Löw-Hammer! Bundestrainer hört nach EM im Sommer auf

Frankfurt am Main - Eine Ära endet! Bundestrainer Joachim Löw (61) hört nach der Europameisterschaft im kommenden Sommer als Trainer der deutschen Nationalmannschaft auf.

Bundestrainer Joachim Löw (61) hört nach der EM 2021 auf.
Bundestrainer Joachim Löw (61) hört nach der EM 2021 auf.  © Federico Gambarini/dpa

Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstagvormittag überraschend bekannt.

"Der Bundestrainer bat darum, seinen ursprünglich bis zur WM 2022 laufenden Vertrag unmittelbar mit Abschluss des EM-Turniers zu beenden. Dem stimmte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu", heißt es in einer entsprechenden Mitteilung.

Nach nunmehr 17 (!) Jahren an der Seitenlinie ist das Kapitel Nationalmannschaft bald zu Ende.

"Ich gehe diesen Schritt ganz bewusst, voller Stolz und mit riesiger Dankbarkeit, gleichzeitig aber weiterhin mit einer ungebrochen großen Motivation, was das bevorstehende EM-Turnier angeht", wird der 61-jährige Coach zitiert.

Darüber hinaus bedankt sich der Übungsleiter beim DFB, "der mir und der Mannschaft immer ein optimales Arbeitsumfeld bereitet hat".

Sein Augenmerk liege nun voll und ganz auf der Europameisterschaft im Sommer: "Für die bevorstehende Europameisterschaft verspüre ich weiterhin den unbedingten Willen sowie große Energie und Ehrgeiz. Ich werde mein Bestes geben, unseren Fans bei diesem Turnier große Freude zu bereiten und erfolgreich zu sein. Ich weiß auch, dass dies für die gesamte Mannschaft gilt."

Oliver Bierhoff bedankt sich bei einem "der größten Trainer im Weltfußball"

Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff (52, l.) und Noch-Bundestrainer Joachim Löw (61, r.).
Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff (52, l.) und Noch-Bundestrainer Joachim Löw (61, r.).  © picture alliance / Christian Charisius/dpa

Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff (52) hob indes die Verdienste des Bundestrainers deutlich hervor. "Jogi Löw hat den deutschen Fußball wie kaum ein anderer über Jahre hinweg geprägt und international zu höchstem Ansehen verholfen", so der 52-Jährige, der Löw als einen "der größten Trainer im Weltfußball" betitelt.

188 Spiele stand der gebürtige Schwarzwälder seit dem 1. August 2006 als Chefcoach an der Seitenlinie. Zuvor fungierte er zwei Jahre lang als Co-Trainer neben Jürgen Klinsmann (56).

Der größte Erfolg dürfte der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien sein.

Mit dem fast schon desaströsen Auftreten bei der Folge-WM in Russland vier Jahre später begann sein Legenden-Status jedoch ein paar Risse zu bekommen. Der von ihm im Anschluss vollzogene Umbruch stottert seitdem merklich.

Nachfolger wird nun "mit Ruhe und Augenmaß" gesucht

Insbesondere die Art und Weise der Ausbootung sowie die Nichtberücksichtigung von Spielern wie Thomas Müller (31), Jérôme Boateng (32, beide FC Bayern München) und Mats Hummels (32, Borussia Dortmund) - und das trotz schwacher Auftritte und fehlenden Ergebnissen der DFB-Elf - sorgte in der Vergangenheit für deutliche Kritik am Handeln des Bundestrainers.

Wer Löw beerbt, ist indes noch unklar. "Er lässt uns als DFB somit die nötige Zeit, mit Ruhe und Augenmaß seinen Nachfolger zu benennen", so DFB-Präsident Fritz Keller (63).

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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