schockt Deutschland und schießt Nordmazedonien in Führung

Überraschender Rückschlag für die DFB-Elf: Goran Pandev (l.) trifft zum 1:0 für Nordmazedonien. Marc-André ter Stegen (M.) war chancenlos.
Überraschender Rückschlag für die DFB-Elf: Goran Pandev (l.) trifft zum 1:0 für Nordmazedonien. Marc-André ter Stegen (M.) war chancenlos.  © dpa/Federico Gambarini

Vier Minuten später schoss der Angreifer des FC Bayern München - nach kluger Vorarbeit von Goretzka - freistehend aus acht Metern über das Gehäuse.

In der Folge brachten die Hausherren die Gäste immer wieder in Bedrängnis, doch da Deutschland zu verspielt agierte und der Ball in guten Abschlusspositionen zu oft lieber quergelegt wurde, anstatt zielstrebig abzuschließen, blieb es weiterhin beim 0:0.

Kurz vor der Halbzeit mussten Löws Mannen erstmals mächtig durchpusten. Ademi warf sich in einen Freistoß von Ezgjan Alioski, kam jedoch nicht mehr an den Ball, ter Stegen war aber hellwach und wehrte das Leder mit einem Weltklasse-Reflex trotz der Irritation noch ab (40.)!

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Dann sorgten die "Roten Löwen" endgültig für einen Schock. Nach einem erstklassigen Spielzug nahm Enis Bardhi die Kugel hervorragend an, behielt die Übersicht und bediente Rekordnationalspieler Pandev, der in der Mitte freistand und aus Nahdistanz problemlos einschob - 1:0 für Nordmazedonien (45.)!

Bei diesem überraschenden Zwischenstand blieb es zur Pause. Im zweiten Durchgang war Deutschland wieder überlegen, fand aber weiterhin keine Lücken in den kompakten Defensivreihen. Das lag auch daran, dass man zu selten über die Flügel spielte und zu häufig durch die Mitte durchdringen wollte, wo die Gäste aber alles dicht machten.

Deutschlands Verteidiger Emre Can (M.) alleine auf weiter Flur: Deutschland geriet kurz vor der Pause in Rückstand.
Deutschlands Verteidiger Emre Can (M.) alleine auf weiter Flur: Deutschland geriet kurz vor der Pause in Rückstand.  © dpa/Thilo Schmuelgen/Reuters Pool
Eljif Elmas (l.) entschied das Spiel mit diesem Tor zum 2:1 für Nordmazedonien.
Eljif Elmas (l.) entschied das Spiel mit diesem Tor zum 2:1 für Nordmazedonien.  © dpa/Federico Gambarini

Ilkay Gündogan gleicht aus, Timo Werner vergibt den Sieg kläglich, Eljif Elmas entscheidet die Partie!

Ilkay Gündogan (r.) übernahm die Verantwortung und traf zum 1:1 für Deutschland. Am Ende konnte auch er die Niederlage nicht verhindern.
Ilkay Gündogan (r.) übernahm die Verantwortung und traf zum 1:1 für Deutschland. Am Ende konnte auch er die Niederlage nicht verhindern.  © dpa/Thilo Schmuelgen/Reuters Pool

Ein Elfmeter brachte die DFB-Elf dann aber wieder auf Kurs. Alioski zog Leroy Sané mit einer Grätsche das Standbein weg, weshalb Schiedsrichter Sergej Karasev (Russland) auf Strafstoß entschied, den Gündogan in die Mitte schoss und so das 1:1 erzielte (63.).

Nordmazedonien blieb allerdings griffig und beschäftigte die DFB-Elf auch in der Defensive, sorgte damit für Entlastung. Die Gastgeber wirkten müde, dazu fehlte die klare spielerische Linie - Einsatz, Kampfes- und Siegeswille waren jedoch da. So lief Löws Truppe weiter an und suchte nach der entscheidenden Gelegenheit - und hatte erneut Glück.

Emre Can bekam den Ball nach einer Ecke klar an die ausgestreckte Hand, doch Karasaev ließ weiterlaufen (76.). Da es in der WM-Qualifikation keinen VAR gibt, hatte diese Entscheidung Bestand, was große Proteste der Gäste auslöste.

Auf der anderen Seite brach Gündogan durch und bediente den eingewechselten Timo Werner, der das Leder aber freistehend nicht voll traf, weshalb sein kläglicher Versuch am Tor vorbeikullerte - was für eine Riesenchance (80.). Das sollte sich bitter rächen: Auf der anderen Seite setzte sich Ademi gegen Antonio Rüdiger durch und passte in die Mitte zu Elmas, der aus Nahdistanz einschob - Amin Younes fälschte noch leicht ab, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern - 2:1 für die euphorisch jubelnden Gäste (85.)!

Die Gastgeber versuchten nochmal alles, kamen aber nicht mehr entscheidend durch und mussten eine überraschende Heimpleite hinnehmen. Nun geht es am 2. Juni (Uhrzeit noch offen) mit dem EM-Vorbereitungsspiel gegen Dänemark weiter.

Titelfoto: dpa/Thilo Schmuelgen/Reuters Pool

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