Kevin-Prince Boateng über EM-Ausbootung seines Bruders Jerome: "Sehr überraschend"

Berlin - Der Berliner Fußballprofi Kevin-Prince Boateng (34) beschreitet in diesem Sommer neue Wege und wird während der anstehenden Europameisterschaft als TV-Experte für die ARD arbeiten.

Jérôme Boateng (32) wird den FC Bayern München im Sommer verlassen und auch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft ist dem Innenverteidiger verwehrt geblieben.
Jérôme Boateng (32) wird den FC Bayern München im Sommer verlassen und auch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft ist dem Innenverteidiger verwehrt geblieben.  © Tom Weller/dpa

Der zuweilen auch unbequeme Kicker war schon immer ein Mann klarer Worte und will das auch in seinem neuen Aufgabenbereich beibehalten.

Im Vorfeld der des Turniers äußerte er sich in einem Interview der Bild am Sonntag über die Nichtnominierung seines jüngeren Bruders Jérôme Boateng (32), der im Gegensatz zu Mats Hummels (32) und Thomas Müller (31) von Bundestrainer Jogi Löw (61) nicht als Rückkehrer für den EM-Kader berücksichtigt wurde.

Diese Entscheidung sei für ihn "natürlich sehr überraschend, da Jerome der konstanteste Innenverteidiger der ganzen Saison war – und für mich auch der beste", betonte der 34-Jährige.

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Er sei sich sicher, dass Löw sich dabei schon etwas gedacht habe und vermutete, dass der Trainer vielleicht anderen mehr vertraue. Ob es sich dabei um einen Fehler handelt, werde man erst im Nachhinein wissen.

Kevin-Prince Boateng warnt vor interner Unruhe in der Nationalmannschaft

Kevin-Prince Boateng (34) arbeitet während der Europameisterschaft als ARD-Experte. Im Vorfeld des Turniers hat er sich über die Nichtnominierung seines Bruders Jerome geäußert.
Kevin-Prince Boateng (34) arbeitet während der Europameisterschaft als ARD-Experte. Im Vorfeld des Turniers hat er sich über die Nichtnominierung seines Bruders Jerome geäußert.  © Ion Alcoba Beitia/gtres/dpa

Selbst im Freundeskreis von Kevin-Prince habe es unterschiedliche Meinungen über den Umgang mit seinem Bruder gegeben. Es gibt "viele, die denken, dass Jogi es richtig gemacht hat, Jerome nicht zurückgeholt zu haben", teilte der Mittelfeldspieler mit.

Er sehe das natürlich anders, aber bei einer solchen Entscheidung "gibt so viele Faktoren, die bedacht werden müssen". Und schließlich seien die Alternativen in der Abwehr ja "auch nicht so schlecht".

Nach dem 1:1-Unentschieden im Testspiel gegen Dänemark gab es in der Nationalmannschaft einige Querelen. So tadelte Joshua Kimmich (26) seinen Mannschaftskollegen Leroy Sané (25) für dessen Lustlosigkeit und auch das Konzept der Dreierkette soll kritisch hinterfragt worden sein.

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Diese interne Unruhe müsse laut KPB schleunigst abgestellt werden, denn "wenn intern gemeckert wird, wirkt sich das in den Spielen aus – und dann kann die EM für Deutschland schneller vorbei sein, als man gucken kann", mutmaßte er.

Für ihn sei im übrigen Frankreich der klare Gruppen- und auch Titelfavorit: "Wenn sie sich nicht im Weg stehen, spazieren die durch bis ins Finale. Die haben einfach zu viel Qualität", prophezeite der ehemalige Spieler von Hertha BSC.

Titelfoto: Ion Alcoba Beitia/gtres/dpa

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