Erhöhtes Risiko für Demenz und Alzheimer: DFB-Arzt glaubt nicht an Kopfballverbot

Frankfurt/Main - Flanke, Kopfball, Tor! Gehört dieser klassische Spielzug bald der Vergangenheit an? Zumindest der Teamarzt des Deutschen Fußball-Bundes sieht aktuell keinen Grund zur Sorge.

Ist das Duell in der Luft zu gefährlich? Laut Mediziner Tim Meyer (54) darf Nationalspieler Leon Goretzka (26, M.) auch in Zukunft am höchsten steigen.
Ist das Duell in der Luft zu gefährlich? Laut Mediziner Tim Meyer (54) darf Nationalspieler Leon Goretzka (26, M.) auch in Zukunft am höchsten steigen.  © Federico Gambarini/dpa

Ein grundsätzliches Verbot von Kopfbällen im Fußball aus medizinischen Gründen ist beim DFB derzeit kein Thema.

"Ich würde sicherlich nicht anfangen, im Erwachsenenfußball grundsätzlich vom Kopfball abzuraten. Ich sehe auch nicht, dass wir in absehbarer Zukunft da irgendetwas wie ein Kopfballverbot haben werden", sagte Tim Meyer (54), Teamarzt der Deutschen Nationalmannschaft, bei einer Presserunde.

Neurologe und DFB-Mediziner Claus Reinsberger (47) wies auf unterschiedliche Studien hin, die es zur Gefahr von Kopfbällen gibt: "Bei den meisten Studiendesigns gibt es sowohl positive als auch negative Studien. Wir wissen, dass Kopfbälle ein Risikofaktor sind für Hirnveränderungen. Aber wir wissen auch, dass Kopfbälle durchaus mit positiven Veränderungen im Gehirn assoziiert sein können."

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Zuletzt war immer wieder ein Zusammenhang zwischen verschiedenen wiederkehrenden Kopfverletzungen im Sport und neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer vermutet worden.

Eine schottische Studie hatte 2019 ein erhöhtes Risiko einer Erkrankung an Demenz oder Alzheimer bei Fußballern festgestellt. In England, Schottland und Nordirland gibt es seit Anfang 2020 ein Verbot von Kopfbällen im Training von Kindern unter elf Jahren.

Profis dort wird im Training eine geringe Anzahl von Kopfbällen empfohlen.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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